Large Language Models (LLMs) sind auf riesigen Datenmengen trainierte Systeme künstlicher Intelligenz, die menschliche Sprache verstehen und erzeugen können. Diese KI-Modelle nutzen Deep-Learning-Technologie und die Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP), um eine Vielzahl von Aufgaben zu erledigen, darunter Textklassifizierung, Sentimentanalyse, Codeerstellung und die Beantwortung von Anfragen. Die leistungsfähigsten LLMs verfügen über Hunderte Milliarden Parameter, anhand derer das Modell beim Aufnehmen von Daten lernt und sich anpasst.
- DIE WICHTIGSTEN ERKENNTNISSE
- Was ist ein LLM und wie funktioniert es?
- Warum sind Large Language Models wichtig?
- Technische Grundlagen von Large Language Models
- 4 Typen von Large Language Models
- Anwendungsfälle in Unternehmen und bestimmten Branchen
- 4 Vorteile und Nutzen von Large Language Models
- Herausforderungen und Einschränkungen von Large Language Models
- 3 LLM-Modelle, die Sie kennen sollten
- Neue Trends bei LLMs
- 3 LLM-Kurse zum Weiterlernen
- Häufig gestellte Fragen (FAQs)
- Fazit: Große Sprachmodelle revolutionieren die Technologie
DIE WICHTIGSTEN ERKENNTNISSE
- •LLMs verbessern kontinuierlich ihre Fähigkeit, in vielen komplexen Wissensbereichen logische und vertrauenswürdige Antworten zu liefern. (Zum Abschnitt springen)
- •LLMs schließen die Lücke zwischen menschlichem Verständnis und maschinellem Lernen und ermöglichen so eine bessere Inhaltsausgabe. (Zum Abschnitt springen)
- •LLMs bestehen aus verschiedenen Schichten komplexer Algorithmen, die jede Eingabe analysieren, während das Modell versucht, ihren Kontext vollständig zu verstehen. (Zum Abschnitt springen)
Was ist ein LLM und wie funktioniert es?
Ein Large Language Model ist eine fortgeschrittene Form der künstlichen Intelligenz, die mithilfe von Deep-Learning-Techniken menschliche Sprache verarbeitet und erzeugt. Es wird anhand großer Datensätze trainiert, die Texte aus Quellen wie Büchern, Webseiten, veröffentlichten Artikeln und vielen weiteren Eingaben enthalten.
Ein LLM wird üblicherweise mit unstrukturierten und strukturierten Daten trainiert. Dieser Prozess umfasst auch neuronale Netzwerktechnologie, durch die das LLM die Struktur, Bedeutung und den Kontext von Sprache verstehen kann. Nach dem Vortraining mit einem großen Textkorpus lässt sich das Modell für bestimmte Aufgaben feinabstimmen, indem es mit einem kleineren, auf diese Aufgabe bezogenen Datensatz trainiert wird. Das Training von LLMs erfolgt hauptsächlich durch unüberwachtes, halbüberwachtes oder selbstüberwachtes Lernen.
Warum sind Large Language Models wichtig?
Fortschritte bei der künstlichen Intelligenz und bei der generativen KI verschieben die Grenzen dessen, was im Computing einst als weit hergeholt galt. LLMs, die mit Hunderten Milliarden Parametern trainiert wurden, können die Hürden bei der Interaktion mit Maschinen auf menschenähnliche Weise überwinden. LLMs sind bei der Problemlösung und der Unterstützung von Unternehmen bei kommunikationsbezogenen Aufgaben äußerst nützlich, da sie menschenähnlichen Text erzeugen. Dadurch sind sie für Aufgaben wie Textzusammenfassung, Sprachübersetzung, Inhaltserstellung und Sentimentanalyse von großem Wert.
LLM-Anwendungen kommen nicht nur in der Technologiebranche zum Einsatz, sondern auch in Bereichen wie Gesundheitswesen und Wissenschaft, wo sie komplexe Forschung etwa zur Genexpression und zum Proteindesign ermöglichen. DNA-Sprachmodelle – genomische oder Nukleotid-Sprachmodelle – können ebenfalls eingesetzt werden, um statistische Muster in DNA-Sequenzen zu erkennen. LLMs werden außerdem für Funktionen im Kundenservice und Support eingesetzt, etwa als KI-Chatbots oder als konversationelle KI.
