Google setzt mit der Veröffentlichung eines universellen Protokolls auf agentischen Handel

Universal Protocol Release

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eWEEK Staff
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Jan 12, 2026
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Etwas ist geschehen, das die Funktionsweise des Onlinehandels grundlegend verändern könnte.

Google hat auf der jährlichen Veranstaltung der National Retail Federation sein Universal Commerce Protocol (UCP) vorgestellt und damit eine Infrastruktur geschaffen, die zur Grundlage einer von KI dominierten Einkaufszukunft werden könnte.

Dieser Schritt stellt Googles Gegenschlag gegen Wettbewerber dar, die im KI-gestützten Handel rasch Territorium erobert haben. Mit Unterstützung von Handelsgrößen wie Shopify, Etsy, Wayfair, Target und Walmart UCP schafft einen standardisierten Rahmen, der KI-Agenten die gesamte Einkaufsreise von der Produktsuche bis zum Bezahlvorgang ohne individuelle Integrationen abwickeln lässt.

Auf dem Spiel steht viel. McKinsey prognostiziert, dass der Einzelhandelsmarkt bis 2030 weltweit ein Potenzial von 3 Billionen bis 5 Billionen US-Dollar darstellen könnte – angetrieben von KI-Tools, die Einkaufsprozesse vereinfachen.

Google positioniert UCP als Schlüssel, um diesen gewaltigen Markt zu erobern, bevor Wettbewerber eigene Standards etablieren können.

Der Krieg um KI-gestütztes Einkaufen bricht aus

Die Wettbewerbslage hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch verändert. Im Oktober startete OpenAI Instant Checkout, sodass Nutzer Produkte direkt über ChatGPT kaufen können, während das Unternehmen gemeinsam mit Stripe sein eigenes Open-Source-Agentic-Commerce-Protokoll entwickelt.

Parallel dazu hat Perplexity KI-gestütztes Einkaufen in seine Chat-Oberfläche integriert. Nutzer können dadurch Reisen buchen, Produkte kaufen und Veranstaltungstickets erwerben, ohne die Plattform zu verlassen. Amazon hat unterdessen Shop Direct eingeführt – eine Funktion, mit der Verbraucher Produkte anderer Marken direkt auf Amazons Plattform durchsuchen können.

Googles Ansatz unterscheidet sich durch seine Infrastrukturstrategie und nicht durch proprietäre Einkaufstools. UCP bietet eine Infrastruktur, die mit bestehenden Protokollen kompatibel bleibt und Unternehmen zugleich auf eine von KI dominierte Zukunft vorbereitet. Das System funktioniert mit vorhandener Handelsinfrastruktur und unterstützt verschiedene Integrationsmethoden, darunter APIs, die Agent2Agent-Kommunikation und das Model Context Protocol.

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Eine Unterstützung von PayPal ist für die Zukunft geplant – ein Zeichen für die breite Ökosystem-Unterstützung, die Google aufbaut.

So werden sich Einkaufserlebnisse verändern

UCP wird bald einen direkten Bezahlvorgang über Googles AI Mode und die Gemini App ermöglichen. Nutzer können Käufe dann mit Google Wallet abschließen, ohne ihr Gespräch mit der KI jemals verlassen zu müssen.

Das Unternehmen hat Business Agent vorgestellt – eine Funktion, mit der Verbraucher innerhalb des jeweiligen Ökosystems direkt mit Marken chatten und personalisierte Einkaufserlebnisse erhalten können. Besonders interessant ist, dass Google Direct Offers testet, ein neues Werbeformat, das kontextbezogene Rabatte anzeigt, wenn die KI eine hohe Kaufabsicht bei gleichzeitiger Preissensibilität erkennt.

Die eigentliche Umwälzung ergibt sich daraus, dass UCP die traditionellen Hürden beim Bezahlvorgang beseitigt. Händler bleiben die rechtlich verantwortlichen Verkäufer und können Integrationen individuell gestalten, während sie von weniger Reibung beim Bezahlvorgang und geringeren Abbruchquoten profitieren. Der Rahmen schafft eine gemeinsame Sprache, über die KI-Agenten mithilfe standardisierter Schnittstellen mit jedem UCP-fähigen Händler interagieren können.

Man stelle sich die Folgen vor: Statt Websites zu durchsuchen, auf „In den Warenkorb“ zu klicken und sich durch Bezahlvorgänge zu navigieren, könnten KI-Agenten komplette Kaufprozesse im Dialog abwickeln. Es wäre, als hätte man einen persönlichen Einkaufsassistenten, der einen nie verlässt und sofort alles bei jedem teilnehmenden Händler kaufen kann.

Die weiterreichenden Folgen gehen über einen einfacheren Bezahlvorgang hinaus. Je leistungsfähiger KI-Agenten werden und je stärker Verbraucher nahtlose, dialogorientierte Einkaufserlebnisse erwarten, desto größeren Einfluss gewinnt derjenige, der die zugrunde liegende Infrastruktur kontrolliert – und damit darauf, wie der Handel über das Internet abgewickelt wird.

Amazons jüngstes KI-Experiment ist nach hinten losgegangen und hat eine Revolte unter kleinen Händlern ausgelöst.

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