Eine neue Umfrage der Plattform für Studierende EduBirdie legt nahe, dass die Generation Z zwiespältige Gefühle gegenüber dem World Wide Web hegt, das vor ihrer Zeit existierte.
Von 2.000 Befragten der Generation Z im Alter von 18 bis 27 Jahren – der ersten Generation, die vollständig online aufgewachsen ist – sagen zwei von fünf, dass sie die schlimmste Zeit der Menschheitsgeschichte durchleben. Viele sehnen sich nach einer einfacheren, vordigitalen Vergangenheit.
Der Generation Z wird oft eine hohe Vertrautheit mit modernster Technologie zugeschrieben, doch 45 % der Befragten sagen, dass das Leben vor dem Internet besser war, und 39 % wünschen sich, ohne KI aufgewachsen zu sein. Diese Zahlen legen nahe, dass dieselben digitalen Werkzeuge, die jungen Menschen mehr Selbstbestimmung ermöglichen sollen, auch Ängste, Entfremdung und die Nostalgie nach einer internetfreien Ära schüren, die sie selbst nie erlebt haben.
Blick nach innen
Die Umfrage legt außerdem nahe, dass sich das Unbehagen rund um die Generation Z und KI auch darauf erstreckt, wie die Generation sich selbst im digitalen Zeitalter wahrnimmt. Mehr als die Hälfte (53 %) gibt zu, ihre Generation dafür zu „hassen“, dass sie „chronisch online“ ist, und 42 % finden, dass sie sich zu sehr auf KI-Tools verlassen. Diese technologische Abhängigkeit hat auch den Arbeitsplatz erreicht: 22 % sagen, dass sie von Kollegen oder Vorgesetzten für die Nutzung von KI bei der Arbeit beurteilt wurden. Das beleuchtet die allgegenwärtige kulturelle Spannung zwischen Innovation und Authentizität.
Am liebsten wären 60 % der Generation Z in einer anderen Ära geboren worden, wobei 55 % ältere Generationen von den Boomern bis zu den Millennials bevorzugen. Der Neid auf die unterschiedlichen Lebensumstände zeigt sich besonders deutlich im Fall der Millennials: 78 % der Generation Z beneiden sie darum, vor der Vorherrschaft des Internets aufgewachsen zu sein – in einer Zeit, in der Menschen weniger Risiken für ihre Online-Privatsphäre ausgesetzt waren und mehr vom Leben erlebten, bevor es durch Bildschirme und Algorithmen gefiltert wurde.
David Robbins, Verhaltensexperte für die Generation Z und Medienanalyst bei EduBirdie, ist der Ansicht, dass die Sehnsucht der Generation nach einer Vergangenheit, die sie nie kannte, nicht bloß Eskapismus ist. „Eine romantisierte Sicht auf die Vergangenheit, wenn sich die Gegenwart überwältigend anfühlt, ist ganz natürlich“, erklärt er. „Trends wie Y2K-Nostalgie, digitale Entgiftung und die Wiederbelebung von Retro-Technik sind für die Generation Z Möglichkeiten, das Tempo des Wandels zu verlangsamen. Es ist keine Ablehnung des Fortschritts – sondern eine Bewältigungsstrategie.“
Abschließende Gedanken
Es ist nachvollziehbar, warum der Blick der Generation Z auf die Zukunft vorsichtig bleibt. Fast vier von zehn (38 %) befürchten, dass sie die letzte Generation sein werden, die vor dem Höhepunkt der Klimakrise alt wird, während 22 % glauben, dass sie vielleicht die letzten sein werden, die ohne Gehirnimplantate oder neuronale Chips leben. Diese Ängste, die technologische und existenzielle Sorgen miteinander verbinden, legen nahe, dass der Fortschritt schneller voranschreiten könnte, als sich die Gesellschaft emotional anpassen kann.
Die Studie spiegelt einen tiefgreifenden kulturellen Moment wider, in dem die Generation mit der größten Vertrautheit mit dem digitalen Leben dessen Folgen hinterfragt. Die Zwiespältigkeit der Generation Z gegenüber der Zukunft erinnert uns daran, dass es bei der Anpassung an neue Technologien nicht nur um Fähigkeiten geht, sondern auch darum, in einer Ära, die sich unaufhörlich weiterentwickelt, ein Gefühl für das richtige Gleichgewicht zu finden.
Die Generation Z kann diesen Teil überspringen. Goldman Sachs sagt, dass der KI-Boom noch in den Anfängen steckt, trotz wachsender Sorgen am Markt, dass sich eine KI-Blase bilden könnte.