Technische Grundlagen von Large Language Models
Die technischen Grundlagen von Large Language Models umfassen Transformer-Architektur, Schichten und Parameter, Trainingsmethoden, Deep Learning, Design und Aufmerksamkeitsmechanismen.
Transformer-Architektur
Die meisten Large Language Models basieren auf einer Transformer-Architektur, einer Form eines neuronalen Netzwerks. Sie verwendet einen als Self-Attention bezeichneten Mechanismus, der es dem Modell ermöglicht, viele Wörter oder Tokens gleichzeitig zu interpretieren. Dadurch kann es Wortbeziehungen unabhängig von deren Position in einem Satz erfassen. Im Gegensatz zu frühen neuronalen Netzwerken wie RNNs (rekurrenten neuronalen Netzwerken), die Text sequenziell verarbeiten, können Transformer weitreichende Abhängigkeiten effektiv erfassen und eignen sich daher ideal für Anwendungen zur Verarbeitung natürlicher Sprache. Dank dieser Fähigkeit, komplexe Muster in großen Datenmengen zu verarbeiten, können Transformer in LLMs kohärente und kontextuell präzise Antworten liefern.
Schichten und Parameter
LLMs bestehen aus verschiedenen Schichten, die jeweils über unterschiedliche Parameter beziehungsweise Gewichte und Verzerrungen verfügen:
- Embedding-Schicht: Wandelt Eingabe-Tokens in dichte Vektoren um.
- Encoder- und Decoder-Schichten: Verändern Eingabedaten in verschiedenen Phasen.
- Ausgabeschicht: Diese letzte Schicht erzeugt die Vorhersagen oder Klassifizierungen.
Die Leistungsfähigkeit und Performance eines Modells hängen eng mit der Anzahl seiner Schichten und Parameter zusammen. GPT-3 verfügt beispielsweise über 174 Milliarden Parameter, während GPT-4 1,8 Billionen besitzt. Dadurch kann es zusammenhängenderen und kontextuell passenderen Text erzeugen. Ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Modellen besteht darin, dass GPT-3 auf die Verarbeitung und Erzeugung von Text beschränkt ist, während GPT-4 diese Fähigkeiten um die Bildverarbeitung erweitert und dadurch reichhaltigere und vielseitigere Ausgaben liefert.
Trainingsmethoden für LLMs
LLMs stehen an der Spitze der KI-Forschung und ihrer praktischen Anwendungen. Für die Bewältigung ihrer komplexen Aufgaben greifen sie auf verschiedene hochentwickelte Trainingsmethoden für LLMs zurück. Diese tragen allesamt zu den leistungsfähigen Fähigkeiten eines LLMs bei und ermöglichen ihm, eine große Bandbreite an Aufgaben mit hoher Genauigkeit und Sprachgewandtheit zu erledigen. Hier sind die gängigsten Trainingsmethoden für LLMs:
- Selbstüberwachtes Lernen: Beim selbstüberwachten Lernen werden Modelle anhand großer Mengen nicht gekennzeichneter Daten trainiert. Extrapolationsverfahren ermöglichen es dem Modell, das nächste Wort einer Wortfolge zu erraten. Diese grundlegende Technik versetzt das Modell in die Lage, Muster und linguistische Strukturen zu verstehen, ohne dass Eingaben manuell gekennzeichnet werden müssen.
- Überwachtes Lernen: Beim überwachten Lernen werden gekennzeichnete Datensätze verwendet. Das Modell wird darauf trainiert, bestimmte Eingaben korrekten Ausgaben zuzuordnen, etwa Frage-Antwort-Paaren. Diese Strategie ist notwendig, um das Modell für bestimmte Aufgaben feinabzustimmen, wodurch sich seine Genauigkeit und Leistung verbessern.
- Reinforcement Learning from Human Feedback (RLHF): Beim RLHF geben Menschen Feedback zu Modelleingaben und lenken das Verhalten des Modells mithilfe von Reinforcement-Learning-Techniken. Diese Methode hilft dem Modell, menschlichen Präferenzen besser zu entsprechen, und führt zu ethischeren, genaueren und nützlicheren Ausgaben.
