Sakana AI wird Japans wertvollstes Einhorn

Tokyo, Japan

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eWEEK Staff
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Nov 17, 2025
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Für das in Tokio ansässige KI-Unternehmen Sakana AI läuft es derzeit bestens.

Sakana, was auf Japanisch „Fisch“ bedeutet, hat eine Finanzierungsrunde über 135 Millionen US-Dollar abgeschlossen, die die Bewertung des Unternehmens auf 400 Milliarden Yen (2,635 Milliarden US-Dollar) hebt. Das Unternehmen will die neuen Mittel für Forschung und Entwicklung, den Ausbau angewandter KI sowie Investitionen und potenzielle Fusionen und Übernahmen nutzen.

Der neuartige Ansatz des Unternehmens bei der Modellentwicklung – inspiriert von der Natur und kollektiver Intelligenz – zieht sowohl globale Investoren als auch große japanische Konzerne an.

An einem guten „Platz“

Das „Fisch“-Thema wurde gewählt, um den Ansatz widerzuspiegeln: Mehrere einfachere Komponenten arbeiten wie ein Fischschwarm zusammen, statt dass ein einziges gewaltiges monolithisches Modell zum Einsatz kommt.

Laut der Ankündigungvon Sakana AI gehört die Finanzierungsrunde der Serie B zu den größten KI-Investitionen der vergangenen Zeit in Japan.

Die Finanzierung stammt von einer Mischung japanischer und internationaler Investoren, darunter Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG), Khosla Ventures, Macquarie Capital, Lux Capital, New Enterprise Associates, MPower Partners, Ora Global und In-Q-Tel (IQT).

Die Ankündigung von Sakana AI erfolgt vor dem Hintergrund wachsender globaler Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der KI-Entwicklung. Große Unternehmen weltweit investieren beispiellose Summen in Rechenzentren, GPU-Cluster und energieintensive Trainingsläufe.

Das Unternehmen versteht seine Mission als direkte Antwort auf diesen Trend und erklärt: „Derzeit erleben wir, wie in einem möglicherweise nicht nachhaltigen Tempo Rekordsummen in KI-Rechenleistung fließen, KI-Unternehmen ohne klaren Weg zur Profitabilität finanziert werden und beispiellose Energiemengen verbraucht werden.“

Diese Kritik greift eine wachsende Debatte unter Ökonomen, Politikern und Technologen auf: Ist die derzeitige Entwicklung – dominiert von riesigen Basismodellen, die nahezu unbegrenzte Ressourcen benötigen – langfristig tragfähig? Japan ist dabei mit besonderen strukturellen Einschränkungen konfrontiert: begrenzten Energiereserven, weniger Hyperscale-Rechenzentren und demografischem Druck, der sowohl die Zahl der Arbeitskräfte als auch die Risikobereitschaft verringert.

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Sakana AI stellt infrage, ob Japan versuchen sollte, die maßstabsbasierten Strategien der USA oder Chinas zu kopieren.

„Aber ist das wirklich die Zukunft, die wir gestalten wollen? Als KI-Forschungs- und Entwicklungsunternehmen in Tokio fragen auch wir uns, ob dies für Japan – eine Nation mit begrenzten Ressourcen – der richtige Ansatz ist, um seine souveräne KI aufzubauen.“

Von der Natur inspirierte KI

Sakana AI positioniert sich als Alternative und argumentiert, dass Intelligenz – und die Evolution selbst – aus Knappheit und nicht aus Überfluss entsteht.

Die Philosophie des Unternehmens prägt seit Beginn seine Forschungsrichtung. Statt immer größere Modelle von Grund auf zu trainieren, konzentriert sich Sakana AI auf das evolutionäre Zusammenführen von Modellen, um Fähigkeiten bestehender Open-Source-Modelle zu kombinieren, auf Baumsuchverfahren zur Integration und Optimierung proprietärer Modelle sowie auf sich selbst weiterentwickelnde Architekturen, die ihren eigenen Code verbessern können.

Sakana AI arbeitet zwar als Forschungsorganisation an der technologischen Spitze, hat aber auch einen kommerziellen Geschäftsbereich aufgebaut, der direkt mit großen japanischen Unternehmen zusammenarbeitet.

Zu den wichtigsten Partnerschaften gehören MUFG und Daiwa Securities Group, für die Sakana AI bei der Entwicklung domänenspezifischer KI-Systeme für Finanzgeschäfte hilft. Dazu gehört, Modelle an Japans einzigartige Berufskultur, implizites Geschäftswissen und regulierte Umgebungen anzupassen.

Zahlen und Menschen

Japans alternde Bevölkerung und schrumpfende Erwerbsbevölkerung machen die Einführung von KI besonders dringlich. Da weniger menschliche Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, werden Automatisierung und intelligente Systeme erforderlich sein, um die Produktivität in Bereichen wie Finanzwesen, Fertigung, Logistik und Gesundheitswesen aufrechtzuerhalten.

Daher weitet das Unternehmen seine Aktivitäten über das Finanzwesen hinaus auf Verteidigung, Nachrichtendienste und Fertigung aus – ein Spiegelbild des wachsenden staatlichen Interesses an nationalen KI-Kapazitäten.

Jeff Bezos, Gründer von Amazon und einer der reichsten Menschen der Welt, kehrt mit einem neuen KI-Unternehmen.

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