Käufer, freut euch! Bankguthaben, nehmt euch in Acht! PayPal und OpenAI sind da.
PayPal und OpenAI haben eine Partnerschaft vorgestellt, durch die PayPal zum ersten großen Zahlungsanbieter wird, der direkt in ChatGPT integriert ist.
Die Zusammenarbeit verbindet die 400 Millionen PayPal-Käufer über etwas namens Agentic Commerce Protocol mit den 800 Millionen wöchentlichen ChatGPT-Nutzern und schafft damit eine spannende Entwicklung im Conversational Commerce.
Ab dem kommenden Jahr können Sie sich darüber unterhalten, was Sie möchten, und den Kauf abschließen, ohne ChatGPT zu verlassen. Vielleicht müssen Sie dann nie wieder Ihr Zuhause verlassen – wie eine abgrundtief traurige Figur in einem dystopischen Science-Fiction-Roman.
Wie auch immer: Die Integration beseitigt die üblichen holprigen Schritte zwischen Entdecken, Austausch und Bezahlvorgang. Reden, auswählen, bezahlen, fertig. Die PayPal-Aktie legte nach der heutigen Nachricht (28. Oktober) im vorbörslichen Handel um 15 % zu – ein schnelles Signal dafür, dass Anleger auf diesen KI-zentrierten Vorstoß setzen, zu dem auch jüngste Partnerschaften mit Perplexity, Google und Shopify gehören.
Im Hintergrund
Das Agentic Commerce Protocol von OpenAI, kurz ACP, ermöglicht es KI-Systemen, komplette Einkaufs- und Bezahlvorgänge eigenständig abzuwickeln. Verbraucher können dadurch mit deutlich weniger Reibung direkt über KI-Oberflächen wie ChatGPT einkaufen.
PayPal übernimmt im Hintergrund die aufwendige Arbeit. Das Zahlungsunternehmen leitet Transaktionen an den richtigen Händler weiter, validiert Zahlungen und führt Betrugskontrollen durch – alles über sein Hintergrundsystem, das Kartentransaktionen verarbeitet.
Ab 2026 wird die Integration ausgeweitet. Produktkataloge kleiner Unternehmen und großer Einzelhandelsmarken aus den Bereichen Elektronik, Bekleidung und Haushaltswaren werden innerhalb von ChatGPT-Unterhaltungen durchsuchbar und können dort gekauft werden. So entsteht ein Marktplatz, der dialogorientierte KI mit vertrauten E-Commerce-Strukturen verbindet.
Ihr Einkaufserlebnis
Sie können Ihre bestehende PayPal-Wallet nutzen – unabhängig davon, ob sie verknüpfte Bankkonten, Kreditkarten oder gespeicherte Guthaben enthält. Außerdem behalten Sie PayPals Käuferschutz, etwa die Paketverfolgung und die Beilegung von Streitfällen. Sie fragen sich, was nach dem Klick auf „Kaufen“ passiert? PayPal begleitet Sie vom Warenkorb bis zur Lieferung.
PayPal-CEO Alex Chriss beschrieb die Zusammenarbeit als reibungsloseren Übergang vom Entdecken zum Kauf, bei dem Transaktionen mit nur wenigen Fingertipps innerhalb des Chats abgeschlossen werden.
Händler gewinnen Reichweite, ohne zusätzliche Arbeit leisten zu müssen. Dutzende Millionen PayPal-Händler werden in ChatGPT auffindbar, sodass Käufer Unternehmen, die sie bereits lieben (oder zumindest mögen), finden können, ohne dass jeder Händler eine eigene Integration mit OpenAI entwickeln muss. Zahlungsweiterleitung und -validierung erfolgen automatisch, was sowohl für kleine Geschäfte als auch für große Marken weniger Hürden bedeutet.
Der Handel im Wandel
Auch auf Unternehmensseite gibt es weitere Neuigkeiten. Die Ankündigung enthält Pläne für den Zugang zu ChatGPT Enterprise für mehr als 24.000 PayPal-Mitarbeiter sowie für die Nutzung der Entwicklungstools von OpenAI, darunter Codex. Gemeinsam setzen sie auf eine bestimmte Vorstellung davon, wie Hunderte Millionen Menschen im digitalen Zeitalter Produkte entdecken, bewerten und kaufen werden.
Besonders auffällig ist der neue Einkaufsrhythmus. Aus einem Gespräch wird ein Warenkorb, aus dem Warenkorb eine Lieferung. Wenn das Konzept wie angekündigt umgesetzt wird, könnte es den Onlinehandel vereinfachen und Händlern neue Möglichkeiten eröffnen.
Eine Untersuchung deckt eine Sicherheitslücke auf, die den kürzlich gestarteten Browser ChatGPT Atlas in einen Angriffsvektor gegen die eigenen Nutzer verwandeln kann.
Dieser Artikel wurde von Antony Peyton.