- Deep Learning: Deep Learning bildet das Fundament von LLMs. Dabei werden mehrschichtige neuronale Netzwerke eingesetzt, um komplexe Muster aus großen Datensätzen zu erkennen. So kann das Modell Sprache analysieren und verstehen, indem es komplexe Zusammenhänge in Texten erfasst.
- Design: Das Design des Modells, insbesondere die Transformer-Architektur, beeinflusst, wie es Daten verarbeitet und aus ihnen lernt. Transformer eignen sich dank Parallelisierung und Aufmerksamkeitsverfahren hervorragend für die effiziente Verarbeitung langer Textsequenzen.
- Aufmerksamkeitsmechanismen: Aufmerksamkeitsmechanismen ermöglichen es dem Modell, Vorhersagen auf Grundlage der relevantesten Teile der Eingabe zu treffen. Diese Fähigkeit ist entscheidend, um Kontext zu verstehen und die Genauigkeit der Spracherzeugung in LLMs zu verbessern.
4 Typen von Large Language Models
Die gängigsten LLM-Typen sind Sprachrepräsentationsmodelle, Zero-Shot-Modelle, multimodale Modelle und feinabgestimmte Modelle. Obwohl diese vier Modelltypen vieles gemeinsam haben, unterscheiden sie sich vor allem hinsichtlich ihrer Fähigkeit, Vorhersagen zu treffen, der Medienart, mit der sie trainiert werden, und des Grads ihrer Anpassbarkeit.
Sprachrepräsentationsmodell
Viele NLP-Anwendungen basieren auf Sprachrepräsentationsmodellen (LRM), die darauf ausgelegt sind, menschliche Sprache zu verstehen und zu erzeugen. Beispiele für solche Modelle sind GPT-Modelle (Generative Pre-trained Transformer), BERT (Bidirectional Encoder Representations from Transformers) und RoBERTa. Diese Modelle werden mit riesigen Textkorpora vortrainiert und können für bestimmte Aufgaben wie Textklassifizierung und Sprachgenerierung feinabgestimmt werden.
Zero-Shot-Modell
Zero-Shot-Modelle sind dafür bekannt, Aufgaben ohne spezifische Trainingsdaten ausführen zu können. Sie können verallgemeinern sowie Vorhersagen treffen oder Texte für Aufgaben erzeugen, die sie zuvor noch nicht gesehen haben. GPT-3 ist ein Beispiel für ein Zero-Shot-Modell – es kann Fragen beantworten, Sprachen übersetzen und verschiedene Aufgaben mit minimaler Feinabstimmung erledigen.
Multimodales Modell
LLMs wurden ursprünglich für die Verarbeitung von Textinhalten entwickelt. Multimodale Modelle arbeiten dagegen sowohl mit Text- als auch mit Bilddaten. Sie sind darauf ausgelegt, Inhalte über verschiedene Medienmodalitäten hinweg zu verstehen und zu erzeugen. OpenAIs CLIP ist beispielsweise ein multimodales Modell, das Text Bildern und umgekehrt Bilder Text zuordnen kann. Dadurch eignet es sich für Aufgaben wie Bildbeschriftung und die textbasierte Bildsuche.
Feinabgestimmte oder domänenspezifische Modelle
Vortrainierte Sprachrepräsentationsmodelle sind zwar vielseitig, erzielen bei bestimmten Aufgaben oder in bestimmten Fachgebieten jedoch nicht immer optimale Ergebnisse. Feinabgestimmte Modelle wurden zusätzlich mit domänenspezifischen Daten trainiert, um ihre Leistung in bestimmten Bereichen zu verbessern. So könnte ein GPT-3-Modell etwa mit medizinischen Daten feinabgestimmt werden, um einen domänenspezifischen medizinischen Chatbot zu erstellen oder bei medizinischen Diagnosen zu unterstützen.
Anwendungsfälle in Unternehmen und bestimmten Branchen
Obwohl sich LLMs noch in der Entwicklung befinden, können sie Nutzer bei zahlreichen Aufgaben unterstützen und ihre Anforderungen in verschiedenen Bereichen erfüllen, darunter Bildung, Gesundheitswesen, Kundenservice und Unterhaltung. Zu den häufigsten Einsatzgebieten von LLMs gehören:
- Sprachübersetzung: LLMs können natürlich klingende Übersetzungen in zahlreichen Sprachen erzeugen und Unternehmen dadurch ermöglichen, mit Partnern und Kunden in verschiedenen Sprachen zu kommunizieren.
