In indischen Tempeln tauchen zunehmend Roboter-Elefanten auf. Sie ziehen Schaulustige an, verärgern aber Gläubige, die sagen, lebende Elefanten könnten nicht ersetzt werden.
Tierschutzorganisationen haben Tempeln etwa 40 Roboter-Elefanten gespendet, wobei jede Einheit etwa 6.000 US-Dollar kostet. Die Maschinen sollen eine sicherere Alternative zu lebenden Elefanten bieten, die bei Ritualen und Festen eingesetzt werden – insbesondere in kleineren Tempeln, wo Kosten- und Sicherheitsbedenken schwerer zu ignorieren sind.
Tempel testen mechanische Elefanten
Die Roboter-Elefanten sind animatronisch, nicht autonom. Laut der South China Morning Post, die sich auf die Associated Press beruft, bestehen die Maschinen aus Glasfaser, Eisen und Gummi. Ihre Ohren können flattern, ihre Schwänze schwingen und ihre Rüssel Wasser versprühen.
Ihre Grenzen sind dennoch offensichtlich. Die Einheiten sind leichter als echte Elefanten und bewegen sich nicht mit derselben Anmut. Außerdem können sie nicht selbstständig laufen.
Das ist relevant, weil Elefanten bei großen Tempelfesten in Kerala und anderen Teilen Südindiens eine zentrale Rolle spielen. Einige Tiere haben eine treue Anhängerschaft, und für viele Gläubige vermittelt eine Maschine nicht dieselbe Bedeutung.
Den Reiz kann man dennoch leicht nachvollziehen. Lebende Elefanten können teuer zu mieten und in dicht gedrängten Festumgebungen schwer zu handhaben sein. Kleinere Tempel könnten in Roboter-Elefanten eine Möglichkeit sehen, die visuelle Präsenz des Rituals zu bewahren, ohne dieselben Risiken für Tierschutz und Sicherheit einzugehen.
Der Wandel passt zudem zu einem breiteren Robotiktrend. In der Fabrikrobotiktesten Unternehmen humanoide Systeme für körperliche Arbeiten, die sich wiederholen, schwierig sind oder für die sich nur schwer Personal finden lässt.
Der Widerstand ist weiterhin groß
Die Gegenreaktion ist nicht überraschend. Tempelelefanten haben religiöses, kulturelles und wirtschaftliches Gewicht. Besitzer, Elefantenführer, Festveranstalter und Gläubige haben allesamt ein Interesse daran, lebende Elefanten bei Prozessionen einzusetzen.
Doch einige Tempel sind bereit zu experimentieren. Die Times of Indiaberichtete Anfang dieses Jahres, dass zwei Tempel in Cherthala im Bundesstaat Kerala gefangene Elefanten durch Roboter-Elefanten ersetzten, die von der Voices for Asian Elephants Society gesponsert wurden. Die Einheiten waren etwa 10 Fuß hoch und wogen rund 500 kg.
Auch PETA India hat mechanische Elefanten als Möglichkeit propagiert, mit der Tempel den Einsatz gefangener Tiere vermeiden können. Die Organisation präsentiert die Maschinen als Kompromiss: Tempel können einen Teil der Zeremonie bewahren und zugleich lebende Elefanten von lauten, überfüllten Veranstaltungen fernhalten.
Die größere Frage ist, ob sich Roboter-Elefanten über gespendete Einheiten hinaus verbreiten können. Eine Spende nimmt einem Tempel die größten Anschaffungskosten ab. Einen solchen Elefanten zu kaufen und zu warten, ist eine andere Entscheidung.
Auch die Technologie muss sich weiterentwickeln. Ein Roboter-Elefant, der sich nur mit Unterstützung bewegen kann, ist bei kleineren Zeremonien leichter zu akzeptieren als bei großen Festen, deren Mittelpunkt Prozessionen sind. Die Maschinen könnten mit der Zeit lebensechter werden, doch die kulturelle Akzeptanz könnte länger dauern.
Auch andere Debatten über Robotik bewegen sich in dieselbe Richtung. Chinas Vorstoß für digitale Roboter-IDskonzentriert sich auf die Verantwortlichkeit, während Roboter in den öffentlichen Raum vordringen. Teslas Optimus-Zeitplanzeigt unterdessen, wie viel Aufmerksamkeit Robotern gewidmet wird, die im Umfeld von Menschen arbeiten sollen.
Vorerst ersetzen Roboter-Elefanten lebende Elefanten nicht in großem Maßstab. Sie geben kleineren Tempeln eine weitere Option. Der eigentliche Test besteht darin, ob sich mehr Tempel dafür entscheiden, die Maschinen selbst zu kaufen, statt sie über Spendenprogramme anzunehmen.
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