Zu den meistgehypeten Bereichen des Cloud Computing zählen Cloud-native-Entwicklung, der Einsatz von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen, Big Data, und andere Bereiche von Cloud-Implementierungen, über die Menschen gerne sprechen, wenn es um die Zukunft der Cloud geht. Im Gegensatz dazu ist CloudOps (Cloud Operations – die Verwaltung einer komplexen Cloud-Implementierung) ein Thema, das nur selten diese Art von Aufmerksamkeit erhält.
Unternehmen, die CloudOps bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben, stoßen nun an eine Grenze, da sie immer mehr Anwendungen und Datenspeicher in die Cloud verlagern. Dazu gehören sowohl völlig neue Cloud-native Anwendungen als auch Lift-and-Shift-Anwendungen.
Die zwei größten Herausforderungen: Wo wir scheitern
Die Schwierigkeiten mit CloudOps haben zwei unterschiedliche Ursachen, die sich gegenseitig verstärken:
Zunehmende Komplexität
Erstens verlangsamt oder verhindert die Komplexität die Bereitstellung und den Betrieb cloudbasierter Workloads. Umgangssprachlich wird dies als „Komplexitätsmauer“ bezeichnet. Sie ist das Ergebnis einer mehrere Jahre andauernden, schnellen Verlagerung zu Public-Cloud-Anbietern, einschließlich Multicloud.
Das Problem besteht darin, dass diese Verlagerung typischerweise ohne Rücksicht auf den Einsatz gemeinsamer Dienste wie Sicherheits- und Überwachungssysteme erfolgte. Jeder stellte bereit, was er für seine Lösung als das Beste seiner Klasse erachtete. Dadurch wuchs die Zahl der Technologien so stark an, dass kein Unternehmen für die Vielzahl an Kompetenzen und Tools aufkommen kann, die zum Betrieb dieser Systeme erforderlich sind. Anders gesagt: Das Ausmaß der Komplexität machte ihren Betrieb im aktuellen Zustand zu teuer und zu riskant.
Betrachten wir den Bericht mit dem Titel Bridging the Cloud Transformation Gap , der die Ergebnisse der Global Cloud Impact Study von Aptum bewertet. Rund 62 Prozent der Befragten nannten Komplexität und eine zu große Auswahl als Hindernis bei der Planung einer digitalen Transformation, die auf Cloud-Technologien setzt.
Mangelnde Planung
Zweitens sollte CloudOps bereits vor der Migration und Entwicklung Gegenstand einer konkreten Planung sein. Typischerweise wechseln Unternehmen in die Cloud, ohne zu wissen, wie sie die Anwendungen dort betreiben und die Daten verarbeiten werden. Die mangelnde Planung führt aufgrund fehlender kontinuierlicher Koordination ebenfalls zu übermäßiger Komplexität.
Ein Teil der Lösung ist einfach: Die Planung muss Bestandteil des Prozesses für den Wechsel in die Cloud oder die Entwicklung in der Cloud werden. Außerdem müssen Standardverfahren dafür geschaffen werden, wie die Systeme betrieben werden sollen, und neue sowie migrierte Systeme müssen so konzipiert werden, dass ein besserer Betrieb möglich ist. Dazu gehört der Aufbau von Dingen wie Management-APIs, die mehr selbst gemeldete Daten aus den cloudbasierten Systemen enthalten und speziell auf CloudOps zugeschnitten sind.
Siehe auch: The New Focus on CloudOps: How Enterprise Cloud Migration Can Succeed
Trends, die die Zukunft von CloudOps beeinflussen
Einige der fortschrittlicheren Vorreiter unter den Unternehmen, die in die Cloud wechseln oder auf deren Basis neue Systeme entwickeln, stoßen gerade erst an die Komplexitätsmauer. Die meisten Unternehmen mit Workload-Migrationen von weniger als 20 Prozent haben noch nicht erkannt, dass diese Einschränkung existiert.
Der Markt für Cloud-Operations-Tools verzeichnet jedoch ein stetig wachsendes Interesse an CloudOps-bezogenen Tools. Dazu gehören Cloud-Management und -Monitoring, AIOps (KI-Operations), FinOps (Finanz-Operations) sowie Governance für APIs und Ressourcen.
Darüber hinaus liegt ein stärkerer Fokus auf CloudOps-bezogenen Kompetenzen, zu denen auch Mitarbeiter gehören, die die gerade genannten Tools bedienen können. Noch wichtiger sind jedoch Fachkräfte, die verstehen, wie sich Betriebsmodelle (Ops-Modelle) erstellen und implementieren lassen – einschließlich der richtigen Konfiguration von Technologien und Mitarbeitern für maximale Kosteneffizienz und ein minimales Risiko. Noch immer gibt es zu viele offene CloudOps-Stellen und zu wenige Bewerber, und diese Situation wird sich 2022 und 2023 wahrscheinlich noch verschärfen.
Derzeit zeichnen sich einige wichtige Trends ab, die die Zukunft von CloudOps beeinflussen werden. Dazu gehören:
- Mangel an verfügbaren CloudOps-Kompetenzen. Wie bereits erwähnt, umfasst dies sowohl Technologie- und CloudOps-Tool-SMEs als auch Personen, die traditionellere betriebsspezifische Aufgaben übernehmen können, etwa Systemsicherungen, Laufzeitüberwachung und sogar die Behebung einfacher Probleme wie den Neustart cloudbasierter Systeme bei Bedarf.