- Code- und Texterzeugung: Sprachmodelle können Codeausschnitte erzeugen, Produktbeschreibungen verfassen, Marketinginhalte erstellen oder sogar E-Mails entwerfen.
- Fragebeantwortung: Unternehmen können LLMs in Kundensupport-Chatbots und virtuellen Assistenten einsetzen, um ohne menschliches Eingreifen sofort auf Nutzeranfragen zu antworten.
- Bildung und Training: Die Technologie kann personalisierte Quizze erstellen, Erklärungen liefern und auf Grundlage der Antworten der Lernenden Feedback geben.
- Kundenservice: LLMs bilden die Grundlage KI-gestützter Chatbots, mit denen Unternehmen ihren Kundenservice automatisieren.
- Rechtliche Recherche und Analyse: Sprachmodelle können Juristen bei der Recherche und Analyse von Fallrecht, Gesetzen und juristischen Dokumenten unterstützen.
- Wissenschaftliche Forschung und Entdeckung: LLMs leisten einen Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung, indem sie Wissenschaftler und Forscher bei der Analyse und Verarbeitung großer Mengen wissenschaftlicher Literatur und Daten unterstützen.
4 Vorteile und Nutzen von Large Language Models
LLMs bieten Unternehmen ein enormes Potenzial zur Steigerung der Produktivität und sind daher besonders wertvoll für Organisationen, die große Datenmengen erzeugen. Im Folgenden werden einige Vorteile vorgestellt, die LLMs Unternehmen bieten, wenn diese ihre Fähigkeiten nutzen.
- Höhere Effizienz: Die Fähigkeit von LLMs, menschliche Sprache zu verstehen, macht sie für die Erledigung repetitiver oder aufwendiger Aufgaben geeignet. Außerdem können LLMs menschenähnlichen Text deutlich schneller als Menschen erzeugen und sind daher für Aufgaben wie Inhaltserstellung, Programmierung oder die Zusammenfassung großer Informationsmengen nützlich.
- Verbesserte Fähigkeiten zur Fragebeantwortung: LLMs nutzen ihre umfangreichen Datensätze, um Antworten auf menschliche Anfragen, sogenannte Prompts, zu liefern. Sie sind so gut darin, präzise Antworten auf Nutzeranfragen zu erzeugen, dass einige Experten glauben, generative KI werde die Google-Suchmaschine ersetzen.
- Few-Shot- oder Zero-Shot-Lernen: LLMs können Aufgaben mit nur wenigen Trainingsbeispielen oder ganz ohne Training erledigen. Sie können aus vorhandenen Daten verallgemeinern, um Muster abzuleiten und in neuen Domänen Vorhersagen zu treffen.
- Transfer Learning: LLMs unterstützen Fachleute in verschiedensten Branchen. Sie können für unterschiedliche Aufgaben feinabgestimmt werden, sodass ein Modell für eine Aufgabe trainiert und anschließend mit nur wenig zusätzlichem Training für andere Aufgaben eingesetzt werden kann.
Herausforderungen und Einschränkungen von Large Language Models
LLMs haben viele Branchen revolutioniert, indem sie anspruchsvolle Aufgaben der Verarbeitung natürlicher Sprache wie Übersetzung, Inhaltserstellung und chatbasierte Interaktionen ermöglichen. Trotz ihrer zahlreichen Vorteile weisen LLMs jedoch Herausforderungen und Einschränkungen auf, die ihre Wirksamkeit und ihren praktischen Nutzen beeinträchtigen können.
Risiken für Datenqualität und Sicherheit
Probleme mit Datensicherheit und -qualität entstehen, weil LLMs beim Training stark auf große Datensätze angewiesen sind und daher stets anfällig für Mängel der Datenqualität bleiben. Datenmodelle liefern fehlerhafte Ergebnisse, wenn die Datensätze voreingenommene, veraltete oder unangemessene Inhalte enthalten. Darüber hinaus wirft die Verwendung großer Datenmengen Sicherheits- und Datenschutzfragen auf, insbesondere wenn private oder sensible Daten zum Training verwendet werden. Schwerwiegende Datenschutzverletzungen können entstehen, wenn während der Trainings- oder Inferenzphasen private Informationen oder Geschäftsgeheimnisse offengelegt werden, wodurch die rechtliche Stellung und der Ruf einer Organisation gefährdet werden.
