Im vergangenen Jahr wurden die höchsten durchschnittlichen Kosten einer Datenschutzverletzung seit 17 Jahren verzeichnet: Auf Jahresbasis stiegen die Kosten von 3,86 Millionen US-Dollar auf 4,24 Millionen US-Dollar, laut dem IBM Cost of a Data Breach Report. Klar ist: Unternehmen müssen die richtigen Mitarbeiter und Prozesse einsetzen, um sich auf unermüdliche Cyberangreifer vorzubereiten.
Wenn CIOs, CISOs, CTOs und IT-Manager darüber nachdenken, ihre Cybersicherheitsstrategien zu verbessern, sollten sie berücksichtigen, was im vergangenen Jahr geschehen ist und was sich möglicherweise noch verschlimmern könnte. Im Folgenden werden einige Cybersicherheitsbedrohungen vorgestellt, die hartnäckig fortbestehen – und gegen die jederzeit Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen.
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1) Ransomware-Angriffe verlagern sich auf kleinere Ziele
Ransomware-Angriffe nehmen zu und werden so bald nicht nachlassen. Für Kriminelle sind diese Angriffe eine einfache und risikoarme Möglichkeit, schnell Geld zu verdienen.
Die Strafverfolgungsbehörden konzentrieren sich auf besonders gravierende und aufsehenerregende Angriffe. Dadurch werden sich die wahrscheinlichen Angriffsziele jedoch lediglich auf mittelgroße und kleine Unternehmen verlagern. Die Reaktionen der Strafverfolgungsbehörden fallen möglicherweise weniger entschlossen aus, und die kriminelle Beute bei Angriffen auf SMBs bleibt lukrativ.
2) Endloses Spear-Phishing und Whale-Phishing
Phishing-Angriffe zielen weiterhin auf Personen ab, die Zugriff auf Geld haben – oder von denen die Hacker das annehmen. So kann beispielsweise das E-Mail-Konto eines Mitarbeiters in der Kreditorenbuchhaltung kompromittiert werden. Der Kriminelle lädt dann dessen E-Mails herunter, in denen sich möglicherweise von Lieferanten kopierte Adressbücher befinden.
Angreifer werden versuchen, Lieferanten dazu zu bringen, Geld auf ein neues Bankkonto zu überweisen – und das wird manchmal erfolgreich sein. Außerdem nutzen Angreifer das Adressbuch, um neue Personen mit Spam zu bombardieren und deren E-Mail-Konten zu kompromittieren. So entsteht ein nahezu endloser Kreislauf aus Phishing. Da die Angreifer nun über eine geschaffene Grundlage verfügen, werden sie die Angriffe auf bereits kompromittierte Nutzer verstärken.
3) Kriminelle machen keinen Tag Pause
Kriminelle arbeiten nicht in der üblichen 9-bis-5-Uhr-Woche mit 40 Stunden und haben schon gar keinen Urlaub – sie greifen daher an, wann immer es ihnen Vorteile bringt. Feiertage und Wochenenden waren in der Vergangenheit der perfekte Zeitpunkt, um sich Zugang zu einem Unternehmen oder einem E-Mail-System zu verschaffen, und diese Entwicklung wird sich fortsetzen.
Wenn der Freitag naht, sind Mitarbeiter tendenziell weniger aufmerksam. Das verschafft einem Angreifer einen enormen Vorteil von zwei bis drei Tagen im Konto eines Betroffenen. Unternehmen müssen an Tagen, an denen der Betrieb ruht, wachsamer gegenüber Kompromittierungen sein.
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4) Netzwerkgeräte nicht vergessen
Eigenständige Netzwerkgeräte wie Router, Firewalls und Switches werden nicht so häufig aktualisiert wie Server innerhalb eines Unternehmens. Angreifer wissen das nur zu gut und werden gezieltere Angriffe auf diese Netzwerkgeräte entwickeln.
Unternehmen nehmen sich typischerweise nicht die erforderliche Ausfallzeit, um diese Geräte zu aktualisieren – das sollte sich ändern. Interne IT-Ingenieure aktualisieren die Firmware dieser Netzwerkgeräte aufgrund der damit verbundenen offensichtlichen Gefahr nur ungern.
5) Neue Mitarbeiter im Homeoffice ausnutzen
Auch wenn die Covid-Vorgaben aufgehoben werden, haben Arbeitgeber ihr traditionelles Modell der Arbeit im Büro verändert. Viele Mitarbeiter arbeiten weiterhin remote – und Angreifer werden auch weiterhin versuchen, diese Situation auszunutzen.
Eine Methode, die Kriminelle zunehmend einsetzen, besteht darin, neue Mitarbeiter zum Kauf von Geschenkkarten zu bewegen. Häufig erhalten neue Mitarbeiter eine E-Mail, die vorgibt, vom „Chef“ zu stammen, mit der Aufforderung, Geschenkkarten oder andere Dinge zu kaufen, etwa ein Geschenk für einen Kunden. Da es nicht so einfach ist, sich zum Nachbarschreibtisch zu beugen und zu fragen, ob dies üblich ist, und neue Mitarbeiter einen guten Eindruck machen wollen, tun sie möglicherweise genau das, worum ihre „Vorgesetzten“ sie gebeten haben – ohne Fragen zu stellen.
Die zuvor genannten Cybersicherheitstrends haben sich aufgebaut. Glücklicherweise gibt es jedoch zahlreiche proaktive und schützende Lösungen, die ein Unternehmen einsetzen kann, um diese Bedrohungen abzuwehren. Eine Antivirenlösung der nächsten Generation kann beispielsweise definitiv im Kampf gegen Ransomware helfen, und eine zuverlässige Spamfilterlösung unterstützt beim E-Mail-Schutz.
Wenn Unternehmen diese zentralen Schwachstellen für Cyberangriffe im Blick behalten, haben sie bessere Chancen, in den kommenden Jahren die Oberhand zu behalten.
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Über den Autor:
Chip Gibbons ist Chief Information and Security Officer bei Thrive.