- Statisches Budget. Typischerweise stehen für CloudOps keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung, die über das Budget für den traditionellen Betrieb hinausgehen.
- Zunehmende Sicherheitsbedrohungen. Dazu zählen CloudOps-bezogene Bedrohungen wie Ransomware-Angriffe und Denial-of-Service-Angriffe.
- Zunehmender Einsatz untypischer Plattformen. Beispiele sind High-Performance-Computing und sogar der Einsatz von Quantensystemen. Jedes davon erfordert einen spezialisierten Betrieb und andere Kompetenzprofile.
- Der Wechsel zu einem verbrauchsbasierten Versorgungsmodell. Das bedeutet, dass wir uns nicht mehr auf Rechenzentren sowie unsere eigene Hard- und Software konzentrieren, sondern auf virtuelle Systeme, die wir niemals zu Gesicht bekommen werden. Wir bezahlen diese Hardware und Software als Service und müssen daher andere Regeln zur Messung des Mittelverbrauchs sowie andere Kennzahlen zur Bewertung des Erfolgs anwenden.
Die Anbieter von CloudOps-Technologien und -Tools reagieren sehr unterschiedlich auf diese Trends. Auch ihre Lösungen für die oben aufgeführten Herausforderungen unterscheiden sich erheblich. Einige werden sich in Zukunft durchsetzen, während andere auf der Strecke bleiben. In den nächsten 2–3 Jahren wird der Markt entscheiden, wer Erfolg hat und wer nicht.
Mögliche Lösungen: Wie sieht die Zukunft von CloudOps aus?
Es ist nicht schwer, die wahrscheinlichsten Entwicklungen rund um CloudOps auszumachen – sowohl als Konzept als auch als Sammlung von Technologien. Betrachten wir die neu auftretenden Probleme und stellen wir uns vor, wie Unternehmen und Tool-Anbieter diese Probleme angehen und lösen werden.
Das war leicht gesagt, vielleicht nicht ganz so leicht umgesetzt. Damit Sie einen Vorsprung haben, folgen hier einige Entwicklungen, die Sie in Zukunft wahrscheinlich sehen werden – darunter auch manche, mit denen Sie vermutlich nicht gerechnet haben.
Wir stellen uns der betrieblichen Komplexität von Cloud-Implementierungen
Viele wissen zwar, dass sie existiert, doch den meisten fehlt ein Ansatz oder die erforderliche Technologie, um die Probleme zu lösen. Es ist davon auszugehen, dass sich dies zu einem eigenen Fachgebiet entwickelt und Tools direkt zur Lösung betrieblicher Komplexität eingesetzt werden.
CloudOps-Tools entwickeln sich rund um den Einsatz von KI und Automatisierung weiter
Diese Tools gibt es bereits heute, doch nur wenige bieten die Tiefe der Automatisierung, die CloudOps künftig erfordern wird. Während Automatisierung und KI heute nur lose mit diesen Tools verbunden sind, müssen sie sich weiterentwickeln, um eine wachsende Zahl anspruchsvoller Probleme zu lösen.
Selbstheilung durch KI und Automatisierung wird stärker gefragt sein. Nicht nur bei einfachen Problemen wie dem Neustart einer Datenbank, um einen schlecht funktionierenden Cache zu umgehen, sondern auch beim Umgang mit komplexen Ausfällen, deren Ursachen schwer zu diagnostizieren sind und bei denen bis zu hundert verschiedene Komponenten auf bestimmte Weise und in einer bestimmten Reihenfolge repariert werden müssen.
Dies wird die Grenzen von Automatisierung und KI ausreizen, und beide müssen eingesetzt werden, wenn CloudOps-Mitarbeiter den betrieblichen Problemen, die sie künftig lösen müssen und die eindeutig auf sie zukommen, einen Schritt voraus sein wollen.
CloudOps-Kompetenzen werden umfassender definiert
Wenn Sie heute an CloudOps denken, stellen Sie sich wahrscheinlich einen Mitarbeiter vor, der auf einen Bildschirm starrt und darauf wartet, dass sich Anzeigen von Grün zu Rot verändern. Die Zukunft von CloudOps wird jedoch weitaus komplexer sein und neue spezialisierte Rollen umfassen. Dazu gehören CloudOps-Mitarbeiter, die auf DevOps-bezogene Abläufe spezialisiert sind, andere, die sich auf Datenbankbetrieb konzentrieren, wieder andere mit Schwerpunkt auf Sicherheitsbetrieb und so weiter.
Das Problem besteht darin, dass diese neuen Rollen ihre jeweils eigenen, für den jeweiligen Bereich einzigartigen Herausforderungen mit sich bringen werden. Auch der Umgang mit dem Betrieb muss entsprechend individuell gestaltet werden. Spezialisierte Tools werden diesem Trend ebenfalls folgen, wobei sich mehr CloudOps-Tools auf bestimmte Bereiche statt auf ganzheitliches CloudOps konzentrieren werden.
Wenn Sie für die nächsten 10 bis 15 Jahre eine sichere Beschäftigung suchen, ist dies ein guter Bereich, auf den Sie sich konzentrieren sollten. Sobald mehr als 50 Prozent der Unternehmenssysteme in den Clouds laufen, werden die betrieblichen Herausforderungen folgen. Diese Herausforderungen müssen durch spezialisierte Tools und Fachkräfte gelöst werden, andernfalls kommt die Cloud zum Stillstand.

