Microsoft experimentiert mit KI-Hardware, die Büroangestellte wie einen Zugangsausweis tragen könnten.
Auf der Microsoft Build 2026 zeigte das Unternehmen zwei Konzeptgeräte des Projekts Solara. Eines ist ein kleines Schreibtischdisplay, das andere ein tragbarer KI-Badge für Büroangestellte, die tagsüber Agenten nutzen. Der Badge verfügt über einen Touchscreen, eine Kamera und einen Fingerabdruckscanner, während das Schreibtischgerät Informationen aus Microsoft 365 anzeigen und auf Spracheingaben reagieren kann.
Microsoft zeigt KI-Geräte für agentenbasierte Arbeit
Microsoft beschrieb Project Solara als eine „Chip-to-Cloud-Plattform“, die für „Agent-First-Erlebnisse“ und neue Geräteformen entwickelt wurde. Das Unternehmen erklärte, die Plattform sei darauf ausgelegt, Geräte zu unterstützen, die es Agenten ermöglichen, sich an Aufgaben am Arbeitsplatz zu beteiligen, Umgebungen und Arbeitsabläufen.
Der tragbare Badge ist ungefähr so groß wie eine Zugangskarte für das Büro. Er kann an einem Lanyard getragen oder an der Kleidung befestigt werden. In einer Build-Demonstration aktivierte Microsoft-Manager Steven Bathiche den Badge per Fingerabdruck und forderte ihn auf, Fotos vom Publikum aufzunehmen und zur Überprüfung zu verschicken.
Die Kamera ermöglicht es Agenten, „die Umgebung um sie herum besser zu verstehen und Maßnahmen zu ergreifen“, sagte Bathiche in einem Microsoft-Blogbeitrag, der von der BBC zitiert wurde.
Microsoft-CEO Satya Nadella bezeichnete die Geräte laut BBC als eine „neue Geräteform“ für das Computing.
Das Schreibtischkonzept ähnelt einem kleinen Smart Display für den Einsatz im Büro. Es kann Informationen aus Microsoft-365-Diensten wie Outlook und Excel anzeigen, Sprachbefehle entgegennehmen und Nutzer außerhalb einer herkömmlichen PC-Oberfläche mit KI-Agenten verbinden.
Microsoft hat für keines der beiden Geräte Veröffentlichungstermine oder Preise angekündigt.
Referenzdesigns, keine fertigen Produkte
Microsoft präsentierte die Geräte als Referenzdesigns und nicht als kommerzielle Produkte, die das Unternehmen selbst auf den Markt bringen will. Das Unternehmen merkte an, dass die aktuellen Pilotprojekte dabei helfen werden zu bestimmen, wie diese Geräteformen künftig umgesetzt werden könnten.
Wie The Verge berichtete plant Microsoft nicht, die beiden Konzeptgeräte direkt zu verkaufen. Stattdessen hofft das Unternehmen, dass Hardwarehersteller Solara als Ausgangspunkt für KI-Geräte für Unternehmen nutzen werden.
Auch Engadget berichtete , dass Qualcomm und MediaTek bei den Referenzdesigns mit Microsoft zusammengearbeitet haben. Die Plattform soll außerdem verschiedene Geräteformen und Komponenten unterstützen.
Microsoft hob hervor, dass Project Solara die Microsoft Device Ecosystem Platform verwendet, ein für Unternehmen konzipiertes Betriebssystem auf Basis von AOSP. Es soll die Bereitstellung, Sicherheit, den Datenschutz und die Verwaltung von Geräten über Tools wie Microsoft Intune, Entra ID und Windows Hello for Business unterstützen.
The Verge erwähnte außerdem, dass Unternehmen wie AccuWeather, Best Buy, CVS Health und Target voraussichtlich Solara-Geräte in Pilotprojekten testen werden.
Fragen zu Datenschutz und Verwaltung bleiben offen
Das Badge-Konzept kommt zu einem Zeitpunkt, an dem KI-Wearables wegen Kameras, Mikrofonen, Datenspeicherung und Einwilligung kritisch hinterfragt werden. In Büros könnte ein Gerät, das Gespräche aufzeichnen, Besprechungen transkribieren oder Bilder aufnehmen kann, Bedenken hinsichtlich Compliance und des Datenschutzes von Beschäftigten aufwerfen.
Microsoft hat bereits zuvor Hardware für den Arbeitsplatz entwickelt, darunter HoloLens, dessen Produktion das Unternehmen 2024 nach Jahren der Entwicklung und Problemen bei den Tests eingestellt hat.
Dennoch zeigt Project Solara, wie Microsoft über die nächste Entwicklungsstufe der KI am Arbeitsplatz nachdenkt. Statt Agenten an Apps, Browser und PCs zu binden, testet das Unternehmen Geräte, die KI-Tools mobiler und im Arbeitsalltag sichtbarer machen könnten.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel erschien ursprünglich in unserer Schwesterpublikation TechRepublic.

