Foxconn plant, in den kommenden vier Jahren 569 Millionen US-Dollar zu investieren und 1.374 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Damit baut das Unternehmen seine Präsenz in Wisconsin aus, nachdem sich die Erwartungen an das Projekt über Jahre hinweg verändert haben.
Der Verwaltungsrat der Wisconsin Economic Development Corporation (WEDC) hat einer Vertragsänderung zugestimmt, die dem taiwanischen Elektronikhersteller zusätzliche leistungsabhängige Steueranreize von bis zu 16 Millionen US-Dollar gewährt, während das Unternehmen eine umfangreiche neue Erweiterung in Racine County in Angriff nimmt.
„Da die Nachfrage nach mehr Dateninfrastruktur weiter steigt, wird Foxconn auch künftig flexibel und in großem Maßstab in den Vereinigten Staaten auf die Bedürfnisse unserer Kunden reagieren“, sagte Jerry Hsiao, Chief Product Officer von Foxconn. „Wisconsin stellt fast ein Viertel unserer Belegschaft in Amerika, und dieses Projekt der zweiten Phase wird diese Präsenz im Bundesstaat bis zum Ende dieses Jahrzehnts verdoppeln.“
Offen für OpenAI
Die Ankündigung folgt unmittelbar auf den Abschluss einer Partnerschaft zwischen OpenAI und Foxconn zur Entwicklung und Produktion wichtiger Hardware für KI-Rechenzentren in den USA – ein Schritt, der den Ausbau und die Widerstandsfähigkeit der amerikanischen KI-Infrastruktur beschleunigen soll.
Foxconn – ein bedeutender Hersteller von KI-Servern für Nvidia und der Zusammensetzer von Apple-Geräten wie dem iPhone – wird gemeinsam mit OpenAI Racks für KI-Rechenzentren entwerfen und entwickeln, teilten die Unternehmen in separaten Erklärungen mit.
Im Rahmen der Vereinbarung wird Foxconn an seinen US-Produktionsstandorten Kabel, Netzwerkkomponenten und Stromversorgungssysteme für KI-Rechenzentren herstellen. OpenAI erhält frühzeitig Zugang, um die Ausrüstung zu prüfen, und kann sich dafür entscheiden, sie im Rahmen seines umfassenderen Infrastrukturausbaus zu kaufen.
Eine Ära der Expansion
Foxconn zufolge wird die Expansion in Wisconsin durch die steigende Inlandsnachfrage und die Notwendigkeit vorangetrieben, widerstandsfähige US-Lieferketten aufzubauen – insbesondere für fortschrittliche datengestützte Technologien. Die US-Kunden des Unternehmens suchen angesichts geopolitischer Unsicherheiten, der Unterbrechungen von Lieferketten während und nach der Pandemie sowie staatlicher Bemühungen zur Förderung der Produktion im Inland zunehmend nach heimischen Produktionskapazitäten.
Die Expansion deutet auf eine strategische Neuausrichtung hin – auf Bereiche wie Datenmanagement, Hardware für Cloud Computing und Elektronik der nächsten Generation, in denen die Nachfrage weiter rasant steigt. Vertreter des Bundesstaats sehen das Projekt als Teil eines umfassenderen Vorstoßes, Wisconsin als Produktionsstandort für Hightech-Komponenten zu etablieren.
Foxconns Investitionen
Die WEDC hat bestätigt, dass Foxconn bis zum 31. Dezember 2024 fast 717 Millionen US-Dollar in seine Betriebe in Mount Pleasant investiert und damit frühere Erwartungen übertroffen sowie 1.242 Arbeitsplätze geschaffen hatte. Diese Leistungen qualifizierten das Unternehmen für Steuergutschriften in Höhe von 62,9 Millionen US-Dollar.
Allein im Jahr 2024 investierte Foxconn 34,5 Millionen US-Dollar in förderfähige Kapitalausgaben und erhielt Steuergutschriften in Höhe von 10,5 Millionen US-Dollar für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Kapitalinvestitionen. Die nachgewiesene Leistung des Unternehmens ist ein wesentlicher Faktor für die Entscheidung des Bundesstaats, zusätzliche Anreize zu genehmigen.
Weiterreichende Auswirkungen für Wisconsin
Die jüngste Expansion signalisiert eine anhaltende Dynamik an einem Standort, der nach der Verkleinerung des Projekts in seiner frühen Phase einst skeptisch betrachtet wurde. Wenn Foxconn seine Zusagen erfüllt, könnte Wisconsin in Racine County ein erhebliches Beschäftigungswachstum, umfangreiche Bauaktivitäten und eine langfristige Entwicklung der Infrastruktur verzeichnen.
Die leistungsabhängige Ausgestaltung der Anreize schützt den Bundesstaat vor früheren Fehltritten, da Foxconn messbare Ergebnisse liefern muss, bevor das Unternehmen Steuergutschriften erhält. Für die Kommunalverwaltungen könnten die zusätzlichen Investitionen die Steuerbasis stärken, die Nachfrage nach Fachkräften ankurbeln und die Bestrebungen der Region unterstützen, einen Hightech-Produktionskorridor aufzubauen.
Die Ankündigung verdeutlicht zudem, wie sich Wisconsin im Zuge der landesweiten Bemühungen zur Förderung der heimischen Industrie positioniert – insbesondere in den Bereichen Elektronik und digitale Infrastruktur. Während die Bundesstaaten um Hightech-Arbeitgeber konkurrieren, könnte Foxconns erneutes Engagement künftige Anwerbungsinitiativen und Investitionsstrategien beeinflussen.
Nvidia-CEO Jensen Huang hat eine klare Botschaft an seine Belegschaft: alles automatisieren, was sich mit KI automatisieren lässt, und zwar jetzt.

