Ein neuartiger KI-Test, der von UCL und dem Institute of Cancer Research entwickelt wurde, hilft dabei zu bestimmen, welche Männer mit lokal begrenztem Prostatakrebs mit hohem Risiko positiv auf das Hormontherapeutikum Abirateron ansprechen.
Forschende sagen, der Test könnte die Heilungschancen maximieren und die Kosten des NHS senken, indem sichergestellt wird, dass die Behandlung nur dann verabreicht wird, wenn sie wahrscheinlich wirkt, und unnötige Nebenwirkungen sowie die Verschwendung von Ressourcen vermieden werden.
So funktioniert der KI-Test
Forschende am University College London und am Institute of Cancer Research entwickelten einen KI-Test, der routinemäßig angefertigte Bilder von Prostatatumorbiopsien analysiert und mithilfe fortschrittlicher Algorithmen für das menschliche Auge unsichtbare Merkmale erkennt. Das Tool klassifiziert Patienten danach, wie wahrscheinlich sie von einer Behandlung mit Abirateron profitieren.
Der KI-Test wurde anhand von Biopsieproben von mehr als 1.000 Männern aus der STAMPEDE-Studie getestet. Er identifizierte etwa 25 % der Patienten, deren Fünfjahresrisiko zu sterben bei einer Behandlung mit Abirateron zusätzlich zur standardmäßigen Hormontherapie von 17 % auf 9 % sank. Bei den übrigen 75 % zeigte Abirateron keinen signifikanten Überlebensvorteil, was darauf hindeutet, dass eine alleinige Standardtherapie ausreicht.
Professor Gert Attard, einer der beiden Studienleiter vom UCL Cancer Institute, sagte, die Studie zeige, wie KI-Algorithmen eine Überbehandlung reduzieren und zugleich die Heilungschance für Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs erhöhen können.
Die präzise Auswahl der Behandlung rettet Leben – und Geld
Abirateron ist ein weithin zur Behandlung von Prostatakrebs eingesetztes Hormontherapeutikum, birgt jedoch Risiken wie Bluthochdruck und ein erhöhtes Diabetesrisiko.
Eine präzise Auswahl der Behandlung ist entscheidend, um zu vermeiden, dass Patienten diesen Nebenwirkungen unnötig ausgesetzt werden. Da das KI-Tool genau diejenigen identifiziert, die von Abirateron profitieren, bewahrt es andere vor einer unwirksamen Behandlung und möglichen Schäden.
Indem das Tool die Anwendung des Medikaments auf Patienten beschränkt, die es tatsächlich benötigen, senkt es außerdem die Kosten: zum einen durch geringere Arzneimittelausgaben, zum anderen durch weniger Arztbesuche aufgrund von Nebenwirkungen. Dieser gezielte Ansatz ermöglicht Gesundheitssystemen klare Einsparungen.
Durchbrüche der KI im Gesundheitswesen
Künstliche Intelligenz verändert das Gesundheitswesen , indem sie die Entwicklung von Medikamenten beschleunigt und die diagnostische Genauigkeit verbessert. So hat KI beispielsweise die Zeit für die Bereitstellung von Krebsmedikamenten halbiert und damit den Zugang zu neuen Behandlungen deutlich beschleunigt. Außerdem hat sie eine beeindruckende Genauigkeit von 81 % bei der Vorhersage der Überlebensdauer von Krebspatienten gezeigt und hilft Ärzten dadurch, fundiertere Behandlungsentscheidungen zu treffen.
In der Neurologie haben KI-Modelle eine Erfolgsquote von 78 % bei der Vorhersage einer Alzheimer-Erkrankung erreicht und ermöglichen so eine frühere Diagnose und rechtzeitige Intervention.
Diese Fortschritte unterstreichen die wachsende Rolle der KI dabei, die Geschwindigkeit und Präzision der medizinischen Versorgung zu verbessern, was letztlich zu einer besseren Gesundheit und einem längeren Leben für Patienten in vielen Bereichen der Medizin führt.

