Singapurs Vorstoß bei der KI-Infrastruktur: 200 MW neue Rechenzentrumskapazität vergeben

Rows of high-density servers.

Rows of high-density servers highlight the computing infrastructure powering the growing demand for enterprise AI. Image: Generated via Google’s Nano Banana

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Matt Gonzales
Matt Gonzales
Aug 26, 2026
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Singapurs KI-Ambitionen stoßen auf eine physische Realität: Fortschrittliche Modelle brauchen einen Ort, an dem sie betrieben werden können.

Der Stadtstaat hat Digital Realty, Equinix, Keppel Data Centres und ST Telemedia Global Data Centres vorläufig 200 MW neue Rechenzentrumskapazität zugeteilt, wie aus einer Ankündigung des Economic Development Boardvom 21. August hervorgeht. Jedes Unternehmen erhielt im Rahmen der zweiten Ausschreibung Singapurs für Rechenzentren – Data Centre – Call for Application oder DC-CFA2 – eine vorläufige Zuteilung von 50 MW.

Der Ausbau könnte Singapur mehr Spielraum für Cloud- und High-Performance-Computing-Infrastruktur verschaffen, die mit der Entwicklung neuer Kapazitäten zunehmend Unternehmens-KI unterstützt. Zugleich zeigt sich daran, wie sich das KI-Rennen über Modelle und Chips hinaus auf eine weitere zunehmend strategische Ressource ausweitet: den Zugang zu Strom, Kühlung, Konnektivität und Rechenzentrumsflächen.

Die wichtigsten Erkenntnisse von eWeek:

Ein genauerer Blick auf Singapurs Rechenzentrumspläne zeigt, dass die Zuteilung von 200 MW Teil einer deutlich größeren Infrastrukturstrategie ist:

  • Singapur verfügt bereits über eine beträchtliche Größe. Im Land gibt es mehr als 70 Rechenzentren mit einer Gesamtkapazität von etwa 1,4 GW. Damit entsprechen die neu zugeteilten 200 MW rund 14 % der derzeitigen Kapazität.
  • Es gibt erheblichen Raum für weiteres Wachstum. Singapur hat auf Jurong Island etwa 20 Hektar für einen CO₂-armen Rechenzentrumspark reserviert, der letztlich bis zu 700 MW unterstützen könnte.
  • KI prägt den Ausbau. Singapur erklärt, die Rechenzentrumsinfrastruktur auszubauen, um die wachsende Nachfrage aus den Bereichen Cloud Computing, KI und digitale Dienste zu bedienen.
  • Die Leistungsdichte von KI steigt rasant. ST Telemedia Global Data Centres testet an der Nanyang Technological University ein HGÜ-System, das extrem hochdichte Server-Racks mit mehr als 1 MW unterstützen soll. Das verdeutlicht die Größenordnung der Herausforderungen bei der Stromversorgung künftiger KI-Infrastruktur.
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Zusammengenommen legen diese Zahlen nahe, dass Singapur mehr tut, als lediglich Serverkapazität hinzuzufügen. Der Stadtstaat versucht, eine KI-taugliche Infrastrukturebene aufzubauen und zugleich die Nutzung von Energie und Nachhaltigkeit streng zu kontrollieren.

Der Ausbau um 200 MW ist nur ein Teil des Plans

Singapurs Economic Development Board und die Infocomm Media Development Authority haben Digital Realty, Equinix, Keppel Data Centres und ST Telemedia Global Data Centres für die neuen Kapazitäten ausgewählt.

Jeder Betreiber erhielt eine vorläufige Zuteilung von 50 MW.

Singapur erklärt, die Rechenzentrumsinfrastruktur auszubauen, um die wachsende Nachfrage aus den Bereichen Cloud Computing, KI und digitale Dienste zu bedienen.

Das passt zu den umfassenderen Bestrebungen, Singapur zu einem regionalen Zentrum für den Einsatz dieser Technologie zu machen. Anfang dieses Jahres verpflichtete sich OpenAI in Singapur mehr als 300 Millionen S$ zu investieren, um dort sein erstes Applied AI Lab außerhalb der USA aufzubauen. Im Mittelpunkt steht die Unterstützung von Unternehmen und Regierungsorganisationen bei der Einführung bestehender KI-Systeme.

Diese Anwendungen sind letztlich auf die darunterliegende Infrastruktur angewiesen. Das Trainieren von Modellen, die Ausführung von Inferenz, die Verwaltung von Unternehmensdaten und der Betrieb von KI-Agenten im großen Maßstab stellen allesamt neue Anforderungen an die Rechenkapazität.

Eine aktuelle Umfrage von Google Cloud verdeutlichte, wie schnell sich diese Anforderungen verändern:{ 83 % der Unternehmen erklärten, dass ihre Infrastruktur modernisiert werden müsse, um produktionsreife agentische KI zu unterstützen.

Singapur setzt dem Boom bei KI-Rechenzentren Grenzen

Singapur öffnet nicht einfach die Schleusen für weitere Serverfarmen.

Seit der Aufhebung eines dreijährigen Moratoriums im Jahr 2022 verfolgt Singapur bei neuen Rechenzentrumskapazitäten einen selektiven Ansatz. Dabei gilt es, die steigende Nachfrage nach Rechenleistung mit Einschränkungen bei Land, Energie und Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen.

