Die US-Chipbeschränkungen könnten chinesischen Ausrüstungsherstellern unerwartete Chancen eröffnen.
Samsung Electronics und SK Hynix haben Berichten zufolge Ätzanlagen von Advanced Micro-Fabrication Equipment aus China für einen möglichen Einsatz in ihren chinesischen Fabriken getestet, berichtet Reuters unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Evaluierungen könnten den koreanischen Speicherchipherstellern helfen, sich auf strengere Beschränkungen für US-Anlagen, deren Wartung und Ersatzteile vorzubereiten.
Beide Unternehmen bestreiten diese Darstellung. Samsung erklärte, man habe weder AMEC-Anlagen für seine Fabrik in China getestet noch dies in Betracht gezogen, während SK Hynix mitteilte, keine AMEC-Tools für den Einsatz in China getestet zu haben.
Der Druck durch US-Exportkontrollen
Die gemeldeten Tests finden vor dem Hintergrund sich wandelnder US-Beschränkungen für Halbleiter statt.
Samsung und SK Hynix wurden 2023 vom US-Handelsministerium als „validierte Endnutzer“ eingestuft, wodurch ihre chinesischen Fabriken bestimmte kontrollierte US-Anlagen ohne separate Lizenzen erhalten durften. Diese Genehmigung wurde 2025 widerrufen, und die Unternehmen erhielten später Jahreslizenzen für die Einfuhr von Anlagen im Jahr 2026.
Laut Reuters befürchten die Unternehmen, dass künftige Beschränkungen über neue Anlagen hinausgehen und die Wartung, Reparaturen oder Ersatzteile für westliche Tools betreffen könnten, die bereits in ihren chinesischen Produktionsstätten eingesetzt werden.
Bei der gemeldeten Strategie geht es weniger um den Ausbau der Fertigung in China als darum, bestehende Produktionslinien am Laufen zu halten, falls der Zugang zu US-amerikanischen und anderen westlichen Zulieferern schwieriger wird.
Warum AMEC profitieren könnte
AMEC liefert bereits Anlagen an große chinesische Chiphersteller, darunter Yangtze Memory Technologies Co.; chinesische Ausrüstungshersteller haben zudem in Bereichen wie Ätzen, Abscheidung, Reinigung und Planarisierung Fortschritte erzielt.
Reuters berichtete unter Berufung auf Dan Hutcheson, Vice Chair von TechInsights, dass chinesische Anlagen zur Chipherstellung 20 % bis 30 % weniger kosten können als vergleichbare Anlagen etablierter ausländischer Anbieter.
Eine erfolgreiche Qualifizierung bei Samsung oder SK Hynix wäre eine bedeutende kommerzielle Anerkennung für Chinas Halbleiterausrüstungsbranche, die bei fortschrittlicher Lithografie und einigen Inspektionstechnologien noch hinter den globalen Marktführern zurückliegt.
Die Evaluierungen verdeutlichen eine unbeabsichtigte Folge der US-Halbleiterpolitik. Beschränkungen, die Chinas technologische Ambitionen eindämmen sollen, könnten ausländische Hersteller mit Aktivitäten in China auch dazu bewegen, ihre Ausrüstungslieferanten zu diversifizieren.
Für etablierte Ausrüstungshersteller wie Applied Materials, Lam Research und KLA könnte dadurch ein stärkerer langfristiger Wettbewerb entstehen, wenn chinesische Anbieter die Produktqualität weiter verbessern und gleichzeitig niedrigere Preise beibehalten.
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