Leitfaden zum Umgang mit dem explosionsartigen Datenwachstum im Edge Computing

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Jean S. Bozman
Jean S. Bozman
Jan 12, 2022
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Die Datenmenge am Edge stellt IT-Verantwortliche bereits vor Herausforderungen. Doch für Manager der IT-Infrastruktur wird sie zunehmend zum Problem, da die Datenmengen exponentiell wachsen.

Der alles überlagernde Trend beim Edge Computing ist tatsächlich das Wachstum der Datenmengen. IDC prognostiziert, dass es bis 2025 weltweit insgesamt 55,7 Milliarden IoT-Geräte (Internet of Things) geben wird, die 73,1 Zettabyte (ZB) an Daten erzeugen. IDC erwartet, dass die weltweiten Edge-Umsätze 2024 auf 250,6 Milliarden US-Dollar steigen werden, bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 12,5 % in diesem Zeitraum.

Infolgedessen werden Unternehmen auf der ganzen Welt in diesem Jahr die Folgen unkontrollierter Datenübertragungen in die Cloud und die zentralen Rechenzentren zu spüren bekommen. Verteilte, am Edge erzeugte Daten können und sollten eindeutig nicht zum Speichern und Verarbeiten an eine Unternehmenszentrale gesendet werden. Es gibt schlicht zu viele davon. Das Datenmanagement muss sich nun bis zum Edge erstrecken.

Es muss entschieden werden, wo und wie all diese Daten gespeichert und verwaltet werden. Dazu gehört auch eine Strategie für den Umgang mit Daten aus mehreren Datensilos: IT-Daten, Betriebsdaten, Netzwerkdaten und sensorgestützte IoT-Daten. Außerdem unterscheiden sich die Datentypen je nach Anwendung – darunter Block-, Datei- und Objektdaten – und umfassen eine Vielzahl von Daten, die den Wandel der Computertechnologien von den 1960er- bis in die 2020er-Jahre widerspiegeln.

Die Herausforderung wird dadurch verschärft, dass es unzählige Kategorien von Edge-Daten gibt – und manche Unternehmen haben mehr als eine davon. Dazu gehören:

  • Enterprise Edge: Bankfilialen, Einzelhandelsgeschäfte
  • Industrial Edge: Fabriken, automatisierte Anlagen, Roboter
  • Smart City Edge: selbstfahrende Fahrzeuge, in der Straße eingebettete Sensoren
  • Telco Edge: Telekommunikationsausrüstung, 5G-Daten, Mobilfunkmasten
  • Tactical Edge: Militär, Cybersicherheitsabwehr, Einsatz robuster Systeme

Sehen wir uns an, wie wir das explosionsartige Wachstum der Daten aus dem Edge Computing am besten bewältigen können.

Siehe auch: Warum die Zukunft des Computing am Edge liegt

Edge-Daten mit mehreren Partnern verwalten

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Das Edge-Umfeld ist keine standardisierte, beliebig wiederholbare Landschaft für Datenspeicherung und Datenmanagement. Das ist eine weitere Herausforderung für IT- und Unternehmensverantwortliche, die ihre Datenstrategie für 2022 planen.

Da die Herausforderung des Datenmanagements so komplex ist, werden mehrere Partner benötigt, um die Aufgabe zu bewältigen. Darüber hinaus wird die Einbindung dieser Anbieter zur Unterstützung von künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen (ML) die automatisierte Datenerkennung und Softwareupdates unterstützen. Manuelle Methoden werden nicht schnell genug sein, um mit dem enormen Umfang der Veränderungen bei Edge-Daten Schritt zu halten.

Wir sehen, dass CSPs und ISVs bereits weitere Partnerschaften eingehen, um ein durchgängiges Datenmanagement bis hin zu Edge-Standorten abzudecken. Zu den bemerkenswerten Partnerschaften gehören:

  • IBM und Cloudera (IBM Cloud Pak-Software mit Cloudera CDP)
  • Equinix und Microsoft Azure
  • AWS Outposts und VMware
  • Google Distributed Cloud (Anthos) mit HPE- und NetApp-Speicher
  • HPE GreenLake und VMware

Datensicherheit und Datenschutz müssen auf mehreren Ebenen der lokalen Infrastruktur gewährleistet sein – und sich nun auch auf die Cloud und den Edge erstrecken. Keine einfache Aufgabe. Für die meisten Unternehmen erfordert die Skalierung des Datenmanagements eine durchgängige, kohärente Strategie sowie einheitliche Best Practices, konsistente Bereitstellungen von Sicherheitssoftware und einheitliche Datenrichtlinien. Ohne intelligentes Management und fortschrittliche Softwaretools wäre die Verteilung von Daten auf mehrere Clouds und alle Edge-Standorte chaotisch.

