Tesla befindet sich laut einem Reuters-Bericht unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen in Gesprächen über den Kauf von Solaranlagen-Produktionsausrüstung chinesischer Unternehmen im Wert von rund 2,9 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen treibt damit seine Pläne zum Ausbau der Solarproduktion in den Vereinigten Staaten voran.
Mit der Ausrüstung sollen Solarmodule und Solarzellen hergestellt werden – ein zentraler Bestandteil von CEO Elon Musks Vorhaben, die Energieproduktion hochzufahren.
Zu den Unternehmen, mit denen Gespräche geführt werden, gehören Suzhou Maxwell Technologies, ein bedeutender Anbieter von Ausrüstung für die Solarproduktion, sowie Shenzhen S.C New Energy Technology und Laplace Renewable Energy Technology, berichtete Reuters. Die Aktien aller drei Unternehmen legten nach dem Reuters-Bericht um mehr als 7 % zu.
Der Auftrag im Wert von rund 20 Milliarden Yuan (2,9 Milliarden US-Dollar) umfasst Siebdruck-Produktionslinien und weitere Ausrüstung. Für einen Teil der Maschinen wird eine Exportgenehmigung chinesischer Behörden erforderlich sein, wobei noch unklar ist, wie viel dies kosten oder wie lange das Verfahren dauern wird.
Die Ausrüstung soll vor Herbst dieses Jahres geliefert werden. Zwei Quellen zufolge wird sie nach Texas verschifft, laut Reuters.
Musks Vision von 100 GW
Der gemeldete Deal kommt nicht aus dem Nichts.
Musk hat Solarenergie mit großem Nachdruck angepriesen. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar argumentierte er, Solarenergie könne den gesamten Strombedarf Amerikas im Alleingang decken, einschließlich des rasant wachsenden Strombedarfs von KI-Rechenzentren. In Teslas Ergebniskonferenz zum 4. Quartal 2025 präzisierte er:
„Wir werden darauf hinarbeiten, eine jährliche Produktionskapazität von 100 GW für Solarzellen zu erreichen und die gesamte Lieferkette – von den Rohstoffen bis hin zu fertigen Solarmodulen – zu integrieren“, sagte er.
Teslas eigene Stellenausschreibungen untermauern diesen Anspruch. Darin wird eine Kapazität von 100 Gigawatt für die „Solarproduktion von Rohstoffen bis zum fertigen Produkt auf amerikanischem Boden vor Ende 2028“ gefordert.
Die Solarkapazität ist laut den Reuters-Quellen in erster Linie für Teslas eigenen Bedarf vorgesehen, ein Teil soll jedoch auch für den Betrieb von SpaceX-Satelliten.
Das Paradox der Lieferkette
All dem wohnt eine kaum zu übersehende Spannung inne.
Musk hat sich wiederholt zu der Kostenbelastung geäußert, die Zölle für Solarenergie in den USA darstellen, und sagte in Davos, dass „die Zollbarrieren für Solarenergie extrem hoch sind. Und das macht die Wirtschaftlichkeit des Ausbaus von Solarenergie ... künstlich hoch, weil China fast die gesamte Solarenergie produziert.“
Und trotzdem erfordert der Bau dieser amerikanischen Solarfabrik den Kauf der Maschinen aus China – eben jenem Land, von dem die USA ihre Abhängigkeit verringern wollen.
Für Tesla kommt dabei gelegen, dass die Biden-Regierung Ausrüstung für die Solarproduktion 2024 von den Zöllen ausnahm, nachdem US-amerikanische Solarmodulhersteller argumentiert hatten, es gebe schlicht keine heimischen Alternativen zu den benötigten Maschinen. Die Trump-Regierung hat diese Ausnahme inzwischen verlängert, obwohl sie die staatlichen Subventionen für Solar- und Windenergie insgesamt drastisch gekürzt hat.
Der Deal unterstreicht zudem eine größere Realität: Tesla ist weiterhin auf etwa 400 Zulieferer mit Sitz in China angewiesen, um seine Kosten im Griff zu behalten. 60 dieser Zulieferer beliefern Teslas weltweite Aktivitäten, darunter die US-Werke für Elektrofahrzeuge. Als Zollerhöhungen im vergangenen Jahr die Lieferungen aus China störten, wurden die Produktionsvorbereitungen für die Modelle Cybertruck und Semi laut Reuters erheblich beeinträchtigt.
Sollte die Vereinbarung abgeschlossen werden, wäre sie eine der größten Investitionen Teslas in die Infrastruktur für die Solarproduktion und ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Ziel für 2028.
Doch die Dimensionen sind enorm. Zum Vergleich: Die gesamte Solarkapazität der USA lag laut von Reuters zitierten Branchendaten 2024 bei rund 135 GW. Eine neue Produktionskapazität von 100 GW in nur wenigen Jahren aufzubauen, wäre ein gewaltiges Vorhaben.
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