Google hat die Zukunft der künstlichen Intelligenz an seine Klimastrategie geknüpft und sich dazu bekannt, „KI mit sauberer Energie zu versorgen“, während der Strombedarf in seiner globalen Infrastruktur rasant steigt.
Der zehnte jährliche Umweltbericht des Unternehmens weist für 2024 einen Rückgang der Emissionen aus Rechenzentren um 12 % aus, obwohl der Stromverbrauch um 27 % gestiegen ist. Google führt diesen Fortschritt auf langfristige Verträge für saubere Energie und Effizienzsteigerungen zurück, die die Expansion im KI-Bereich auf einem CO2-ärmeren Kurs halten sollen.
Googles aktuelle Fortschritte beim Umweltschutz
Die neuesten Zahlen zeigen, dass Google seine Präsenz im Bereich sauberer Energie deutlich ausgebaut hat und 2024 das größte Volumen an neuen Beschaffungsverträgen in der Unternehmensgeschichte gesichert hat. Die 8 Gigawatt neu unterzeichnete Kapazität, doppelt so viel wie im Vorjahr, wurden durch die Inbetriebnahme von 2,5 Gigawatt aus früheren Verträgen ergänzt, die nun Strom für Googles weltweite Aktivitäten liefern.
Das KI-Unternehmen meldete außerdem Fortschritte bei der regionalen Energieversorgung. In neun seiner Netzregionen lag der Anteil CO2-freien Stroms über 80 %, weltweit waren es durchschnittlich 66 %. Diese Verbesserungen gingen mit verstärkten Bemühungen einher, die Nachfrage in den Stromnetzen durch intelligentere Lastverlagerung und eine stärker lokalisierte Beschaffung auszugleichen.
Auch bei der Hardware wurden Effizienzgewinne erzielt. Googles neuestes Chipdesign ist 30-mal energieeffizienter als das ursprüngliche Modell von 2018. Nach Angaben des Unternehmens trugen fünf seiner Tools 2024 dazu bei, 26 Millionen metrische Tonnen Emissionen zu vermeiden – mehr als doppelt so viel wie sein eigener operativer Fußabdruck.
Rückschläge bei Emissionen und Fortschritten im Energiebereich
Obwohl Google bei seinen Betriebsabläufen bemerkenswerte Fortschritte erzielt hat, nahm seine gesamte Klimabelastung 2024 weiter zu. Der Bericht verweist außerdem auf mehrere Bereiche, in denen die Emissionen stiegen oder die Fortschritte ins Stocken gerieten.
- Die Gesamtemissionen stiegen, bedingt durch das Wachstum in den Bereichen Bau, Fertigung und Drittanbieteraktivitäten.
- Die Scope-3-Emissionen, die größtenteils auf Zulieferer und die Hardwareproduktion zurückzuführen sind, stiegen im Jahresvergleich um 22 %.
- Der asiatisch-pazifische Raum blieb weit zurück, dort stammten unverändert gegenüber dem Vorjahr lediglich 12 % des Stroms aus CO2-freien Quellen.
- In einigen Netzregionen stagnierten die Fortschritte oder gingen zurück, insbesondere in Märkten mit eingeschränktem Zugang zu erneuerbaren Energien.
Google nimmt angesichts des Wachstums anspruchsvollere Klimaziele ins Visier
Googles rasantes Wachstum der Infrastruktur zwingt das Unternehmen, seinen Ansatz in den Bereichen Klima und Energie anzupassen.
Laut dem Bericht will sich Google stärker auf Quellen der nächsten Generation wie Geothermie und kleine modulare Kernreaktoren sowie auf neue Modelle für die Beschaffung sauberer Energie stützen. Außerdem weitet das Unternehmen seine Bemühungen aus, Zulieferer für CO2-freien Strom zu gewinnen – insbesondere in Märkten wie Asien, wo das Stromnetz weiterhin stark von fossilen Energieträgern abhängt.
Chief Sustainability Officer Kate Brandt sagte, Google verfeinere seinen Ansatz zur weltweiten Erreichung seiner Klimaziele und stelle zugleich sicher, dass die Entwicklung von KI weiterhin der Menschheit zugutekommt.
Die Energiekosten der KI bleiben eine offene Frage
Die im aktuellen Bericht von Google beschriebenen Herausforderungen spiegeln die branchenweiten Sorgen über die Umweltfolgen der KI wider.
Von Microsofts Investitionen in Regenwald-Kompensationsprojekte bis zu der Skepsis der britischen Öffentlichkeit gegenüber den Klimaauswirkungen der KI, beginnt die Branche, sich mit den Umweltkosten ihrer Größenordnung auseinanderzusetzen. Unterdessen geraten Rechenzentren in von Dürre bedrohten Regionen wegen ihres Wasserverbrauchs zunehmend in die Kritik, und Experten fordern mehr Transparenz über den ökologischen Fußabdruck der KI.
Wenn künstliche Intelligenz weiter an Fahrt gewinnt – wer sorgt dann dafür, dass der Planet mithält?

