Salesforce plant laut Bloomberg, das sich auf eine nicht näher benannte Quelle beruft, 1.000 Stellen abzubauen und Mitarbeitende für neue KI-Produkte einzustellen. Die betroffenen Beschäftigten sollen sich Berichten zufolge auf andere interne Positionen bewerben können.
Im Januar 2024 beschäftigte das Unternehmen mit Sitz in San Francisco knapp 73.000 Mitarbeitende. Rund 51 % der Salesforce-Beschäftigten arbeiten in den USA, 49 % sind international tätig.
Salesforce wird voraussichtlich bis Ende Februar seine Ergebnisse für das vierte Quartal vorlegen.
Salesforces KI-Fokus und offene Vertriebsstellen
Das auf Software für Kundenbeziehungsmanagement spezialisierte Unternehmen hat nicht mitgeteilt, wo die internen Kürzungen stattfinden werden. Gleichzeitig stellt das Unternehmen im Zuge der gemeldeten Entlassungen derzeit aktiv Vertriebsmitarbeitende ein, die seine KI-Produkte bei Kunden bewerben sollen.
Salesforce hat mehr als 1.000 kostenpflichtige Verträge für seine Plattform Agentforce, die KI-gestützte virtuelle Vertreter erstellt, unterzeichnet, so CEO Marc Benioff. In einem Podcast im Dezember 2024 sagte Benioff, Salesforce werde in diesem Jahr keine weiteren Softwareentwickler einstellen , weil die Produktivität durch KI um mehr als 30 % gestiegen sei.
Was ist Agentforce?
Agentforce-Agenten arbeiten autonom und rufen bei Bedarf Daten ab, um für jede Aufgabe Aktionspläne zu erstellen und diese ohne menschliches Zutun auszuführen. So kann ein Agent beispielsweise anhand von Daten zur Kundeninteraktion eine Gelegenheit für ein Upselling erkennen und eine personalisierte E-Mail an einen potenziellen Kunden erstellen. Die Lösung ist nativ in die gesamte Salesforce Customer 360-Plattform integriert.
Agentforce „ist heute das Einzige, was wirklich zählt“, sagte Benioff im Podcast.
Zu den Unternehmen, die die Plattform nutzen, gehören laut Salesforce Wiley, OpenTable, Saks und ezCater.
Weitere Entlassungen in der Techbranche
Bei Techunternehmen begannen 2023 massive Entlassungswellen, und der Trend hat sich fortgesetzt. In diesem Jahr haben Amazon, Microsoft und Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, bereits ihre Belegschaften im Konzern verkleinert. Microsoft nahm laut Business Insider Mitarbeitende ins Visier, die das Unternehmen als leistungsschwach eingestuft hatte.
Ende 2024 kam es bei verschiedenen Technologieunternehmen zu Entlassungen, darunter Yahoo, Calendly, AMD, iRobot, Mozilla und Akamai.
Der unabhängige Tracker für Entlassungen Layoffs.fyi berichtete, dass in diesem Jahr bislang 31 Techunternehmen etwas mehr als 7.000 Mitarbeitende entlassen haben. Im Jahr 2024 wurden demnach bei 542 Unternehmen mehr als 150.000 Stellen gestrichen, 2023 waren es 264.000, wie die Website berichtete.

