Google möchte, dass Android die kleinen digitalen Aufgaben, die Menschen normalerweise selbst erledigen, besser übernimmt.
Mit Gemini Intelligence führt das Unternehmen eine Reihe neuer KI-Funktionen ein, die Android-Geräte im Alltag proaktiver machen sollen. Die ersten Funktionen kommen diesen Sommer, eine breitere Einführung für Android ist im weiteren Jahresverlauf geplant.
Der Haken ist das Vertrauen. Gemini kann nur dann Zeit sparen, wenn Nutzer sich damit wohlfühlen, dass die Funktion Kontext liest und sich über verschiedene Dienste hinweg bewegt, ohne dass sich ihre Smartphones zu autonom anfühlen.
Androids KI geht vom Antworten zum Handeln über
Gemini Intelligence ist Teil des Android-Übergangs „von einem Betriebssystem zu einem Intelligenzsystem“. Dieser Wandel beginnt damit, dass Gemini das, was bereits auf dem Bildschirm zu sehen ist, zum Ausgangspunkt für eine Aufgabe macht.
Eine Einkaufsliste auf dem Smartphone liegt normalerweise einfach da, bis man sich selbst darum kümmert.
Der Technologieriese versucht, einen Teil dieser Mühe an Gemini.
Google hat monatelang die mehrstufige Automatisierung auf dem Galaxy S26 und Pixel 10, insbesondere in beliebten Apps für Essen und Fahrdienste, verfeinert. In einem Beispiel kann ein Nutzer die Ein-/Aus-Taste über einer Einkaufsliste lange drücken und das KI-Tool bitten, daraus einen Warenkorb für eine Lieferung zu erstellen.
In einem anderen Beispiel kann Gemini in Gmail einen Kursplan finden, die erforderlichen Bücher ermitteln und sie in einen Warenkorb legen. Außerdem kann die Funktion ein Foto aus einer Reisebroschüre verwenden, um auf Expedia nach einer ähnlichen Tour zu suchen.
Das Update nutzt den Kontext des Bildschirms und von Bildern, sodass Gemini bei allem ansetzen kann, was der Nutzer gerade betrachtet. Nutzer können den Fortschritt über Benachrichtigungen verfolgen, und der KI-Assistent stoppt, sobald die Aufgabe erledigt ist, und überlässt ihnen die abschließende Bestätigung.
Pixel- und Galaxy-Smartphones erhalten die erste Welle
Die erste Welle startet auf den neuesten Samsung-Galaxy- und Google-Pixel-Smartphones. Google bringt Gemini Intelligence dabei in mehrere alltägliche Android-Tools:
- Chrome: Ab Ende Juni kann Gemini in Chrome Nutzern dabei helfen, Informationen im Web zu recherchieren, zusammenzufassen und zu vergleichen. Chrome Auto Browse kann außerdem Aufgaben wie das Buchen von Terminen oder das Reservieren von Parkplätzen übernehmen.
- Autofill: Autofill mit Google kann Geminis Personal Intelligence nutzen, um komplexere Formulare mit Angaben aus verbundenen Apps auszufüllen. Die Verbindung zu Gemini ist optional und kann in den Einstellungen deaktiviert werden.
- Gboard: Rambler verwandelt freie Sprache in saubereren Text, entfernt verbale Füllwörter und formt gesprochene Gedanken zu einer ausgereifteren Nachricht. Die Funktion kann auch mehrere Sprachen in einem Entwurf verarbeiten. Audio wird ausschließlich für die Echtzeit-Transkription verwendet und „nicht gespeichert oder aufbewahrt“.
- Widgets: Create My Widget ermöglicht es Nutzern, das gewünschte Tool zu beschreiben, woraufhin ein individuelles Widget für den Startbildschirm oder Wear OS erstellt wird.
Nach den Smartphones wird Gemini Intelligence auf weitere Android-Geräte ausgeweitet, darunter Uhren, Autos, Brillen und Laptops. Google muss dann zeigen, dass proaktive KI auch jenseits des Smartphone-Bildschirms einen echten Mehrwert bieten kann.
Googles angeblicher Remy agent könnte Gemini näher an einen echten ständig verfügbaren Assistenten bringen.

