Cybersicherheit: Den Kampf gewinnt man an der Front

data privacy
Written By
eWEEK EDITORS
eWEEK EDITORS
Sep 1, 2022
4 minute read
eWeek content and product recommendations are editorially independent. We may make money when you click on links to our partners. Learn More

Laut dem Verizon 2021 Data Breach Investigations Report (DBIR) kam es in 16 Branchen und vier unterschiedlichen Weltregionen zu insgesamt 5.258 verifizierten Datenschutzverletzungen. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den 3.950 bestätigten Sicherheitsverletzungen aus dem DBIR 2020. Der Bericht stellte außerdem fest, dass 86 % der Sicherheitsverletzungen gewinnorientiert waren.

Die Bedrohungen entwickeln sich sowohl hinsichtlich ihres Umfangs als auch ihrer Art weiter, und Unternehmen können nicht immer Schritt halten. Auch die Arbeit im Homeoffice und in hybriden Arbeitsmodellen hat die Situation verschärft. Ganzjährige Schulungen und Auffrischungen des Cybersicherheitsbewusstseins sind unerlässlich, dürfen sich aber nicht nur an Cybersicherheitsteams richten – sie müssen auf alle Mitarbeitenden ausgeweitet werden.

Siehe auch: The Successful CISO: How to Build Stakeholder Trust

Die Auswirkungen des Fachkräftemangels

Obwohl sich die Lücke bei den Cybersicherheitsfachkräften leicht geschlossen hat, besteht laut (ISC) noch immer ein geschätzter Mangel von 2,72 Millionen qualifizierten Fachkräften. Die Situation verbessert sich zwar, doch der Mangel ist weiterhin enorm, und Unternehmen leiden ganz konkret unter seinen Folgen.

Laut einem aktuellen Forschungsbericht lässt sich der Mangel an Cybersicherheitskompetenzen und -bewusstsein bei 80 % der Unternehmen weltweit auf mindestens eine Datenschutzverletzung zurückführen.

Insgesamt gaben 64 % der Unternehmen weltweit an, Datenschutzverletzungen erlebt zu haben, die zu Umsatzeinbußen, Wiederherstellungskosten und/oder Geldstrafen führten.

Siehe auch: Secure Access Service Edge: Big Benefits, Big Challenges

Bedrohungen entwickeln sich ständig weiter

„Schnell“ ist ein zentraler Begriff zur Beschreibung von Cybersicherheitsvorfällen Ende 2021 und Anfang 2022. Laut Bedrohungsinformationen aus der zweiten Hälfte des Jahres 2021 entwickeln Cyberkriminelle Angriffe mit beispielloser Geschwindigkeit. Sie nutzen weiterhin die wachsende Angriffsfläche hybrider Mitarbeitender und der IT aus und setzen fortschrittliche, persistente Techniken ein, die störender und unberechenbarer sind als früher.

Advertisement

Die von Ransomware ausgehende Aggressivität, Raffinesse und Wirkung blieben in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 ungebremst. Angreifer nehmen Unternehmen weiterhin mit einer breiten Palette neuer und bislang unbekannter Ransomware-Varianten ins Visier. Der Angriff auf die Remote-Monitoring- und Managementtechnologie Kaseya VSA erhielt beispielsweise aufgrund seiner weitreichenden Auswirkungen große Aufmerksamkeit. Dieses Ereignis demonstrierte erneut den Aspekt von Angriffen auf die Software-Lieferkette: „einmal eindringen, viele kompromittieren“.

Die Arbeit im Homeoffice hat die Situation weiter verkompliziert: Der Wechsel zur Remote-Arbeit erhöhte den Bedarf an fortschrittlichen Sicherheitsmaßnahmen und mehr Bewusstsein, da Daten über IoT- und Mobilgeräte an mehreren Standorten verteilt sind.

Aufgrund des weltweiten Trends zur digitalen Transformation sind Technologien wie Multi-Cloud-Plattformen, SaaS, IoT und Mobilgeräte in jedem Unternehmensbereich unverzichtbar geworden. Daten werden an immer mehr Orten gespeichert, wodurch das Risiko von Datenlecks oder missbräuchlicher Nutzung steigt.