Edge-Daten für ein besseres Management vereinfachen

Die Vereinfachung von Daten am Edge ist entscheidend, um Datenstaus zu vermeiden, die das Netzwerk verlangsamen würden. Wenn Datenübertragungen langsam und die zu übertragenden Datenmengen groß sind, bremsen die durch die Netzwerk-„Latenz“ verursachten Verkehrsstaus das Geschäft erheblich. Deshalb sind die Datenvereinfachung und die lokale Analyse von Edge-Daten entscheidend für gute Ergebnisse beim Datenmanagement am Edge.

Daten inventarisieren. Der erste Schritt ist die Datenerkennung: Dabei muss sichergestellt werden, dass alle Datensilos, die mit den verschiedenen Arten der Edge-Nutzung verbunden sind, inventarisiert, verstanden und für die unternehmensweite Nachverfolgung bzw. Überwachung und das Datenmanagement verfügbar gemacht werden.

Angesichts der Bandbreite an Edge-Datenszenarien kann die IT nicht allein jedes einzelne Datenelement verwalten – unabhängig davon, wo es sich befindet, etwa bei ruhenden Daten, Daten während der Übertragung oder gerade verarbeiteten Daten. Glücklicherweise haben IT-Organisationen zahlreiche Möglichkeiten, ihre Fähigkeiten für das Datenmanagement am Edge auszubauen.

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Eine einheitliche Transparenz schaffen. Die IT muss die Kontrolle behalten und Softwaretools einsetzen, die gemeinsam eine einheitliche Transparenz über die Daten im gesamten Unternehmen schaffen können. Dafür benötigt sie ein einheitliches Dashboard, das Datenüberwachungsprotokolle über die Edge-Standorte hinweg anzeigt, sowie einen kundenseitigen Sicherheits-„Schlüssel“, der den Datenschutz für entfernte Daten und für Daten gewährleistet, die zum und vom Edge übertragen werden. Viele dieser Sicherheitsschlüssel sind tatsächlich „private“ Schlüssel, die von den IT-Kunden und nicht von den Softwareanbietern kontrolliert werden, um die Kontrolle des Endkunden und die Durchsetzung der unternehmensweiten Datenschutzrichtlinien sicherzustellen.

Siehe auch: Wird Edge Computing die Cloud verschlingen? 

Datenmanagement skalieren: Sicherheit, Schutz und Verwaltung

Das rasante Wachstum von Edge-Daten führt zu einer neuen Welle von Herausforderungen beim Datenmanagement, denen sich IT-Organisationen jetzt stellen müssen. Deshalb werden Datenvereinfachung, Datenanalyse, Datenmanagement, Datensicherheit und Datenschutz am Edge im Jahr 2022 so wichtig sein.

Diese Kriterien nannte Intel-CEO Pat Gelsinger in einem zum Jahresende an die Intel-Mitarbeiter gesendeten Video. Mit Blick auf den Edge sagte er: „Die wichtigsten Anforderungen sind KI, niedrige Latenz und Sicherheit.“ Außerdem bestätigte er das Aufkommen von Zettascale Computing und Zettabytes an Daten in den 2020er-Jahren.

Hier sind also drei Kernbereiche, die IT-Manager beim globalen Edge-Datenmanagement berücksichtigen sollten:

Datensicherheit am Edge. Am Edge gibt es keinen herkömmlichen Sicherheits-„Perimeter“, der geschützt werden könnte. Das stellt die IT vor die Herausforderung, neue Wege zur Absicherung entfernter Daten zu finden. Eine durch Datenverschlüsselung durchgesetzte durchgängige Sicherheit schützt vor Angriffen – Cybersicherheitsangriffen und Ransomware-Angriffen –, die einige Unternehmen 2021 zum Stillstand gebracht haben. Wird die Datensicherheit verletzt, kann es Stunden oder Tage dauern, bis Daten wiederhergestellt und der Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

Datenschutz am Edge. Es braucht eine Haltung des konsequenten Datenschutzes sowie eine übergreifende Strategie und eine solide Umsetzung, um Daten vom Core über die Cloud bis zum Edge des Netzwerks zu schützen. IT-Manager müssen eine sorgfältige Datenüberwachung an Edge-Standorten sicherstellen und mehrere Szenarien für die Replikation geschäftskritischer Daten vorhalten. Außerdem müssen sie mehrere Wege zur Wiederherstellung von Daten vorsehen, falls dies erforderlich ist.

