Die Uber-Aktie fiel um 5 %, obwohl der Fahrdienstanbieter die Umsatzschätzungen der Wall Street für das dritte Quartal übertraf.
Der Umsatz belief sich auf 13,47 Milliarden US-Dollar gegenüber den erwarteten 13,26 Milliarden US-Dollar, während die Bruttobuchungen von 49,74 Milliarden US-Dollar die Schätzung von 48,95 Milliarden US-Dollar übertrafen. Das bereinigte EBITDA lag jedoch bei 2,26 Milliarden US-Dollar und verfehlte damit die Erwartung der Wall Street von 2,27 Milliarden US-Dollar knapp.
Dennoch ging dem Unternehmen nicht die Luft aus: Es meldete erneut ein Quartal mit starkem Wachstum und hoher Profitabilität.
Die Ergebnisse des dritten Quartals 2025, die am 4. November bekannt gegeben wurden, zeigen eine steigende Nachfrage in den Kerngeschäftsfeldern und einen deutlichen Anstieg des Cashflows. Das deutet auf anhaltendes Vertrauen der Anleger hin, während sich das Unternehmen darauf vorbereitet, bis zum Jahresende wandelbare Schuldverschreibungen im Wert von 1,2 Milliarden US-Dollar zurückzuzahlen.
Deutlich mehr Fahrten
Uber verzeichnete im Quartal 3,5 Milliarden Fahrten, 22 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend waren ein Anstieg der monatlich aktiven Plattformkunden (Monthly Active Platform Consumers, MAPCs) um 17 % und eine moderate Zunahme der Fahrten pro Nutzer um 4 %.
Die Bruttobuchungen stiegen um 21 % und unterstrichen die robuste Verbrauchernachfrage sowohl bei Fahrdiensten als auch bei Lieferdiensten. Die Menschen hatten offenbar großen Appetit auf Uber Eats und andere Logistikangebote.
CEO Dara Khosrowshahi bezeichnete das Quartal als Meilenstein und erklärte: „Ubers Wachstum nahm im dritten Quartal deutlich an Fahrt auf und führte zu einem der größten Anstiege beim Fahrtvolumen in der Unternehmensgeschichte.“
Er fügte hinzu, Uber „investiert in langfristige Kundenbeziehungen, verfolgt konsequent unsere Strategie für den lokalen Handel und nutzt das transformative Potenzial von KI und autonomer Technologie“.
Diese Aussagen verdeutlichen die umfassenderen Ambitionen von Uber – das Unternehmen will über Fahrten hinaus zu einer integrierten Plattform für Transport, Handel und Automatisierung werden.
Profitabilität und Geschäftsbereiche
Das Betriebsergebnis stieg auf 1,1 Milliarden US-Dollar, während das bereinigte EBITDA um 33 % auf 2,26 Milliarden US-Dollar zulegte. Damit erreicht Uber eine bereinigte EBITDA-Marge von 4,5 % der Bruttobuchungen, gegenüber 4,1 % im Vorjahr. Der Nettogewinn schnellte auf 6,6 Milliarden US-Dollar hoch, was größtenteils auf einen steuerlichen Bewertungsvorteil von 4,9 Milliarden US-Dollar und Gewinne aus Eigenkapitalbeteiligungen zurückzuführen war.
Im Mobilitätssegment – Ubers Kerngeschäft mit Fahrdiensten – stiegen die Buchungen um 20 % auf 25,1 Milliarden US-Dollar, während die Buchungen im Liefergeschäft einschließlich Uber Eats um 25 % auf 23,3 Milliarden US-Dollar zulegten. Im Frachtgeschäft blieben sie mit 1,3 Milliarden US-Dollar unverändert. Das signalisiert, dass sich Ubers Logistiksparte nach einer Phase der pandemiebedingten Volatilität stabilisiert.
Bei der Profitabilität erwirtschaftete die Mobilität ein segmentbereinigtes EBITDA von 2,0 Milliarden US-Dollar, 21 % mehr als im Vorjahr, während das Liefergeschäft um 47 % auf 921 Millionen US-Dollar zulegte. Das Frachtsegment verzeichnete erneut einen kleinen Verlust, bleibt jedoch wichtig, da Uber weiterhin Lösungen für die Lieferkette in sein umfassenderes Ökosystem integriert.
Der Cashflow muss fließen
Uber meldete einen operativen Cashflow von 2,3 Milliarden US-Dollar und einen Free Cashflow von 2,2 Milliarden US-Dollar – Zahlen, die die verbesserte Finanzdisziplin des Unternehmens unterstreichen. Ende September verfügte es über 9,1 Milliarden US-Dollar an Barmitteln, Barmitteläquivalenten und kurzfristigen Anlagen.
Die starke Liquidität verschafft dem Unternehmen Spielraum für Investitionen in KI-gestützte Disposition, autonome Fahrzeuge und regionale Lieferlogistik – Bereiche, die voraussichtlich das nächste Jahrzehnt seines Wachstums prägen werden.
Ausblick auf das vierte Quartal und Auswirkungen
Für das vierte Quartal prognostiziert Uber Bruttobuchungen zwischen 52,25 Milliarden und 53,75 Milliarden US-Dollar, was bei konstanten Wechselkursen einem Wachstum von 17–21 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 2,41 Milliarden und 2,51 Milliarden US-Dollar liegen, ein Plus von 31–36 %. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass das Unternehmen trotz globaler makroökonomischer Unsicherheiten, darunter schwankende Kraftstoffpreise und regulatorischer Druck in wichtigen Märkten, mit einer anhaltenden Expansion rechnet.
Die jüngsten Ergebnisse von Uber verdeutlichen die Entwicklung des Unternehmens von einer Ridesharing-App zu einer diversifizierten Technologieplattform. Der Fokus auf lokalen Handel, KI-gestützte Effizienz und autonome Mobilität zeigt eine Hinwendung zu langfristiger Nachhaltigkeit und Innovation.
Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs – von DoorDash bei Lieferdiensten bis hin zu Tesla und Waymo im Bereich autonomer Fahrzeuge – muss Uber hart kämpfen.
Die anhaltende Profitabilität und Cash-Generierung des Unternehmens markieren einen entscheidenden Wandel: Nach Jahren hoher Verluste zeigt Uber nun, dass sein Geschäftsmodell nachhaltige Finanzergebnisse hervorbringen kann.
Uber plant, seinen Robotaxi-Partner Waymo im kommenden Jahr in dessen Heimatstadt San Francisco herauszufordern.

