Chinas JD.com verspricht Umschulung statt Kündigungen für fast 1 Million Beschäftigte

Liu Qiangdong, Founder of JD.com.

Liu Qiangdong (Richard), JD.com Founder. Image: Creative Commons

Jun 1, 2026
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Während Technologie-Manager rund um den Globus mithilfe künstlicher Intelligenz ihre Belegschaften verkleinern, vertritt einer der größten Arbeitgeber Chinas öffentlich eine ganz andere Position.

Liu Qiangdong, der milliardenschwere Gründer des E-Commerce-Riesen JD.com Inc., hat versprochen, seine riesige Belegschaft angesichts des aggressiven Vorstoßes des Unternehmens in die Automatisierung vor Verdrängung zu schützen. In einer internen Ansprache an die Unternehmensführung bemühte sich Liu, die Sorge vor einer Übernahme menschlicher Aufgaben durch Maschinen zu zerstreuen, wie aus einem Video hervorgeht, das in den sozialen Medien weite Verbreitung fand.

„JD.com wird keinen einzigen Beschäftigten an vorderster Front entlassen, der durch Maschinen ersetzt wird“, sagte Liu in dem Video, laut Bloomberg.

Er fügte hinzu, der E-Commerce-Riese werde „alles in seiner Macht Stehende tun, um die Arbeitsplätze Hunderttausender Beschäftigter, darunter auch Arbeiter, zu sichern“, die den täglichen physischen Betrieb des Unternehmens am Laufen halten.

JD.com gehört mit rund 900.000 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern des chinesischen Privatsektors. Die Belegschaft umfasst eine große Bandbreite an Tätigkeiten, darunter Lieferfahrer, Lagerpersonal, Beschäftigte im Einzelhandel, KI-Trainer und Robotiktechniker.

Die KI-Expansion geht weiter

Das Versprechen kommt zu einer Zeit, in der JD.com weiter massiv in Automatisierung und KI investiert.

Aus Unternehmensunterlagen geht hervor, dass JD.com eine Vielzahl automatisierter Technologien entwickelt und testet, darunter unbemannte Lagerhäuser, Drohnendistribution, autonome Fahrzeuge, automatisierte Lieferstationen und kassenlose Convenience-Stores.

Das Unternehmen präsentiert sich seit Langem als Vorreiter bei Innovationen in der Logistik. Eines seiner bemerkenswertesten Projekte war ein hochautomatisiertes Lager, das große Bestellmengen mit nur einer Handvoll menschlicher Beschäftigter verarbeiten konnte, die robotische Systeme überwachten.

JD Logistics, die Logistiksparte des Unternehmens, hat den Einsatz KI-gestützter Routenplanung und autonomer Liefertechnologien in Teilen Chinas ebenfalls ausgeweitet.

Umschulung statt Entlassungen

Statt die Belegschaft zu verkleinern, will JD.com die Beschäftigten laut Liu auf neue, technologiegetriebene Aufgaben vorbereiten.

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Seinen Aussagen zufolge hat das Unternehmen in ganz China mehr als 80 Schulungszentren eingerichtet, um Beschäftigten dabei zu helfen, Kenntnisse für die Wartung und den Betrieb automatisierter Systeme zu erwerben.

Die Initiative zeigt das Bemühen, Beschäftigte umzuschulen, während die Technologie das Wesen von Arbeitsplätzen in Logistik und Einzelhandel verändert. Befürworter dieses Ansatzes argumentieren, dass Automatisierung neue Beschäftigungskategorien schaffen kann, etwa in der Roboterwartung, im KI-Betrieb und im technischen Support, selbst wenn traditionelle Aufgaben zunehmend automatisiert werden.

Wachsender politischer Druck

Lius Äußerungen fallen in einen sensiblen Moment für den chinesischen Arbeitsmarkt.

Chinesische Behörden ermutigen Unternehmen, die Einführung von KI zu beschleunigen, als Teil des Bestrebens des Landes, bei fortschrittlichen Technologien weltweit führend zu werden. Gleichzeitig konzentrieren sich die politischen Entscheidungsträger angesichts des langsameren Wirtschaftswachstums und anhaltender Sorgen über die Jugendarbeitslosigkeit weiterhin auf die Stabilität der Beschäftigung.

Jüngste rechtliche Entwicklungen haben den Schutz von Beschäftigten, die von der Automatisierung betroffen sind, weiter gestärkt. Bloomberg berichtete, dass ein chinesisches Gericht Ende April entschied, Unternehmen dürften Beschäftigte nicht allein deshalb entlassen oder ihre Gehälter kürzen, um sie durch KI-Systeme zu ersetzen.

Die Behörden führten außerdem Vorschriften ein, die Unternehmen verpflichten, Beschäftigte vor einer Kündigung umzuschulen oder ihnen im Fall eines technologischen Wandels andere Aufgaben zuzuweisen.

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Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

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