Hinter XPENGs Vorstoß bei humanoiden Robotern steht nun der oberste Manager des Unternehmens.
Der Vorsitzende und CEO He Xiaopeng erklärte, dass er persönlich XPENG Robotics leiten werde, während das Unternehmen IRON, seinen humanoiden Roboter, für die Serienproduktion und Kommerzialisierung vorbereitet. Der Schritt zeigt, wie ernst XPENG die Robotik nimmt, während das Unternehmen über Elektrofahrzeuge hinaus expandieren und im zunehmend umkämpften chinesischen Wettlauf um „physische KI“ konkurrieren will.
Die Umstrukturierung erfolgt zudem unter Druck. XPENG verfolgt eine aggressive Robotik-Roadmap, während das Kerngeschäft mit Elektrofahrzeugen finanziell unter Druck steht.
"Die Roboterbranche wird zunehmend heiß umkämpft, und wir haben die Richtung und den Zeitpunkt des Sieges klar erkannt, doch es bedarf weiterhin einer noch anspruchsvolleren Umsetzung und einer äußerst hohen Entscheidungsfähigkeit“, sagte He in dem von Reuters geprüften Brief.
Reuters zufolge erklärte He, die Entscheidung sei „am Vorabend der Serienproduktion und Kommerzialisierung“ von XPENGs im vergangenen Jahr erstmals vorgestellten humanoiden IRON-Robotern getroffen worden.
Die Ankündigung folgt zudem auf den Abgang von Shi Xiaoxin, einem leitenden Robotikmanager, der am IRON-Projekt beteiligt war. XPENG bestätigte, dass Shi von seiner Position als Senior Director für die Planung von Robotikprodukten zurückgetreten sei, nannte jedoch keine weiteren Einzelheiten.
Wetten auf physische KI
Der Führungswechsel unterstreicht XPENGs zunehmenden Fokus über Elektrofahrzeuge hinaus. XPENG positioniert sich zunehmend als Unternehmen für „physische KI“ und expandiert in die Bereiche humanoide Roboter, Robotaxis und sogar Flugfahrzeuge.
Laut DigiTimes Asia änderte XPENG zu Beginn dieses Jahres offiziell seinen Unternehmensnamen von XPENG Motor in XPENG Group, was eine umfassendere Technologiestrategie widerspiegelt. Unternehmensvertreter haben die Robotik als eine der zentralen Säulen dieser Transformation bezeichnet.
He erklärte, dass die Robotiksparte auf Fachwissen aus dem gesamten Unternehmen zurückgreife, darunter aus den Bereichen Entwicklung künstlicher Intelligenz, Hardwaretechnik, Fertigung, Lieferkettenbetrieb und internationales Marketing.
„Die Robotikbranche wird zunehmend umkämpft“, schrieb He in dem von DigiTimes Asia zitierten internen Memo. „XPENG hat eine klare Vorstellung von der Richtung und dem Zeitpunkt des Erfolgs, doch ihn zu erreichen, erfordert eine starke Umsetzung und außergewöhnliche Entscheidungsfähigkeit.“
Produktionszeitplan und Ambitionen für die Skalierung
XPENGs Roadmap sieht einen aggressiven Plan zur Ausweitung der Produktion vor. Das Unternehmen will die Serienproduktion des IRON bis Ende 2026 aufnehmen, zunächst mit einem Ziel von mehr als 1.000 Einheiten pro Monat, bevor die Produktion auf rund 50.000 Einheiten jährlich hochgefahren wird.
Der Piloteinsatz in Einzelhandelsgeschäften wird Anfang 2027 erwartet, gefolgt von kommerziellen Auslieferungen in China und Übersee im weiteren Jahresverlauf. Einsätze in Privathaushalten sind für 2028 vorgesehen.
Finanzieller Druck hält an
Trotz der ambitionierten Roadmap bleibt XPENGs Kerngeschäft unter Druck. Die Ergebnisse des ersten Quartals zeigten, dass der Umsatz im Jahresvergleich um 17,6 % zurückging und sich die Nettoverluste ausweiteten. Damit kehrte sich die kurze Rückkehr in die Gewinnzone Ende 2025 um, berichtete Reuters.
Die Branchenprognosen bleiben dennoch optimistisch. Eine von DigiTimes Asia zitierte Schätzung von Morgan Stanley prognostiziert ein starkes Wachstum des chinesischen Marktes für humanoide Roboter, der bis zum Ende des Jahrzehnts und darüber hinaus deutlich zulegen soll.
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