Die meisten Amerikaner sehen künstliche Intelligenz inzwischen als Bedrohung für ihre Existenzgrundlage: 71 % fürchten, dass sie Arbeitsplätze dauerhaft vernichten könnte.
Die Ergebnisse stammen aus einer neuen Reuters/Ipsos-Umfrage, die angesichts der Bedrohung der Arbeitsplatzsicherheit durch KI und der Herausforderungen für die Zukunft der Arbeit eine weitverbreitete Angst in den USA zeigt.
Die wachsende Kluft zwischen KI-Hype und den Ängsten der Beschäftigten
Die Reuters/Ipsos-Umfrage, bei der im August online 4.446 Erwachsene aus den USA befragt wurden, ergab, dass eine klare Mehrheit fürchtet, künstliche Intelligenz könnte „Menschen dauerhaft arbeitslos machen“. Diese Angst spiegelt die wachsende Sorge wider, dass die durch die Technologie verursachten Arbeitsplatzverluste die neu geschaffenen Chancen überwiegen könnten.
Branchenverbände bleiben optimistischer. Das World Economic Forum schätzt, dass bis 2030 weltweit 92 Millionen Arbeitsplätze verdrängt werden könnten, dafür aber 170 Millionen neue entstehen. Die Aussicht auf neue Chancen unterstreicht den Optimismus, der die Einführung in Unternehmen vorantreibt – selbst wenn die Ängste in der Bevölkerung zunehmen.
Welche Jobs sind bereits bedroht?
Weitere Untersuchungen zeigen, welche Jobs am stärksten gefährdet sind. Eine Microsoft-Studie ergab, dass sprachintensive Tätigkeiten wie Schreiben, Unterrichten, Übersetzen und Redigieren bereits große Überschneidungen mit generativer KI.
Auch Einstiegsjobs im Büro sorgen für Warnungen. Anthropic-CEO Dario Amodei erklärte, dass innerhalb von fünf Jahren bis zur Hälfte dieser Stellen verschwinden könnte, während andere Experten davor warnen, dass die Karriereleiter für jüngere Beschäftigte „ausgehöhlt“ werden könnte.
Produktivitätsgewinne für Unternehmen, Unsicherheit für Beschäftigte
Während die meisten Amerikaner ihre Angst vor Arbeitsplatzverlusten äußern, arbeiten Unternehmen zügig daran, KI in ihre täglichen Abläufe zu integrieren. Salesforce etwa berichtet, dass die Automatisierung fast die Hälfte seiner Arbeitslast übernimmt.
Arbeitgeber planen zudem Personalabbau. Das World Economic Forum schätzt, dass 40 % der Unternehmen ihre Belegschaft dort verkleinern wollen, wo KI Aufgaben automatisieren kann.
Während Unternehmen Effizienzgewinne feiern, sehen Beschäftigte nur das Risiko von Entlassungen.
Die Zukunft des Jobabbaus ist bereits da
Für viele Beschäftigte ist Verdrängung keine ferne Prognose mehr. Eine auf SSRN veröffentlichte Analyse schätzte, dass 76.440 Stellen im Jahr 2025 bereits gestrichen wurden, da Arbeitgeber auf KI-Tools.
setzen. Gleichzeitig zeigen Gallup-Daten, dass zwar 44 % der Beschäftigten angeben, KI werde an ihrem Arbeitsplatz bereits eingesetzt, aber nur 22 % sagen, die Führung habe erklärt, wie sie zum Einsatz kommen soll. Die fehlende Klarheit lässt viele Beschäftigte im Ungewissen darüber, ob KI ihnen helfen wird, ihre Jobs zu behalten, oder ob sie sie ersetzen wird.
Das Ergebnis ist eine Belegschaft, die bereits mit Kürzungen konfrontiert ist, ohne einen klaren Fahrplan zu haben – ein Echo auf die weitverbreitete Angst, die in der Umfrage zum Ausdruck kommt.
Die KI-Sorge beschränkt sich nicht auf den Arbeitsplatz
Die in der Reuters/Ipsos-Umfrage geäußerten Bedenken gingen über die Beschäftigung hinaus: 77 % der Amerikaner gaben an, sie fürchteten, künstliche Intelligenz könnte dazu eingesetzt werden, politisches Chaos zu schüren, und fast 50 % sagten, sie lehnten ihren Einsatz bei der Auswahl militärischer Ziele ab.
Weitere 61 % sorgten sich um die Belastung des Stromnetzes, während etwa 66 % das Risiko sahen, dass Menschen menschliche Beziehungen gegen KI-Begleiter eintauschen könnten.
Für viele reichen die Risiken der KI so weit wie ihre Einsatzmöglichkeiten.
Die Bedenken rund um KI gehen über Jobs hinaus. Erfahren Sie, wie die Regulierungsbehörden Meta und Character.AI untersuchen, welche Auswirkungen KI auf die psychische Gesundheit von Kindern hat.

