Figures humanoide Roboterfabrik erreicht wichtigen Produktionsmeilenstein

A huge number of AI humanoid robots standing inside a room.

Image: Figure

Apr 30, 2026
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Humanoide Roboter sind kein Nischenluxus mehr. Bei Figure laufen sie inzwischen im Schichtbetrieb.

Das in Kalifornien ansässige Robotikunternehmen hat einen wichtigen Produktionsmeilenstein für sein Modell Figure 03 bekannt gegeben. In nur vier Monaten hat das Unternehmen seine „BotQ“-Anlage von einer Prototypenwerkstatt in eine brummende Fabrik verwandelt, die inzwischen jede Stunde einen neuen Roboter hervorbringt.

Der Sprung vom Bau einiger experimenteller Maschinen zum Betrieb einer Fabrik mit hoher Produktionsleistung ist oft der Punkt, an dem Tech-Start-ups ins Straucheln geraten. Figure behauptet jedoch, diese Hürde schneller als üblich überwunden zu haben. Laut einem aktuellen Unternehmensbericht hat das Team die Produktionsleistung in weniger als 120 Tagen um das 24-Fache gesteigert.

„Die Hardware- und Fertigungsteams von Figure haben BotQ von einem Bauplan in eine Produktionsumgebung mit hoher Ausbringung verwandelt. Dabei haben sie mehr als 350 unserer humanoiden Roboter der dritten Generation ausgeliefert und unsere Produktionsrate von 1 Figure 03 pro Tag auf 1 pro Stunde erhöht – eine 24-fache Steigerung der Produktionsleistung in weniger als 120 Tagen“, schrieb Figure in einem Blogbeitrag.

Dieser Produktionshochlauf wird von einem maßgeschneiderten Fertigungssystem angetrieben, das mehr als 150 Arbeitsstationen miteinander verbindet. Es geht dabei jedoch nicht nur um Geschwindigkeit: Nach Angaben des Unternehmens wurde auch die Qualitätskontrolle verschärft. Hunderte Zulieferer wurden qualifiziert und 50 verschiedene Prüfpunkte eingerichtet, um sicherzustellen, dass die Roboter nicht nur schnell, sondern auch zuverlässig sind.

Roboter, die vor dem Versand trainieren

Einen humanoiden Roboter zu bauen ist eine Sache, aber sicherzustellen, dass er nicht kaputtgeht, sobald er den Boden eines Kunden berührt, eine andere. Figure berichtet, dass die End-of-Line-Ausbeute – also der Anteil der Roboter, die die Endkontrolle bestehen – inzwischen bei über 80 % liegt. Die Batterieproduktion ist sogar noch effizienter und erreicht eine Erstpassquote von 99,3 %.

Bevor ein Figure-03-Roboter für den Einsatz freigegeben wird, muss er einen „Burn-in“-Test durchlaufen, der eher nach einem Fitnesstraining als nach einer Fabrikprüfung klingt. Die Roboter absolvieren mehr als 80 Funktionstests, darunter Tausende Kniebeugen, Schulterdrücken und Laufeinheiten, um frühe mechanische Probleme aufzuspüren.

Jede neue Einheit ist für Figure zugleich eine Datensammelmaschine. Die wachsende Flotte speist riesige Datenmengen zurück in Helix, das KI-Modell des Unternehmens. Indem das Unternehmen mehr Roboter im Einsatz platziert, kann es Fehler in Sonderfällen erkennen und beheben. Diese Rückkopplungsschleife ermöglicht es dem Entwicklungsteam, Over-the-Air-Updates für die gesamte Flotte bereitzustellen, sodass alle Roboter gleichzeitig intelligenter werden.

Neue Funktion: wahrnehmungskonditionierte Ganzkörpersteuerung

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Parallel zur Ausweitung der Produktion hat Figure außerdem ein Upgrade seines Steuerungssystems namens Helix System 0 (S0) angekündigt – ein humanoides KI-Modell, das auf Ganzkörperbewegungen spezialisiert ist.

Zuvor stützte sich S0 hauptsächlich auf die Propriozeption. Das bedeutet, dass der Roboter seine eigenen Gelenkstellungen und Körperbewegungen verstand, seine Umgebung jedoch nur eingeschränkt wahrnahm. Dadurch wurde die Navigation in komplexen Umgebungen wie auf Treppen oder unebenem Gelände ohne manuelles Umschalten oder Eingreifen erschwert.

Das neue Update führt eine kamerabasierte Wahrnehmung ein. RGB-Bilder von den integrierten Kameras werden zu einer 3D-Darstellung der Umgebung verarbeitet und mit dem internen Körperzustand des Roboters kombiniert. Dadurch kann der Roboter seine Umgebung gleichzeitig „fühlen“ und „sehen“.

Figure zufolge wird das System mithilfe von bestärkendem Lernen in Simulationen auf Tausenden verschiedenen Geländen trainiert. Entscheidend ist, dass die in der Simulation erlernten Verhaltensweisen direkt auf Roboter in der realen Welt übertragen werden – ohne zusätzliches Feintuning oder eine Kalibrierung.

In der Praxis bedeutet das, dass die Roboter Treppen und unebene Flächen mit menschenähnlichen Bewegungen und hoher Stabilität bewältigen können – selbst bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen und ohne Eingaben eines Operators. Das Unternehmen bezeichnet dies als einen Schritt hin zu vielseitigeren Roboterbewegungen, bei denen Wahrnehmung und Steuerung eng in einem einzigen Lernsystem integriert sind.

Ebenfalls lesenswert: Amazons Übernahme von Fauna Robotics zeigt, wie große Technologieunternehmen humanoide Roboter näher an den Einsatz im Haushalt und an KI-gestützte Assistenz heranführen.

Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

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