Meta bereitet diese Woche den Abbau von etwa 1.500 Stellen in seiner Sparte Reality Labs vor – ein weiterer Wandel bei den strategischen Prioritäten des Tech-Giganten.
Die Kürzungen entsprechen rund 10 % der 15.000 Beschäftigten zählenden Sparte und signalisieren Metas zunehmende Abkehr von seinen Metaverse-Ambitionen zugunsten der Vorherrschaft im Bereich KI.
Die New York Times berichtet , dass Chief Technology Officer Andrew Bosworth für Mittwoch (14. Jan.) eine dringende Versammlung aller Mitarbeitenden einberufen hat und sie als die „wichtigste“ des Jahres bezeichnet.
Warum Metas Metaverse-Traum zum Albtraum wird
Das finanzielle Desaster sagt viel aus über Metas Metaverse-Investitionen. Reality Labs hat seit 2021 mehr als 70 Milliarden US-Dollar verbrannt, wobei die Sparte allein 2024 einen operativen Verlust von 17,7 Milliarden US-Dollar verbuchte. Trotz einiger Lichtblicke – der Umsatz von Reality Labs wuchs 2024 dank der beliebten Ray-Ban Meta glasses – ist die Sparte weiterhin tief in den roten Zahlen.
Der Stellenabbau wird sich überproportional auf Beschäftigte auswirken, die an Virtual-Reality-Headsets und sozialen Netzwerken auf VR-Basis arbeiten. Die Führungskräfte von Meta erwägen für die gesamte Metaverse-Sparte im Jahr 2026 Budgetkürzungen von bis zu 30 %, wobei die Finanzierung auf Wearables wie Smart Glasses und am Handgelenk getragene Geräte umgeleitet werden soll. Dies stellt einen grundlegenden Rückzug von der ursprünglichen Vision von CEO Mark Zuckerberg dar: miteinander verbundene digitale Welten, die den Namenswechsel des Unternehmens von Facebook im Jahr 2021 vorangetrieben hatten.
Wettbewerbsdruck zwingt Meta zum Kurswechsel
Die Kürzungen bei Reality Labs erfolgen, während sich Meta einem zunehmenden Wettbewerb durch OpenAI, Google, und Microsoft im KI-Bereich gegenübersieht. Das Unternehmen hat in sechs Jahren bereits mehr als 70 Milliarden US-Dollar in die KI-Entwicklung investiert und kürzlich die „Superintelligence Labs“ als geschützte Sparte gegründet, die sich auf das Erreichen menschenähnlicher KI-Fähigkeiten konzentriert.
Der Kurswechsel wurde vor zwei Monaten glasklar, als Meta 600 Stellen in seinen traditionellen KI-Sparten strich, seine elitären Superintelligence Labs jedoch unangetastet ließ und weiterhin aktiv neue Mitarbeitende einstellte. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, bis zu 40 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur auszugeben. Dadurch wirken die Kürzungen bei Reality Labs unausweichlich, da Ressourcen auf das aus Sicht von Meta dringendere technologische Schlachtfeld umverteilt werden.
Was das für Metas Zukunft bedeutet
Der Stellenabbau in dieser Woche ist das jüngste Kapitel in Metas anhaltender Transformation von einem auf das Metaverse fokussierten Unternehmen zurück zu einem eher traditionellen Tech-Giganten, der KI und seine zentralen Social-Media-Produkte priorisiert. Vor acht Monaten strich das Unternehmen mehr als 100 Stellen bei Reality Labs, was vor allem die Einheit Oculus Studios betraf, und im vergangenen Jahr erwähnte Zuckerberg das Metaverse bei öffentlichen Auftritten kaum noch.
Die Kürzungen werden Metas Fokus auf KI-Brillen, Wearables und Large Language Models wahrscheinlich verstärken, während experimentelle Projekte wie Horizon Worlds zurückgefahren werden. Die 1.500 von Entlassung bedrohten Beschäftigten dürfen sich bei Meta auf andere interne Stellen bewerben, doch die Zeichen sind eindeutig: Die Metaverse-Ära bei Meta geht rasch zu Ende und wird durch eine uneingeschränkte Wette auf die Vorherrschaft der KI ersetzt.
Mit KI auf der Agenda gibt Zuckerberg bekannt, dass Meta Compute als eigenständige „Organisation auf höchster Ebene“ gestartet wird, die eine in Hunderten Gigawatt gemessene Recheninfrastruktur aufbauen soll.

