Die schwelende Rivalität zwischen Salesforce und Microsoft ist kürzlich dank scharfer Worte von Salesforce-CEO Marc Benioff eskaliert. In einem kürzlich geführten Interview warf Benioff Microsofts Copilot-KI vor, ihre Versprechen nicht einzulösen, und beschuldigte das Unternehmen, den Unternehmensmarkt in die Irre zu führen.
Microsoft-Kunden seien „Dinge über Unternehmens-KI, vielleicht über KI insgesamt, erzählt worden, die nicht wahr sind“, sagte Benioff gegenüber Business Insider. Er ging sogar so weit anzudeuten, dass Microsoft der KI-Branche und der Forschung, die in die Entwicklung der Technologie geflossen ist, einen immensen Bärendienst erwiesen habe.
Benioffs Äußerungen fielen nur wenige Tage, bevor Salesforce am seine neue Plattform für autonome KI-Agenten, dem 29. Oktober 2024, Agentforce auf den Markt brachte. Er pries an, dass Agentforce kein Training benötige und innerhalb weniger Minuten eingerichtet werden könne, und stellte es dem gegenüber, was er als die Komplexität und Einschränkungen der Angebote von Microsoft wahrnimmt. Allerdings räumt er ein, dass selbst die KI-Lösungen von Salesforce noch nicht in der Lage sind, die größten Herausforderungen der Menschheit zu bewältigen – etwa Krankheiten zu heilen oder globale Krisen zu lösen, wie manche Experten davon ausgehen, dass die Technologie dies eines Tages können wird.
Im Gegensatz dazu
Microsoft nahm Benioffs Äußerungen nicht einfach hin. Stattdessen unterstrich der Technologieriese seinen wachsenden Einfluss auf dem KI-Markt, indem er Daten mit Fortune teilte, denen zufolge 60 Prozent der Fortune-500-Unternehmen Microsoft Copilot nutzen. Zudem gab das Unternehmen bekannt, dass seine Copilot-Kundenbasis im Vergleich zum Vorquartal um 60 Prozent gewachsen sei, und betonte damit die Beliebtheit und breite Akzeptanz des Tools.
Fairerweise richtete sich Benioffs Kritik nicht nur gegen Microsoft – er nahm die gesamte KI-Branche wegen der übertriebenen Darstellung der Fähigkeiten dieser Technologie ins Visier. Als Appell an mehr Ehrlichkeit forderte er Entwickler und Anbieter auf, ihre Aussagen anzupassen und realistischer einzuschätzen, was tatsächlich möglich ist.
Der anhaltende Sprung zu autonomen KI-Agenten kommt dem näher, was KI leisten kann – etwa logische Entscheidungen zu treffen, Probleme zu lösen und Aufgaben selbstständig auszuführen –, doch es gibt noch viel Arbeit und Forschung zu leisten.
Wer führt das KI-Rennen?
Der Wettbewerb zwischen Salesforce und Microsoft um autonome KI-Agenten dürfte weitergehen, insbesondere da die Veröffentlichung von Agentforce durch Salesforce das Rennen weiter anheizt. Betrachtet man autonome Agenten jedoch im Gesamtbild, sind sie nur ein Element des aktuellen Stands der künstlichen Intelligenz. Nasdaq führt drei Unternehmen als Branchenführer auf:
- Nvidia steht an erster Stelle – ohne die Grafikprozessoren (GPUs) des Unternehmens wäre der Betrieb von KI-Modellen wie ChatGPT nicht möglich.
- Microsoft belegt dank seiner Partnerschaft mit OpenAI und seiner Fähigkeit, KI problemlos in seinen Produkten bereitzustellen, den zweiten Platz.
- Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, steht an dritter Stelle – das Unternehmen integrierte KI in Google und YouTube, um die Suchergebnisse zu verbessern, und entwickelte als Reaktion auf ChatGPT Gemini.
Es ist schwer zu bestreiten, dass Salesforce das führende KI-Unternehmen im Bereich Customer Relationship Management (CRM) ist. Das erinnert daran, wie weitläufig die KI-Branche ist und wie sie jeden Winkel der Technologie neu gestaltet.
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