KI ist bei der Arbeit überall … aber Schulungen sind es nicht.
Neunundachtzig Prozent der Beschäftigten nutzen inzwischen bei der Arbeit KI, obwohl die meisten dafür keine formelle Schulung erhalten haben. Das geht aus einer neuen Studie von Study.com hervor. Die Ergebnisse legen nahe, dass KI bei der Arbeit alltäglich geworden ist, die Schulungen jedoch nicht Schritt gehalten haben.
Die Umfrage unter 1.000 Beschäftigten aus verschiedenen Branchen zeigt, dass KI zu einem festen Bestandteil der täglichen Arbeit geworden ist – maßgeblich durch selbstständiges Lernen statt durch strukturierte Programme. Diese Lücke zwischen weitverbreiteter Nutzung und begrenzter Schulung stellt Organisationen vor wachsende Herausforderungen, da KI zunehmend in alltägliche Arbeitsabläufe eingebettet wird.
Von schnellen Aufgaben bis zur Kernarbeit
KI kommt weitaus häufiger zum Einsatz als nur als gelegentliche Produktivitätshilfe. In der Umfrage, 41 % der Beschäftigten gaben an, KI täglich oder mehrmals am Tag zu nutzen, während weitere 33 % von einer Nutzung mehrmals pro Woche berichteten – ein Hinweis auf den häufigen und wiederholten Einsatz während der Arbeitswoche.
Diese Nutzung zieht sich durch technische wie nichttechnische Tätigkeiten. Beschäftigte setzen KI für Aufgaben wie Recherche und Datenanalyse, das Verfassen von E-Mails und Dokumenten, das Erstellen von Präsentationen und das Programmieren ein. Die vielfältigen Einsatzbereiche zeigen, dass KI zu einem festen Bestandteil der täglichen Arbeit wird.
Begrenzte Orientierung
Obwohl KI in der täglichen Arbeit zur Routine geworden ist, nutzen viele Beschäftigte sie weiterhin mit wenig formeller Unterstützung.
Die Umfrage ergab, dass 46 % der Beschäftigten den Umgang mit KI durch selbstständiges Lernen und Versuch und Irrtum erlernt haben, während nur etwa 33 % der Beschäftigten vom Arbeitgeber bereitgestellte KI-Schulungen erhalten haben. Diese Zahlen zeichnen ein Bild davon, wie weit die Technologie ohne strukturierte Anleitung eingesetzt wird.
Darüber hinaus gab fast jeder vierte Befragte an, dass sein Arbeitgeber keinerlei KI-bezogene Unterstützung anbietet, etwa Schulungen, Mentoring oder freigegebene Tools.
In einer Stellungnahme gegenüber eWeek brachte Study.com-CEO Ádrian Ridner die Ergebnisse mit der langfristigen Vorbereitung der Arbeitskräfte in Verbindung. „Da nur 33 % der Beschäftigten angeben, Zugang zu vom Arbeitgeber bereitgestellten KI-Schulungen zu haben, ist die Integration von KI-Kompetenzentwicklung in Studiengänge entscheidend, um die Arbeitskräfte der Zukunft vorzubereiten.“
Produktivität trifft auf Unsicherheit
Laut der Studie sorgt KI für viele Beschäftigte für deutliche Produktivitätsgewinne. Vierundsiebzig Prozent der Befragten gaben an, dass KI ihre Arbeit erleichtert. Auch das Vertrauen in die Ergebnisse ist groß: 68 % erklärten, sie fühlten sich bei der Nutzung von KI zur Erledigung alltäglicher Aufgaben mäßig oder sehr sicher.
Dieses Vertrauen nimmt jedoch ab, sobald Regeln und Grenzen ins Spiel kommen: 35 % erklärten, dass sie sich beim Einsatz von KI im Rahmen der Unternehmensrichtlinien sehr sicher fühlen. Einige Befragte äußerten Unsicherheit darüber, was erlaubt ist; etwa 20 % gaben an, KI vorsichtig zu nutzen, weil sie sich über die Regeln nicht im Klaren sind.
Bereit sein ist jetzt Pflicht
Da vom Arbeitgeber bereitgestellte KI-Schulungen weiterhin begrenzt sind, setzt die Verantwortung für das Lernen früher in der Pipeline der Arbeitskräfte an. Die Umfrage zeigt, dass 54 % der Beschäftigten vor allem motiviert sind, KI-Kompetenzen aufzubauen , um in ihrer derzeitigen Rolle bessere Leistungen zu erbringen. Damit ist die Arbeitsleistung der stärkste Antrieb für das Erlernen von KI.
Gleichzeitig sagen viele Beschäftigte, dass es nicht einfach ist, diese Kompetenzen zu entwickeln. 41 % nannten Zeitmangel als Hindernis beim Erlernen von KI, während 33 % Angst vor Fehlern anführten. Andere berichteten von begrenztem Zugang zu KI-Tools oder Technologie, den Kosten für Schulungen und fehlender Unterstützung durch den Arbeitgeber – ein Hinweis darauf, wie schwierig es sein kann, KI-Kompetenzen erst im Berufsalltag aufzubauen.
Universitäten beginnen, KI-Schulungen zu formalisieren. Die Boston University School of Law bereitet ein neues Zertifikat vor , das sich auf die juristische Praxis konzentriert.