Siehe auch: Die besten Website-Scanner 

Bedrohungen an der Front bekämpfen

All diese Faktoren unterstreichen zusätzlich, wie wichtig es für Cybersicherheitsverantwortliche ist, qualifizierte Fachkräfte zu finden und zu halten, die ihre Unternehmen schützen. Die Verantwortung für Cybersicherheit liegt jedoch nicht allein bei Security Operations Center-Teams (SOC) und Sicherheitsplattformen. Grundlegende Internet- und Datensicherheit sollten alle Mitarbeitenden erlernen.

Es reicht nicht mehr aus, einfach eine Firewall am Rand des Netzwerks zu platzieren und es dabei zu belassen. Heute muss Sicherheit überall gewährleistet sein: am Netzwerkrand, indem jeder Nutzer überwacht und jede Anwendung sowie jeder Workflow von Anfang bis Ende verfolgt und abgesichert wird – insbesondere bei der Übertragung über und zwischen Netzwerkumgebungen.

Unternehmen müssen alle Netzwerknutzer mit der erforderlichen Schulung und den nötigen Zertifizierungen ausstatten, um Bedrohungen und Datenlecks zu verhindern. Cybersicherheitsexperten sind knapp, daher müssen Unternehmen weitere Mitarbeitende schulen, um die Lücke zu schließen und den Schutz ihrer Netzwerke zu verbessern.

Zertifizierungen und Schulungen für alle mit dem Netzwerk verbundenen Mitarbeitenden – nicht nur für Cybersicherheitspersonal – sind entscheidend, um Sicherheitsverletzungen und andere Bedrohungen zu reduzieren, die in das Netzwerk eindringen, und zugleich die Lücke bei den Cybersicherheitskompetenzen zu schließen.

Schulungen und Zertifizierungen bieten Unternehmen ebenfalls eine Möglichkeit, den Fachkräftemangel anzugehen. Einer aktuellen Umfrage zufolge sind 95 % der Führungskräfte der Ansicht, dass technologieorientierte Zertifizierungen ihrer Rolle und ihrem Team zugutekommen, und 81 % bevorzugen Bewerber mit entsprechenden Zertifizierungen.

Advertisement

Darüber hinaus gaben 91 % der Befragten an, bereit zu sein, für einen Mitarbeitenden eine Cybersicherheitszertifizierung zu bezahlen. Dass Zertifikate ein größeres Wissen und Bewusstsein im Bereich Cybersicherheit bestätigen, ist einer der Hauptgründe für ihre Beliebtheit.

Siehe auch: Top Digital Transformation Companies

Weiterbildung: Ihr Partner für Cybersicherheit

 Cyberangriffe und erfolgreiche Sicherheitsverletzungen erreichen einen Höchststand, und der Mangel an Cybersicherheitsfachkräften verschärft die Sicherheitslage für Unternehmen, die ihre Daten und Netzwerke schützen wollen, zusätzlich.

Da sich die Vorstellung eines traditionellen Cybersicherheitsperimeters auflöst, müssen Unternehmen neue Taktiken und Strategien annehmen. Wenn das „menschliche Element“ für 85 % der erfolgreichen Cyberkriminalität verantwortlich ist, liegt auf der Hand, dass bei der Weiterbildung und Qualifizierung von Mitarbeitenden mehr getan werden muss. Stellen Sie sicher, dass kontinuierliche Schulungen und Zertifizierungen Bestandteil eines strategischen Cybersicherheitsplans sind.

Über den Autor: 

Sandra Wheatley, SVP Marketing, Threat Intelligence und Influencer Communications, Fortinet 

eWEEK EDITORS

eWeek editors publish top thought leaders and leading experts in emerging technology across a wide variety of Enterprise B2B sectors. Our focus is providing actionable information for today’s technology decision makers.

eWeek Logo

eWeek has the latest technology news and analysis, buying guides, and product reviews for IT professionals and technology buyers. The site's focus is on innovative solutions and covering in-depth technical content. eWeek stays on the cutting edge of technology news and IT trends through interviews and expert analysis. Gain insight from top innovators and thought leaders in the fields of IT, business, enterprise software, startups, and more.

Property of TechnologyAdvice. © 2026 TechnologyAdvice. All Rights Reserved

Advertiser Disclosure: Some of the products that appear on this site are from companies from which TechnologyAdvice receives compensation. This compensation may impact how and where products appear on this site including, for example, the order in which they appear. TechnologyAdvice does not include all companies or all types of products available in the marketplace.