Apple Watch macht großen Durchbruch bei der Glukosemessung

A person using a smartwatch.

Image: LightFieldStudios/Envato

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eWEEK Staff
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Apr 22, 2026
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Die Apple Watch hat mit den jüngsten Entwicklungen bei der Überwachung des Blutzuckerspiegels einen bedeutenden Schritt nach vorn gemacht.

Als die Apple Watch 2015 erstmals auf den Markt kam, war sie im Wesentlichen eine Luxus-Armbanduhr mit einigen smarten Funktionen. Heute sieht die Sache ganz anders aus: Das Gerät verfügt mittlerweile über die FDA-Zulassung für mehrere medizinische Anwendungen – eine Entwicklung, die zu einem der überzeugendsten Beispiele dafür geworden ist, wie sich Unterhaltungselektronik zu echter medizinischer Infrastruktur wandelt.

Wer bereits einen kontinuierlichen Glukosemonitor (CGM) verwendet, kann Blutzuckerwerte durch die Integration mit der Apple Watch abrufen. Doch hier kommt es auf ein wichtiges Detail an: Die Uhr selbst misst den Glukosespiegel nicht direkt. Stattdessen fungiert sie als Anzeigebrücke für vorhandene CGM-Geräte, ruft Daten von Sensoren ab, die man bereits trägt, und stellt sie bequem am Handgelenk dar. Dadurch entfällt das ständige Nachsehen auf dem Smartphone.

Apple entwickelt zwar weiterhin eine eigene nicht-invasive Technologie zur Glukosemessung, hat eine solche Funktion für die Apple Watch bislang jedoch noch nicht veröffentlicht.

Direkte Konnektivität verändert das Diabetesmanagement grundlegend

Für Menschen, die ihren Diabetes täglich managen, wird es an dieser Stelle wirklich spannend.

Der Dexcom G7 wurde zum ersten CGM, das sich direkt mit der Apple Watch verbinden lässt und keine ständige Nähe zum Smartphone erfordert – ein Durchbruch, der die herkömmliche Bluetooth-Reichweitenbegrenzung von 33 Fuß beseitigt, die Nutzer bisher an ihre Smartphones band. Besonders wichtig ist das beim Schwimmtraining, wenn Smartphones nicht verwendet werden können, bei Wanderungen in abgelegenen Gebieten oder für Eltern, die den Glukosespiegel ihrer Kinder überwachen, während diese in einem anderen Zimmer spielen.

Die Überwachung des Glukosespiegels auf der Apple Watch ist seit dem Start des Dexcom G5 im Jahr 2015 eine beliebte Funktion. Diese direkte Verbindung bringt die Geräteunabhängigkeit jedoch einen Schritt näher. Besonders clever am G7-System ist, dass es die WLAN-Verbindung nutzt, um Sensordaten automatisch mit festgelegten Followern zu teilen – etwa mit besorgten Eltern oder Ehepartnern –, ohne dass das Smartphone des Hauptnutzers vorhanden sein muss.

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Noch beeindruckender ist, dass der Dexcom G7 das einzige CGM ist, das gleichzeitig mit drei Anzeigegeräten verbunden werden kann. Nutzer können ihre Daten also zur selben Zeit auf ihrem Smartphone, ihrer Uhr und dem Gerät einer anderen Person überwachen.

Apples ambitioniertes Projekt zur nicht-invasiven Überwachung

Hinter den Kulissen arbeitet Apple an etwas, das weit revolutionärer ist als eine einfache CGM-Integration … an einer Technologie, die externe Sensoren überflüssig machen könnte.

Das Unternehmen entwickelt seit mehr als einem Jahrzehnt eine nicht-invasive Technologie zur Glukosemessung – ein Projekt, dessen Wurzeln in Steve Jobs’ ursprünglicher Vision einer persönlichen Gesundheitsüberwachung liegen. Es geht nicht nur darum, die bestehende Diabetesversorgung zu verbessern, sondern um eine Welt, in der jeder seine Stoffwechselgesundheit so einfach überwachen kann wie seine Herzfrequenz.

Bloomberg berichtete 2023, dass Apple mit einem funktionierenden Machbarkeitsnachweis auf Basis der optischen Absorptionsspektroskopie einen wichtigen Meilenstein erreicht habe. Die Technologie schickt bestimmte Lichtwellenlängen durch die Haut, um den Glukosespiegel in der interstitiellen Flüssigkeit zu messen – der Flüssigkeit, die die Zellen umgibt.