Datenmanagementstrategien für den Edge. Um das Management verteilter Daten in einer Organisation bis in den Edge, hybride Clouds, Multi-Clouds und Core-Standorte auszudehnen, werden IT-Manager eine Vielzahl von Datenmanagementlösungen verschiedener Anbieter vorfinden. Die konkreten Funktionen unterscheiden sich, doch beim Aufbau eines Datenmanagementplans für die Organisation kommt es vor allem auf die IT-Strategie an. Zunehmend suchen Unternehmen die Zusammenarbeit mit Partnern aus dem Co-Location- und CSP-Umfeld, um ihre Reichweite zu vergrößern und das Datenmanagement effizienter zu gestalten. Das gilt insbesondere für KMU mit begrenzten IT-Ressourcen an Edge-Standorten. 

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Die To-do-Liste der IT für das Edge-Management wird länger

Betrachten wir also langfristig, wohin uns der rasante Anstieg verteilter Daten führt – und wie IT-Verantwortliche mit den schnell wachsenden Datenressourcen am Edge umgehen können.

IT-Verantwortliche müssen mit den Unternehmensverantwortlichen kommunizieren. Wir verfügen über die benötigten Einzelprodukte, um die nächste Generation unserer Unternehmensdateninfrastruktur aufzubauen. Es ist entscheidend, dass Unternehmens- und IT-Verantwortliche an einem Strang ziehen, damit wichtige Vorhaben rechtzeitig finanziert werden können und mit dem rasanten Datenwachstum unserer Organisation im Jahr 2022 Schritt gehalten werden kann. Dabei sollten wir die Einhaltung von Datenschutzvorschriften in verschiedenen Regionen im Blick behalten, etwa der DSGVO in der Europäischen Union und des CCPA in Kalifornien.

„Lücken erkennen“ in der Dateninfrastruktur. Suchen Sie nach Lücken in Ihrer durchgängigen Datenmanagementstrategie und schließen Sie diese eine nach der anderen. Sprechen Sie mit Geschäftsbereichen, Datenwissenschaftlern und Endnutzern in Ihrer gesamten Organisation, um Aspekte des Managements verteilter Daten zu identifizieren, die derzeit einfach nicht gut funktionieren. Diese Beteiligten wissen, wo Lücken ihre Fähigkeit beeinträchtigen, die Datenqualität nachzuverfolgen und das Wachstum Ihres Unternehmens zu analysieren.

IT-Verantwortliche müssen eine einheitliche Strategie entwickeln. Suchen Sie nach Partnern für Datenerkennung, Datensicherheit, Datenschutz und Datenmanagement. Ziehen Sie mehrere Datenpartner in Betracht, darunter Softwareanbieter, Cloud-Provider, Co-Location-Betreiber, Telekommunikations- und Dienstleistungsunternehmen. Ihre Lösungen sind in ihrer derzeitigen Umsetzung bereits nützlich. Es liegt jedoch an den IT-Verantwortlichen, eine einheitliche, konsistente Strategie für Datenwachstum, Datenmanagement und Datensicherheit zusammenzuführen.

Wie geht es beim Management von Edge-Daten weiter?

Es gibt keine Zeit zu verlieren. IT-Manager können es sich nicht leisten, bis zum 2. Quartal zu warten, um die Schritte ihres Datenmanagements für 2022 zu planen. Sie müssen jetzt handeln.

Diese Planungstreffen – ob virtuell oder persönlich – müssen sofort stattfinden. Manager sollten alle Daten identifizieren, die am Edge protokolliert und überwacht werden müssen, und sämtliche Metadaten – also Daten über Daten – zusammentragen und analysieren. So können sie einen einheitlicheren, kohärenteren und konsistenteren Plan für das Management des gesamten Unternehmensdatenbestands von Anfang bis Ende entwickeln.

Jean S. Bozman

Jean S. Bozman is an IT industry analyst focusing on cloud infrastructure and proud founder of Cloud Architects Advisors llc.

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