Microsoft wird auf seiner Build-Konferenz am Dienstag voraussichtlich neue KI-Modelle sowie Updates für Windows 11 für Entwickler ankündigen.
Für Microsoft ist damit an einem entscheidenden Wendepunkt die Bühne bereitet: Das Unternehmen löst sich von seiner Abhängigkeit von OpenAI als KI-Treiber und entwickelt eigene Modelle im Haus. Auf der Build dürfte Microsoft sein erstes Reasoning-Modell, MAI-Thinking-1, ankündigen. Berichten zufolge hat das Unternehmen beim Training des Modells keinerlei Destillationsmethoden eingesetzt, was es zu einem eigenständigeren Vorhaben machen dürfte.
Microsoft soll seine Anstrengungen und Ressourcen darauf ausgerichtet haben, wieder an die Spitze der KI-Modellentwicklung zurückzukehren, wobei KI-Chef Mustafa Suleyman erklärte, das Unternehmen müsse dieses Niveau bis 2027 erreichen. Dies wäre einer der ersten großen Tests dafür, wie es um Microsofts technologische Reife bestellt ist.
Neben dem Reasoning-Modell dürfte Microsoft laut The Verges Tom Warren auch MAI-Image-2.5 und MAI-Image-2.5-Flash vorstellen, die beiden Bildgeneratoren des Unternehmens. Die Bildgenerierung war ein zentraler Schwerpunkt für Microsoft, wobei sein Modell kürzlich mit Googles Nano Banana bei wichtigen Benchmarks gleichgezogen hat.
Microsoft könnte mehrere seiner KI-Modelldienste außerdem in einer einzigen Copilot-„Super-App“ bündeln, die auf der Build vorgestellt werden könnte. Einer der Dienste in diesem Paket könnte Microsoft Scout sein, die OpenClaw-Alternative für Unternehmen, an der das Unternehmen aktiv arbeitet.
Obwohl Microsoft die Zahl der Dienste mit Copilot-Funktionen ausgeweitet hat, unter anderem durch die Integration von Copilot Work with Claude vor einigen Monaten, hat das Unternehmen auch auf das Feedback gehört und die Menge an Copilot-Branding reduziert in Windows. Für Entwickler dürfte es eine noch stärker abgespeckte Option ankündigen – in Form einer optimierten, völlig ablenkungsfreien Nutzung.
Windows 11 erhält außerdem Leistungsverbesserungen – als Teil von Microsofts laufenden Bemühungen, das Betriebssystem effizienter zu machen.
Neue Microsoft-Hardware auf dem Build-Event
Microsoft wird auf der Build außerdem neue Hardware präsentieren, nachdem Nvidia am Montag den RTX-Spark-Chip angekündigt hat. Während der Keynote enthüllte Nvidia-CEO Jensen Huang den Surface Laptop Ultra, der Microsofts ultimatives Notebook für KI-Workloads werden soll.
Der RTX-Spark-Chipsatz kombiniert einen Mikroprozessor mit einem Grafikchip und gemeinsam genutztem Speicher. Erste Benchmarks zeigen, dass er der Konkurrenz überlegen ist. Für das Geschäft mit Consumer-PCs ist dies seit Längerem das erste größere Update des Unternehmens, da Microsoft sich zuletzt auf die Lieferung neuer High-End-Chips für Rechenzentren und KI-Neoclouds konzentriert hat.
Nvidia teilte mit, dass Dell, Lenovo, HP und ASUS noch im Laufe des Jahres Geräte mit dem Chipsatz auf den Markt bringen werden.
Für Microsoft war RTX Spark offenbar ein dreijähriges Gemeinschaftsprojekt mit Nvidia, um einen Chipsatz zu entwickeln, der starke KI-Leistung in einem deutlich kleineren Paket liefern kann. Bei der Ankündigung ging es vor allem darum, was diese Chips bei KI-Workloads leisten können. Nvidia behauptet, sie könnten die Abläufe von KI-Agenten lokal ausführen und so sicherstellen, dass diese Agenten nicht außerhalb zentraler Workloads arbeiten.
Ebenfalls lesenswert: Microsofts und Nvidias RTX-Spark-Offensive bringt Windows on Arm, Surface-Hardware und lokale KI-Agenten in das nächste Rennen um KI-PCs.