Keine Nadeln, keine Blutabnahmen, keine externen Sensoren, die alle zwei Wochen ausgetauscht werden müssen. Dennoch ist es wichtig, die Erwartungen im Zaum zu halten: Trotz Apples bedeutender Fortschritte bei der Bewältigung grundlegender physikalischer und technischer Herausforderungen ist diese Glukosetechnologie noch mehrere Jahre von der kommerziellen Einsatzreife entfernt.

Technische Herausforderungen und Durchbruchspotenzial

Die technischen Hürden, vor denen Apple steht, machen dieses Projekt zu einem wahrhaft ambitionierten Vorhaben auf Moonshot-Niveau.

Hunderte Ingenieure arbeiten innerhalb von Apples Exploratory Design Group an diesem Projekt. Man kann sie sich als Apples Variante von Google X vorstellen – allerdings mit einem speziellen Fokus auf bahnbrechende Gesundheitstechnologien statt auf selbstfahrende Autos oder Internetballons.

Der aktuelle Ansatz nutzt Siliziumphotonik-Chips und Laser, die bestimmte Wellenlängen aussenden, um die interstitielle Flüssigkeit unter der Haut zu analysieren. Das System befindet sich derzeit in der Machbarkeitsphase und muss für den praktischen Einsatz miniaturisiert werden. Apple entwickelt dafür einen Prototypen etwa in der Größe eines iPhone, der am Bizeps befestigt wird.

Die Herausforderung besteht nicht nur darin, das Gerät kleiner zu machen. Es gilt auch, medizinische Genauigkeit zu gewährleisten und gleichzeitig in ein am Handgelenk getragenes Format zu passen, das den Akku nicht innerhalb weniger Stunden leert.

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Was diesem Projekt über die üblichen Gesundheitsversprechen von Technologieunternehmen hinaus Glaubwürdigkeit verleiht, ist der Umfang von Apples Validierungsarbeit. Apple hat diese Technologie im vergangenen Jahrzehnt an Hunderten Menschen getestet, darunter Personen mit Prädiabetes und Typ-2-Diabetes, und die Ergebnisse systematisch mit herkömmlichen Bluttests verglichen, um die für eine spätere FDA-Zulassung erforderlichen Genauigkeitsdaten zu erheben.

Was das für die Zukunft der Gesundheitsüberwachung bedeutet

Das Zusammenspiel aus der bestehenden CGM-Integration und Apples langfristiger Forschung signalisiert eine Transformationsphase, die weit über das derzeitige Diabetesmanagement hinausgeht.

Die Wettbewerbssituation zeigt, dass dies nicht nur Apples Moonshot ist. Das Schweizer Start-up Liom entwickelt das erste nicht-invasive CGM-Gerät und will bis Mitte 2027 Verbraucher erreichen. Gleichzeitig stoßen nicht-invasive Pflaster, die Schweiß auf Glukose und andere Biomarker analysieren, bei Forschern auf wachsendes Interesse, die sich auf die kontinuierliche Überwachung des Stoffwechsels konzentrieren.

Apples Engagement deutet darauf hin, dass das Unternehmen darin möglicherweise eine grundlegende Veränderung seiner gesamten Gesundheitsplattform sieht. Apple hat Hunderte Millionen US-Dollar in dieses Projekt zur Glukosemessung investiert. Dabei sind hochrangige Führungskräfte wie CEO Tim Cook und COO Jeff Williams direkt an strategischen Entscheidungen beteiligt. Ein derart starkes Engagement der Führungsetage deutet typischerweise darauf hin, dass Apple darin einen potenziell kategoriedefinierenden Durchbruch sieht und nicht bloß eine weitere Gesundheitsfunktion.

Die Auswirkungen reichen über das bestehende Diabetesmanagement hinaus in den Bereich der Präventionsmedizin. Das Glukosemesssystem könnte Nutzern helfen, prädiabetische Zustände zu erkennen und ihren Lebensstil zu ändern, bevor sich ein vollständiger Diabetes entwickelt. 

Stellen Sie sich vor, Sie erhielten sanfte Benachrichtigungen über Blutzuckertrends nach bestimmten Mahlzeiten, bei verschiedenen Arten von Bewegung oder sogar während stressiger Arbeitsphasen – personalisierte Einblicke in den Stoffwechsel, die chronischen Krankheiten tatsächlich vorbeugen könnten, anstatt sie lediglich zu behandeln.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel erschien zuerst in unserer Schwesterpublikation GadgetHacks.

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