Potenzial für „Halluzinationen“ oder Falschinformationen
Einer der größten Nachteile von LLMs ist ihre Tendenz, Informationen zu erzeugen, die nicht durch Fakten gestützt werden. Dies wird als „Halluzination“ bezeichnet. Selbst wenn ein LLM korrekte Eingaben erhält, kann es Antworten erzeugen, die zwar plausibel erscheinen, aber vollständig erfunden oder sachlich falsch sind. Diese Einschränkung ist besonders problematisch in Situationen mit hohen Risiken, in denen Falschinformationen schwerwiegende Folgen haben können, etwa bei juristischen, medizinischen oder finanziellen Anwendungsfällen.
Ethische Bedenken bei ihrer Nutzung
Die Nutzung von LLMs wirft ernste ethische Fragen auf. Diese Modelle können mitunter beleidigende, schädliche oder irreführende Inhalte erzeugen. Sie können zur Erstellung von Deepfakes und Imitationen oder zur Verbreitung irreführender Informationen eingesetzt werden, was Betrug, Manipulation und Schaden für Menschen oder Gemeinschaften begünstigen kann. Voreingenommene Trainingsdaten können zu unfairen oder diskriminierenden Ergebnissen führen und dadurch negative Stereotype oder systematische Verzerrungen verstärken.
Zusammenhang zwischen Trainingsdaten und Leistung
Leistung und Genauigkeit von LLMs hängen von der Qualität der Trainingsdaten ab, mit denen sie gefüttert werden. LLMs sind nur so gut wie ihre Trainingsdaten. Mit voreingenommenen oder minderwertigen Daten trainierte Modelle liefern daher mit großer Wahrscheinlichkeit fragwürdige Ergebnisse. Schlechte Trainingsdaten stellen eine erhebliche Schwachstelle des Systems dar und können besonders in sensiblen Bereichen, in denen Genauigkeit entscheidend ist – etwa bei juristischen, medizinischen oder finanziellen Anwendungen –, beträchtlichen Schaden verursachen.
Mangel an gesundem Menschenverstand
Trotz ihrer beeindruckenden Sprachfähigkeiten verfügen Large Language Models nicht über die Art von gesundem Menschenverstand, die Menschen besitzen. Für Menschen ist der gesunde Menschenverstand selbstverständlich – er gehört zu unseren natürlichen, instinktiven Eigenschaften. Da gesunder Menschenverstand jedoch außerhalb des Anwendungsbereichs maschineller Modelle liegt, können LLMs sachlich falsche oder kontextlose Antworten erzeugen, die zu irreführenden oder unsinnigen Ergebnissen führen.
3 LLM-Modelle, die Sie kennen sollten
Obwohl es eine große Auswahl an LLM-Tools gibt und ständig neue hinzukommen, gehören OpenAI, Hugging Face und PyTorch zu den führenden Anbietern im KI-Sektor.

OpenAI API
Die API von OpenAI ermöglicht Entwicklern die Interaktion mit den LLMs des Unternehmens. Nutzer können API-Aufrufe senden, um Inhalte zu erzeugen, Fragen zu beantworten und Sprachübersetzungsaufgaben auszuführen. Die API unterstützt verschiedene Modelle, darunter GPT-3 und GPT-4, und umfasst Funktionen wie Fine-Tuning, Embeddings und Moderationstools. OpenAI bietet außerdem ausführliche Dokumentation und Beispiele, die Entwicklern bei der Integration der API in ihre Anwendungen helfen. Es stehen verschiedene Modelltypen zur Verfügung, von denen jedes über eigene Funktionen und Preisoptionen verfügt.
