Wenn sich 2025 für künstliche Intelligenz bereits turbulent angefühlt hat, wird sich 2026 laut Microsoft so anfühlen, als würde die KI den Schalter auf „echte Welt“ umlegen.
In einem neuen Ausblick hebt das Unternehmen sieben große Trends hervor, die seiner Ansicht nach die nächste Phase der KI-Einführung bestimmen werden – von Gesundheitswesen und Forschung bis hin zu Softwareentwicklung und Quantencomputing.
- KI wird zum echten Partner, nicht zum Ersatz
- Sicherheit wird für KI-Agenten unverzichtbar
- Die Lücke im Gesundheitswesen schließen
- KI zieht ins Forschungslabor ein
- KI-Infrastruktur wird intelligenter, nicht nur größer
- KI, die das „Warum“ von Code versteht
- Quantencomputing tritt in die Ära „Jahre statt Jahrzehnte“ ein
KI wird zum echten Partner, nicht zum Ersatz
Microsoft sagt, dass sich die Rolle der KI bei der Arbeit verändert – von der Beantwortung von Fragen hin zur Unterstützung dabei, dass Menschen gemeinsam mehr erreichen. Aparna Chennapragada, chief product officer des Unternehmens für KI-Erlebnisse, sagt, dass der Schwerpunkt im kommenden Jahr auf der Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI liegen wird.
„In der Zukunft geht es nicht darum, Menschen zu ersetzen“, sagt sie in Microsofts Bericht. „Es geht darum, ihre Fähigkeiten zu verstärken.“ Sie fügt hinzu, dass Teams, die lernen, mit KI zu arbeiten, „das Beste aus beiden Welten bekommen werden“.
Sicherheit wird für KI-Agenten unverzichtbar
Da KI-Agenten an Arbeitsplätzen immer häufiger zum Einsatz kommen, betont Microsoft, dass Vertrauen und Sicherheit mit ihnen Schritt halten müssen.
Vasu Jakkal, Microsofts corporate vice president of Security, warnt, dass alle KI-Helfer in einer Organisation mit denselben Sicherheitsvorkehrungen wie menschliche Mitarbeiter behandelt werden sollten. „Jeder Agent sollte über ähnliche Sicherheitsvorkehrungen wie Menschen verfügen“, sagt sie und ergänzt, dass Agenten ohne angemessene Kontrollen im Falle einer Kompromittierung zu „Doppelagenten“ werden könnten. „Vertrauen ist die Währung der Innovation“, sagt Jakkal.
Die Lücke im Gesundheitswesen schließen
Microsoft ist überzeugt, dass KI dazu beitragen könnte, den Druck auf Gesundheitssysteme weltweit zu mindern. Dr. Dominic King, vice president of health at Microsoft AI, sagte, dass die Rolle der KI in der Medizin rasch wachse. „Wir werden sehen, dass KI über die Expertise in der Diagnostik hinausgeht und sich auf Bereiche wie die Symptom-Triage und die Behandlungsplanung ausdehnt“, sagte er.
King hob Microsofts Diagnostic Orchestrator (MAI-DxO) hervor, der beim Lösen komplexer medizinischer Fälle eine Genauigkeit von 85,5 % demonstrierte. Er wies darauf hin, dass dieser Fortschritt zu einem Zeitpunkt kommt, an dem der weltweite Bedarf groß ist und weiter wächst.
KI zieht ins Forschungslabor ein
Peter Lee, president of Microsoft Research, bezeichnete 2026 als Wendepunkt für wissenschaftliche Entdeckungen. Er sagte, KI werde Forschung nicht nur zusammenfassen, sondern auch an Entdeckungen teilnehmen. Mit seinen Worten: „KI wird Hypothesen aufstellen, Tools und Apps nutzen, die wissenschaftliche Experimente steuern, und mit menschlichen sowie KI-Forschungskollegen zusammenarbeiten.“
Dies, so sagte er, führt in eine Ära, in der sich Forschende auf KI-Assistenten verlassen können, die Experimente vorschlagen und sogar bei ihrer Durchführung helfen – und so den Fortschritt in Bereichen wie Klimawissenschaft und Molekularforschung beschleunigen.
KI-Infrastruktur wird intelligenter, nicht nur größer
Mark Russinovich, chief technology officer and deputy chief information security officer for Microsoft Azure, sagte, das Wettrennen um den Bau größerer Rechenzentren sei vorbei. Als Nächstes komme es auf Effizienz an, sagte er. „Die effektivste KI-Infrastruktur wird Rechenleistung in verteilten Netzwerken dichter bündeln“, sagte er.
Russinovich ergänzte, dass KI-Systeme allmählich eher wie ein Flugverkehrskontrollnetzwerk arbeiten werden, indem sie Workloads verschieben, damit keine Rechenleistung ungenutzt bleibt. Er betonte, dass KI „an der Qualität der von ihr erzeugten Intelligenz gemessen wird, nicht nur an ihrer schieren Größe“.
KI, die das „Warum“ von Code versteht
Auch Microsofts Überblick hebt einen Wandel in der Softwareentwicklung hervor. Mario Rodriguez, chief product officer von GitHub, sagte, dass im kommenden Jahr „Repository Intelligence“ im Mittelpunkt stehen werde. Er erklärte, dass damit eine KI gemeint ist, die Code nicht nur liest, sondern auch dessen Geschichte und Struktur versteht, was zu besseren Vorschlägen und weniger Fehlern führt.
Dieser Kontext ermöglicht es ihr, intelligentere Vorschläge zu machen und Fehler früher zu erkennen – und verspricht so hochwertigere Software, die in atemberaubendem Tempo entsteht.
„Es ist klar, dass wir an einem Wendepunkt angelangt sind“, sagte Rodriguez und prognostizierte, dass dieser tiefere Kontext eine „intelligentere, zuverlässigere KI“ hervorbringen wird, die Entwickler unterstützt.
Quantencomputing tritt in die Ära „Jahre statt Jahrzehnte“ ein
Quantencomputing könnte näher sein, als viele erwarten. Jason Zander, executive vice president of Microsoft Discovery and Quantum, sagt, dass die Welt in eine „Jahre statt Jahrzehnte“-Zeitschiene für Maschinen eintritt, die klassische Computer übertreffen können.
Zander sagt: „Der Quantenvorteil wird Durchbrüche bei Materialien, in der Medizin und darüber hinaus vorantreiben. Die Zukunft von KI und Wissenschaft wird nicht nur schneller, sondern grundlegend neu definiert werden.“
Er hebt den Aufstieg hybrider Systeme hervor, in denen KI, Supercomputer und Quantencomputer zusammenarbeiten. Microsofts Chip Majorana 1, der für Fehlerkorrektur konzipierte topologische Qubits verwendet, gilt als bedeutender Schritt nach vorn.
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