OpenAI hat neue Vereinbarungen mit mehreren Beratungsunternehmen angekündigt, die Unternehmen dabei helfen sollen, ihre KI-Strategie zu definieren und die Einführung von Agenten zu beschleunigen.
Der Betreiber von ChatGPT hat mit Accenture, der Boston Consulting Group (BCG), Capgemini und McKinsey sogenannte „Frontier-Allianzen“ gebildet. Die Initiative soll OpenAIs Tools und Ressourcen erweitern, darunter die Frontier-Intelligenzschicht zur Verbindung unterschiedlicher Systeme sowie vor Ort eingesetzte Ingenieure und weitere technische Spezialisten, die die Implementierung unterstützen.
Das ist eine Win-win-Situation für OpenAI: Das Unternehmen profitiert davon, dass die Beratungen GPT ihren Unternehmenskunden anbieten, ohne selbst ebenso viel technischen Support für deren Einrichtung leisten zu müssen. Zugleich zeigt es, wie stark OpenAIs Ressourcen derzeit beansprucht sind – schließlich stellt das Unternehmen den Beratungen Tools und technische Experten zur Verfügung.
„KI allein treibt keine Transformation voran. Sie muss mit der Strategie verknüpft, in neu gestaltete Prozesse integriert und mit abgestimmten Anreizen und einer entsprechenden Kultur in großem Maßstab eingesetzt werden, um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen“, sagte Christoph Schweizer, CEO der Boston Consulting Group. „Unsere erweiterte Partnerschaft verbindet OpenAIs Frontier-Plattform mit der umfassenden Branchen-, Funktions- und Technologieexpertise von BCG, um messbare Wirkung zu erzielen – mit Schutzvorkehrungen vom ersten Tag an.“
Laut OpenAIs Finanzchefin Sarah Friar entfielen im Januar 40 % des Umsatzes auf Unternehmenskunden. Sie erwartet, dass dieser Anteil bis zum Jahresende auf etwa 50 % steigt.
OpenAI will im Unternehmensgeschäft wieder an Dynamik gewinnen
Der Schritt erfolgt, während OpenAI nach einer Reihe aufsehenerregender Ankündigungen der Rivalen Anthropic und Google versucht, im Unternehmensmarkt wieder Boden gutzumachen. Insbesondere Anthropic hat branchenspezifische Neuerungen eingeführt, darunter ein Rechts-Tool zum Lesen und Analysieren von Gerichtsunterlagen sowie ein weiteres Tool, das auf den Finanzsektor abzielt.
Auch Anthropics Claude Code wurde vielfach als führendes Tool für generatives Programmieren und Code-Unterstützung gelobt. Der Wettbewerb zwischen den Unternehmen hat sich in den vergangenen Monaten verschärft; Anthropic nutzte sogar einen Werbespot während des Super Bowls, um OpenAIs Entscheidung zur Einführung von Anzeigen zu kritisieren in ChatGPT.
Auch wenn OpenAI im Unternehmensgeschäft möglicherweise einen Teil des narrativen Schwungs eingebüßt hat, ist das Unternehmen in diesem Bereich weiterhin der größte Anbieter, selbst nachdem Anthropic und Google 2025 den Abstand verkleinert haben.
Im Unternehmensgeschäft könnte der größte Wert der KI liegen
Eine führende Position im Unternehmensgeschäft könnte sich letztlich als wertvoller erweisen als die Dominanz bei Chatbots für Verbraucher.
Während OpenAI KI-Assistenten als Zukunft der Suche positioniert hat, hat sich das traditionelle Suchverhalten als erstaunlich stabil erwiesen. Google erklärte kürzlich bei einer Bilanzkonferenz, die Nutzer würden nicht weniger suchen, was teilweise auf die Integration von AI Overviews und Gemini zurückzuführen sei. Zudem steige der Umsatz pro Nutzer aus der Suche weiter.
Für viele Verbraucher sind textbasierte Links weiterhin ausreichend, doch Chatbots müssen nicht ausschließlich als Suchalternativen konkurrieren. Ihr größerer Wert könnte in Anwendungsfällen im Unternehmensumfeld liegen – von der Einführung von Agenten und der Automatisierung von Arbeitsabläufen bis hin zum Programmieren und anderen generativen Funktionen, die KI direkt in Geschäftsprozesse integrieren.
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