Der Boom bei KI-Chips hat TSMC gerade ein weiteres Rekordquartal beschert.
Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC), der weltweit größte Auftragsfertiger von Chips, meldete im zweiten Quartal einen Rekordumsatz, da die Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz weiterhin die Bestellungen großer Technologieunternehmen antrieb.
Das Unternehmen erzielte im Quartal von April bis Juni einen Umsatz von 1,27 Billionen Taiwan-Dollar (etwa 40 Milliarden US-Dollar), 36 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Das von LSEG zusammengestellte Ergebnis lag laut Reuters leicht über den Erwartungen der Analysten und innerhalb des oberen Endes der zuvor vom Unternehmen prognostizierten Umsatzspanne.
Reuters berichtete außerdem, dass der Juni für TSMC besonders stark ausfiel. Der Monatsumsatz erreichte 442,68 Milliarden Taiwan-Dollar – ein Anstieg von 67,9 % gegenüber dem Vorjahr und von 6,2 % gegenüber Mai. Für einen Monat, in dem es in den vergangenen Jahren üblicherweise saisonale Rückgänge gab, ist das ein ungewöhnlicher Zuwachs.
TSMC liefert fortschrittliche Chips an Kunden wie Nvidia, Apple und AMD und macht seine Monatsumsätze damit zu einem viel beachteten Indikator für die Nachfrage nach Halbleitern im KI-Bereich. Von Reuters zitierte Branchenanalysten erklärten, die jüngsten Zahlen bestätigten, dass die Investitionen in die KI-Infrastruktur weiterhin stark sind – trotz Bedenken hinsichtlich einer nachlassenden Technologieausgaben.
Anleger warten auf das nächste Update
Der Umsatzbericht von TSMC enthielt keine neuen Prognosen. Ein klareres Bild erhalten Anleger jedoch, wenn das Unternehmen später in dieser Woche seine vollständigen Geschäftszahlen für das zweite Quartal veröffentlicht. Laut einem von Reuters zitierten LSEG SmartEstimate erwarten Analysten, dass TSMC einen Anstieg des Quartalsnettogewinns um 58,8 % gegenüber dem Vorjahr melden wird.
Die Märkte werden außerdem auf Änderungen beim Jahresausblick des Unternehmens, bei den Plänen für die Investitionsausgaben und bei den Kapazitäten für fortschrittliche Packaging-Verfahren achten. All dies könnte neue Hinweise auf die Stärke der Nachfrage im KI-Bereich liefern.
Die in Taipeh notierten TSMC-Aktien schlossen vor der Umsatzbekanntgabe rund 1 % höher, während die Aktie laut Reuters im bisherigen Jahresverlauf um etwa 57 % zulegte.
Ein Signal für die gesamte Technologiebranche
Die jüngsten Ergebnisse von TSMC sind weit über das einzelne Unternehmen hinaus relevant, weil sie einen Einblick in die Ausgaben im gesamten KI-Ökosystem geben.
Die starken Umsätze legen nahe, dass Cloud-Anbieter und Chipentwickler weiterhin massiv in KI-Infrastruktur investieren. Davon profitieren Zulieferer entlang der gesamten Halbleiter-Lieferkette – von Chipentwicklern bis zu Speicherherstellern.
Für Unternehmen wie Apple, die auf die modernsten Fertigungsprozesse von TSMC angewiesen sind, könnte die anhaltende Investition in neue Produktionskapazitäten künftige Produkteinführungen unterstützen. Allerdings bleiben Lieferengpässe eine Herausforderung, da KI-Kunden um Fertigungskapazitäten für modernste Chips konkurrieren.
Der Zielkonflikt besteht darin, dass die boomende Nachfrage zugleich zeigt, wie stark die Produktion fortschrittlicher Chips konzentriert ist. Da viele der anspruchsvollsten KI-Chips der Welt auf die Fertigungs- und Packaging-Kapazitäten von TSMC angewiesen sind, könnte die Nachfrage die Kapazitäten für modernste Fertigung und fortschrittliche Packaging-Verfahren weiter unter Druck setzen, während Kunden um das Angebot konkurrieren.
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