Die Abrechnung erfolgt pro Million (1 Mio.) oder pro Tausend (1 Tsd.) Tokens. Tokens stellen Wortbestandteile dar – 1 Tsd. Tokens entsprechen ungefähr 750 Wörtern. Für einige der Modelle gelten die folgenden Festpreise pro Million Tokens:
- ChatGPT-4o: 5,00 US-Dollar pro 1 Mio. Tokens
- GPT-4o: 2,50 US-Dollar pro 1 Mio. Tokens
- GPT-4o-2024-05-13: 5,00 US-Dollar pro 1 Mio. Tokens
- GPT-4o-2024-08-06: 2,50 US-Dollar pro 1 Mio. Tokens

Hugging Face Transformers
Die Bibliothek Hugging Face Transformers ist eine Open-Source-Bibliothek, die vortrainierte Modelle für NLP-Aufgaben bereitstellt. Sie unterstützt GPT-2, GPT-3, BERT und viele weitere Modelle. Die Bibliothek ist benutzerfreundlich und flexibel konzipiert und ermöglicht ein einfaches Training, Fine-Tuning und Deployment von Modellen. Hugging Face bietet außerdem Tools für Tokenisierung, Modelltraining und -bewertung sowie einen Model Hub, über den Nutzer vortrainierte Modelle teilen und herunterladen können.
Hugging Face bietet verschiedene Tarife für einzelne Entwickler, kleine Teams oder große Unternehmen an. Diese Tarife gewähren Zugriff auf Communities, die neuesten ML-Tools, ZeroGPU und den Dev Mode für Spaces. Die Preise für die verschiedenen Stufen lauten wie folgt:
- HF Hub: Für immer kostenlos
- Pro-Konto: 9 US-Dollar pro Monat
- Enterprise Hub: Ab 20 US-Dollar pro Monat

PyTorch
PyTorch ist ein Deep-Learning-Framework, das eine vielseitige und schnelle Plattform zum Entwickeln und Ausführen neuronaler Netze bietet. Aufgrund seines dynamischen Berechnungsgraphen und seiner Benutzerfreundlichkeit ist es in Forschung und Produktion beliebt. PyTorch unterstützt eine Vielzahl von Machine-Learning-Anwendungen, darunter Computer Vision, natürliche Sprachverarbeitung und Reinforcement Learning. Mit PyTorch können Entwickler LLMs wie GPT von OpenAI mithilfe seines umfangreichen Ökosystems aus Bibliotheken und Tools zur Modelloptimierung und -bereitstellung feinabstimmen.
Da PyTorch ein Open-Source-Deep-Learning-Framework ist, kann es von jedem kostenlos genutzt, verändert und geteilt werden.
Neue Trends bei LLMs
Mit zunehmender Reife der LLMs verbessern sie sich in allen Bereichen. Künftige Entwicklungen werden wahrscheinlich logischere Antworten hervorbringen, unter anderem durch verbesserte Verfahren zur Erkennung und Eindämmung von Verzerrungen sowie mehr Transparenz. Dadurch werden LLMs zu einer vertrauenswürdigen und zuverlässigen Ressource für Nutzer selbst in den komplexesten Branchen.
Außerdem wird es eine weitaus größere Zahl und Vielfalt an LLMs geben, sodass Unternehmen bei der Auswahl des besten LLMs für ihre jeweilige KI-Anwendung mehr Optionen haben. Ebenso wird die Anpassung von LLMs deutlich einfacher und spezifischer werden. Dadurch lässt sich jede KI-Software so feinabstimmen, dass sie schneller, effizienter und produktiver arbeitet.
Wahrscheinlich werden große Sprachmodelle außerdem deutlich günstiger, sodass auch kleinere Unternehmen und sogar Einzelpersonen die Leistungsfähigkeit und das Potenzial von LLMs nutzen können.
3 LLM-Kurse zum Weiterlernen
Die folgenden Kurse vermitteln Kenntnisse zu Verfahren, die vom Fine-Tuning von LLMs bis zum Training von LLMs mit verschiedenen Datensätzen reichen. Diese Kurse von Google, DeepMind und der Duke University sind alle auf der Coursera-Plattform verfügbar.
