Das südkoreanische Verteidigungsministerium prüft eine Partnerschaft mit Hyundai Motor Company, um Roboter bei militärischen Einsätzen einzusetzen.
Die Gespräche befinden sich noch in einem frühen Stadium, doch der Schwerpunkt zeichnet sich bereits ab: Statt bewaffneter humanoider Kämpfer untersucht das Militär, wie Maschinen bei Überwachung, Aufklärung, Logistik und anderen Unterstützungsaufgaben helfen könnten, die normalerweise eine große Zahl von Soldaten erfordern.
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer sich verschärfenden demografischen Krise in Südkorea. Die aktive Truppenstärke des Landes ist in den vergangenen sechs Jahren um etwa 20 % gesunken und liegt nun bei rund 450.000 Soldaten. Das Verteidigungsministerium erwartet, dass diese Zahl bis 2040 weiter auf etwa 350.000 zurückgeht.
Vertreter erklärten gegenüber Bloomberg , dass das Militär angesichts des Wandels der Bedingungen auf dem Schlachtfeld und der schwieriger werdenden Ersetzbarkeit von Personal eine „hochmoderne, wissenschaftlich ausgerichtete Truppe“ aufbauen wolle.
Roboterhunde, Droidenplattformen und tragbare Technologie
Bloomberg berichtete unter Berufung auf die Korea Economic Daily, dass das Militär Roboter für Aufgaben ohne Kampfauftrag wie Überwachung, Aufklärung und logistische Unterstützung in Betracht zieht.
Zu den Technologien, die Berichten zufolge geprüft werden, gehören der vierbeinige Roboter Spot von Boston Dynamics, Hyundais MobED-Mobilplattform sowie das tragbare Exoskelett X-ble Shoulder, das die Belastung beim Heben schwerer Lasten verringern soll.
Es wird nicht erwartet, dass die Systeme Waffen tragen. Stattdessen scheint der Schwerpunkt darauf zu liegen, die Belastung des menschlichen Personals zu verringern und sich wiederholende oder gefährliche Arbeiten zu übernehmen. Spot könnte für Patrouillen am Rand des Einsatzgebiets und Aufklärungsmissionen eingesetzt werden, während MobED bei Überwachungsoperationen helfen könnte. Das ursprünglich für Industriearbeiter entwickelte X-ble Shoulder könnte Soldaten dabei unterstützen, Ausrüstung effizienter zu tragen.
Ein Personalproblem wird zum Testfall für Robotik
Die Gespräche zeigen außerdem, wie Automobil- und Robotiktechnologien zunehmend in den Verteidigungsbereich vordringen.
„Robotik ist ein Bereich ohne Altlasten. Roboter können auf den in autonomen Fahrzeugen etablierten elektrischen und elektronischen Technologien aufbauen, was eine sehr schnelle Verbreitung ermöglicht“, sagte Esther Yim, Analystin bei Samsung Securities, gegenüber Bloomberg.
Hyundai hat sein Geschäft stetig über Autos hinaus auf Automatisierung, KI und Industrierobotik ausgeweitet. Das Unternehmen hat bereits Löschroboter eingesetzt und testet KI-gestützte humanoide Systeme in industriellen Umgebungen wie Werften und Fabriken.
Bloomberg merkte an, dass der Einsatz von Spot-Robotern nahe der koreanischen Grenze einen bedeutenden Meilenstein für Hyundais Robotikgeschäft jenseits der Nutzung in Fabriken und im kommerziellen Bereich darstellen würde.
Ein Verteidigungsvertrag unabhängig von seiner Größenordnung würde für Hyundai eine bedeutende Expansion über den kommerziellen Robotikmarkt hinaus darstellen und einen Testfall bilden, den andere Regierungen mit ähnlichen demografischen Engpässen genau beobachten dürften.
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