Neurowissenschaftler verklagen Apple wegen mutmaßlicher Nutzung raubkopierter Bücher zum Training von KI-Modellen

Neurowissenschaftler verklagen Apple wegen mutmaßlicher Nutzung raubkopierter Bücher zum Training von KI-Modellen

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eWEEK Staff
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Oct 14, 2025
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Apple sieht sich weiteren Vorwürfen ausgesetzt, nachdem zwei US-amerikanische Neurowissenschaftler eine Bundesklage eingereicht und das Unternehmen beschuldigt haben, gegen das Urheberrecht zu verstoßen.

Die beiden Professoren der State University of New York behaupten, Apple nutze raubkopierte Materialien und Kopien von E-Books, die über die eigene Books-App verkauft werden, um sein Tool für künstliche Intelligenz, Apple Intelligence, zu trainieren.

Laut Bloomberg wurde Apples Modell OpenELM, eines von mehreren, aus denen Apple Intelligence besteht, mit Datensätzen trainiert, zu denen auch eine raubkopierte Datenbank namens Books3 gehört, die die Werke der beiden Professoren Susana Martinez-Conde und Stephen L. Macknik enthält.

Apples KI-Träume

Diese Klagen legen einen grundlegenden Widerspruch in Apples KI-Darstellung offen. Öffentlich betont Apple Techniken zum Schutz der Privatsphäre und lizenzierte Inhalte. Die Vorwürfe zeichnen hinter verschlossenen Türen ein anderes Bild.

Apple zufolge stützen sich seine Modelle auf „öffentlich verfügbare und Open-Source-Daten“ im Umfang von insgesamt 1,8 Billionen Tokens. Anwälte für Urheberrecht halten dagegen, dass „öffentlich verfügbar“ nicht gleichbedeutend mit „rechtmäßig nutzbar“ ist – insbesondere, wenn Schattenbibliotheken ins Spiel kommen.

Der Markt bewegt sich bereits in Richtung sauberer Daten. Unternehmen wie Shutterstock berichten von erheblichen Einnahmen aus der Lizenzierung digitaler Assets an KI-Entwickler – eine Erinnerung daran, dass rechtmäßig erworbene Trainingsdaten einen echten Wert haben.

Gerichte ziehen Grenzen. Das Training mit rechtmäßig erworbenen Inhalten kann als faire Nutzung gelten, doch die Verwendung raubkopierter Materialien überschreitet rechtliche Grenzen. Sollte sich dieser Maßstab durchsetzen, könnte Apple gezwungen sein, seinen KI-Stack ausschließlich mit lizenzierten Inhalten neu aufzubauen.

Bei näherer Betrachtung sind die Auswirkungen noch weitreichender. Rechtliche und gesetzgeberische Entwicklungen zielen darauf ab, spezielle Rahmenbedingungen für geistiges Eigentum im KI-Zeitalter zu schaffen, die Innovation und die Rechte von Urhebern ausbalancieren – möglicherweise mit Schutzvorkehrungen ähnlich dem Content-ID-System von YouTube. Kurzfristig vielleicht schmerzhaft, aber wohl unvermeidlich.

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Warten auf das Urteil

Apples Rechtsstreit ist mehr als ein Unternehmensdrama; er ist ein Präzedenzfall für geistiges Eigentum im KI-Zeitalter. Wie Apple reagiert, wird prägen, wie der Rest der Technologiebranche Trainingsdaten beschafft.

Die Klagen fordern nicht näher bezifferte finanzielle Entschädigungen und gerichtliche Anordnungen, die weitere Urheberrechtsverletzungen unterbinden sollen. Angesichts des Vergleichs über 1,5 Milliarden US-Dollar mit Anthropic im vergangenen Monat und der mutmaßlichen Verletzung von Rechten an fast 200.000 Werken ist das finanzielle Risiko enorm.

Im vergangenen Monat gab es einen ähnlichen Fall, als zwei Autoren behaupteten, Apple habe sein KI-System mit raubkopierten Büchern trainiert.

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