Tesla hat mit LG Energy Solution einen Liefervertrag für Batterien im Wert von 4,3 Milliarden US-Dollar unterzeichnet, um die Abhängigkeit von chinesischen Komponenten zu verringern und die Auswirkungen der US-Zölle abzumildern.
Reuters machte die Geschichte unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle publik. LGES bestätigte den Wert und die Laufzeit des Vertrags, nannte den Käufer unter Verweis auf Vertraulichkeitsverpflichtungen jedoch nicht. Tesla hat sich öffentlich nicht dazu geäußert.
Hinter dem dreijährigen Batterieabkommen
Der dreijährige Vertrag läuft laut Reuters von August 2027 bis Juli 2030 und enthält eine Option auf eine Verlängerung um bis zu sieben weitere Jahre.
Die Vereinbarung umfasst Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) für Teslas Energiespeicherprodukte, nicht für seine Fahrzeuge. Zudem ermöglicht sie potenzielle Erhöhungen der Liefermengen abhängig von der künftigen Nachfrage.
Die Batterien werden im LGES-Werk in Michigan hergestellt – passend zu Teslas Bemühungen, die Beschaffung angesichts zunehmender Handelsspannungen weg von China zu verlagern. „Die US-Zölle hatten überproportionale Auswirkungen auf unser Energiegeschäft“, sagte Tesla-Finanzchef Vaibhav Taneja laut Reuters Anfang dieses Jahres.
KI-Nachfrage macht LG zum Vorreiter bei Batterien
LG Energy Solution hat sich im US-Wettlauf um Batterielieferungen an die Spitze gesetzt und produziert LFP-Batterien in kommerziellem Maßstab, während die Konkurrenz weiterhin außen vor bleibt. LFP-Zellen, die einst fast vollständig aus China bezogen wurden, stehen in den USA nun im Zentrum großer Energiespeicherabkommen.
Angesichts nachlassender Verkäufe von Elektrofahrzeugen dringt LG tiefer in den Speichermarkt vor – vor dem Hintergrund des steigenden Energiebedarfs von Rechenzentren und Künstlicher Intelligenz-Infrastrukturen.
LG macht Fortschritte bei Batterietechnik, der Tesla einst nachjagte
Tesla und LG Energy Solution sind bereits früher aufeinandergetroffen, besonders bei ihren Bemühungen, die Batterieproduktion zu verbessern. 2019 übernahm Tesla Maxwell Technologies mit dem Ziel, die Trockenbeschichtung zu entwickeln – ein Verfahren, das die Herstellung von Batterieelektroden vereinfachen soll. Laut Bloomberg gelang es Tesla, das Verfahren auf Anoden anzuwenden, doch bei Kathoden hatte das Unternehmen Schwierigkeiten, da sich der Prozess dort schwerer skalieren lässt.
LG erklärt, ein Verfahren entwickelt zu haben, das bei beiden funktioniert. Das Unternehmen behauptet, die Technik könne die Kosten der Batterieherstellung um bis zu 30 % senken, zugleich den Energieverbrauch verringern und den benötigten Fabrikraum reduzieren. Bloomberg berichtete, dass LG das Verfahren seit mehr als einem Jahrzehnt entwickelt.
Obwohl die Trockenbeschichtung nicht mit dem gemeldeten Deal in Verbindung gebracht wurde, erklärt ihre Entwicklung, warum LG als wichtiger Anbieter von Energiespeichern Aufmerksamkeit auf sich zieht. Während KI weltweit die Stromnetze belastet, könnten Batteriesysteme entscheidend dazu beitragen, ihren enormen Energiebedarf zu decken.
Für Tesla könnte die Partnerschaft mit LG mehr als nur kurzfristige Entlastung bei der Versorgung bieten: Sie bringt das Unternehmen mit einem in den USA ansässigen Hersteller zusammen, der zugleich technische Herausforderungen löst, die Tesla einst selbst zu überwinden versuchte.
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