Einführung in große Sprachmodelle von Google
Googles Kurs „Introduction to Large Language Models“ bietet einen Überblick über LLMs, ihre Anwendungen und Möglichkeiten zur Leistungsverbesserung durch Prompt-Tuning. Er behandelt wichtige Konzepte wie Transformer und Self-Attention und liefert Details zu Googles Tools für die Entwicklung generativer KI-Anwendungen. Der Kurs soll Studierenden helfen, die Kosten, Vorteile und gängigen Anwendungen von LLMs zu verstehen. Für den Zugriff auf diesen Kurs benötigen Studierende ein Coursera-Abonnement, das 49 US-Dollar pro Monat kostet.
Fine-Tuning großer Sprachmodelle von DeepLearning
Dieser Kurs von DeepLearning behandelt die Grundlagen des Fine-Tunings von LLMs und grenzt es vom Prompt Engineering ab; außerdem vermittelt er praktische Erfahrung mit echten Datensätzen. Neben Verfahren wie Retrieval-Augmented Generation und Instruction-Fine-Tuning lernen die Studierenden mehr über die Vorbereitung, das Training und die Bewertung von LLMs. Für alle, die ihre Fähigkeiten in diesem Bereich verbessern möchten, ist dieser Kurs eine ausgezeichnete Wahl, da er ein umfassendes Verständnis des Fine-Tunings von LLMs vermitteln soll. Der Kurs ist im Coursera-Abonnement für 49 US-Dollar pro Monat enthalten.
Spezialisierung „Large Language Model Operations (LLMOps)“ der Duke University
Der spezialisierte Kurs der Duke University vermittelt Studierenden, wie LLMs auf mehreren Plattformen entwickelt, verwaltet und optimiert werden – darunter Azure, AWS und Databricks. Er bietet praktische Übungen zu realen LLMOps-Problemen, etwa zur Entwicklung von Chatbots und zum Aufbau von Vektordatenbanken. Der Kurs bereitet auf Positionen wie KI-Infrastrukturspezialist und Machine-Learning-Engineer vor. Der Kurs ist im Coursera-Abonnement für 49 US-Dollar pro Monat enthalten.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Ist ChatGPT ein großes Sprachmodell?
ChatGPT ist ein von OpenAI entwickeltes großes Sprachmodell. Um natürlichsprachliche Antworten zu erzeugen, die menschlichen Antworten ähneln, wurde es mithilfe der generativ vortrainierten Transformer-Architektur (GPT) mit großen Mengen an Textdaten trainiert. Es kann eine Vielzahl von Sprachaufgaben ausführen, darunter die Zusammenfassung von Texten und die Beantwortung von Fragen.
Was ist der Unterschied zwischen GPT und LLM?
LLM ist ein allgemeinerer Begriff für jedes Modell, das mit großen Mengen an Textdaten trainiert wurde, um Sprache zu verstehen und zu erzeugen. GPT bezeichnet dagegen konkret einen von OpenAI entwickelten Typ der Architektur großer Sprachmodelle. Obwohl es zahlreiche LLMs gibt, ist GPT für seine Leistungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit bei NLP-Aufgaben bekannt.
Was ist der Unterschied zwischen LLM und KI?
Künstliche Intelligenz (KI) ist ein weit gefasster Begriff, der alle intelligenten Systeme umfasst, die menschliches Denken oder Problemlösungsfähigkeiten nachahmen sollen. LLM bezeichnet dagegen jedes KI-Modell, das Sprache auf Grundlage großer Datensätze verarbeiten und erzeugen soll. Während KI von Bilderkennung bis Robotik reichen kann, sind LLMs eine Teilmenge der KI, die sich speziell darauf konzentriert, Datenbestände zum Verstehen und Erstellen von Inhalten zu nutzen.
Fazit: Große Sprachmodelle revolutionieren die Technologie
Die Vielseitigkeit und die menschenähnlichen Fähigkeiten großer Sprachmodelle zur Texterzeugung verändern unseren Umgang mit Technologie – von Chatbots und der Erstellung von Inhalten bis hin zu Übersetzung und Zusammenfassung. Der Einsatz großer Sprachmodelle bringt jedoch auch ethische Bedenken mit sich, etwa Verzerrungen in den Trainingsdaten, möglichen Missbrauch und Datenschutzprobleme aufgrund der Datenquellen. Um die Vorteile großer Sprachmodelle verantwortungsvoll zu nutzen, muss das Potenzial von LLMs mit einer ethischen und nachhaltigen Entwicklung in Einklang gebracht werden.
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