Die Green Data Centre Roadmap sieht kurzfristig mindestens 300 MW zusätzliche Kapazität vor; durch den Einsatz grüner Energie könnten potenziell weitere 200 MW oder mehr erschlossen werden. Die Roadmap fordert außerdem eine höhere Energieeffizienz bei Rechenzentrumshardware und -software sowie eine verstärkte Nutzung grüner Energiequellen.

Kühlung und Stromversorgung gewinnen an Bedeutung, da die Racks durch GPUs und andere KI-Beschleuniger immer dichter bestückt werden.

Ein Beispiel ist der FutureGrid Accelerator von STT GDC, ein HGÜ-Testfeld für KI-Infrastruktur an der Nanyang Technological University. Das Projekt soll extrem hochdichte Racks mit mehr als 1 MW bei höherer Zuverlässigkeit und geringeren Kosten unterstützen. STT GDC zufolge kann HGÜ im Vergleich zu Wechselstromsystemen Energieeinsparungen von bis zu 30 % ermöglichen.

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Ein großer Teil von Singapurs künftiger Expansion bei Rechenzentren konzentriert sich ebenfalls auf Jurong Island. Das Land hat dort rund 20 Hektar für seinen größten CO₂-armen Rechenzentrumspark reserviert, der letztlich bis zu 700 MW unterstützen könnte. Betreiber können auf der Insel gemeinsame Infrastrukturen für Energiespeicherung und Versorgungsdienste sowie neu entstehende CO₂-arme Energiequellen nutzen.

Auch die vier im Rahmen von DC-CFA2 ausgewählten Projekte werden auf Jurong Island angesiedelt. Die Zuteilung vom 21. August ist vorläufig. Die 200 MW stehen daher für künftige, den vier Betreibern zugeteilte Kapazität und nicht für 200 MW Rechenzentrumsinfrastruktur, die bereits in Betrieb ist.

Dieser Ansatz spiegelt ein Dilemma wider, vor dem Regierungen weltweit stehen. KI-Infrastruktur kann Investitionen, Arbeitsplätze, Cloud-Kapazität und Zugang zu fortschrittlicher Rechenleistung schaffen. Die physische Infrastruktur, die sie unterstützt, erfordert jedoch auch beträchtliche Mengen an Strom sowie zunehmend ausgefeilte Kühlungs- und Elektrosysteme.

Dieser Ausbau schafft bereits einen neuen Arbeitsmarkt. In den USA treibt das Wachstum von Rechenzentren die Nachfrage nach Ingenieuren, Technikern, Elektrikern und anderen Infrastrukturfachkräften an – darunter auch Positionen mit mittleren Jahresgehältern im sechsstelligen Bereich.

Warum 200 MW für Singapurs Ambitionen bei Unternehmens-KI wichtig sind

Singapur beherbergt laut dem EDB bereits mehr als 70 Rechenzentren mit einer Kapazität von rund 1,4 GW. Weitere 200 MW entsprechen daher etwa 14 % dieser bestehenden Kapazität, auch wenn die neuen Kapazitäten nicht alle gleichzeitig ans Netz gehen werden.

Noch wichtiger ist, dass Singapurs Politik das künftige Wachstum von Rechenzentren zunehmend mit der Nachfrage nach KI, Energieeffizienz und dem Zugang zu CO₂-ärmerem Strom verknüpft. Im Rahmen von DC-CFA2 wurden die Vorschläge teilweise danach bewertet, inwieweit sie Singapur als vertrauenswürdigen Standort für KI- und Rechenzentrumsinvestitionen stärken, durch Bereiche wie Innovation und Talententwicklung beitragen und die Einführung grüner Energie beschleunigen.

Die vier ausgewählten Projekte haben sich im Rahmen des DC-CFA2-Verfahrens außerdem zu grüner Energie und energieeffizienter Infrastruktur verpflichtet. Die Regierung entscheidet damit faktisch nicht nur darüber, wie viel Infrastruktur gebaut wird, sondern auch, wie diese Infrastruktur in die Land- und Energiebegrenzungen des Landes passt.

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Das könnte zu einem zunehmend wichtigen Modell werden, während sich Unternehmens-KI ausweitet. Beim KI-Rennen geht es nicht mehr nur darum, wer das leistungsfähigste Modell entwickeln oder sich die neuesten Chips sichern kann. Länder benötigen außerdem genügend Strom, Kühlung, Netzwerke und physischen Raum, um diese Systeme im großen Maßstab zu betreiben.

Singapurs nächste Schritte werden daher genau zu beobachten sein. Die Regierung hat bereits die Grundlage für eine deutlich größere Rechenzentrumslandschaft auf Jurong Island geschaffen, während der Technologiesektor des Landes Infrastruktur für immer anspruchsvollere KI-Workloads erprobt.

Für Unternehmen, die in ganz Asien stark auf KI setzen, lautet die größere Frage, wie viel dieser potenziellen Kapazität Singapur letztlich ans Netz bringt und ob der Versuch, Rechenleistung im Maßstab von KI mit strengeren Energieauflagen zu verbinden, zu einem Modell für andere Technologiezentren werden kann.

Lesen Sie auch: Microsofts Engpass bei der KI-Stromversorgung zeigt, wie Strom und Rechenzentrumskapazität zu kritischen Einschränkungen für das KI-Wachstum werden.

Matt Gonzales

Matt Gonzales is the Managing Editor of Cybersecurity for eSecurity Planet. An award-winning journalist and editor, Matt brings over a decade of expertise across diverse fields, including technology, cybersecurity, and military acquisition. He combines his editorial experience with a keen eye for industry trends, ensuring readers stay informed about the latest developments in cybersecurity.

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