Trotz massiver Investitionen in die Entwicklung von AGI zeigt eine neue Umfrage, dass die meisten KI-Forscher skeptisch sind, ob die derzeitigen Ansätze jemals dorthin führen werden. Ihrer Ansicht nach dürfte es nicht ausreichen, KI-Systeme einfach zu vergrößern, um menschliches Schlussfolgern zu erreichen – möglicherweise werden so Milliarden in ein Ziel gesteckt, für das es keinen klaren Weg gibt.
Eine Umfrage der Association for the Advancement of Artificial Intelligence (AAAI) ergab, dass 76 % der KI-Forscher künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) mit den bestehenden transformerbasierten KI-Technologien für ein unrealistisches Ziel halten. Unter Verweis auf stagnierende Fortschritte und grundlegende Einschränkungen argumentieren Experten, dass die jüngsten Entwicklungen in der KI eine Plateauphase erreicht haben und der Weg zu AGI bestenfalls undurchsichtig bleibt. Da es weder eine konkrete Definition noch eine zuverlässige Möglichkeit gibt, AGI zu messen, warnen sie davor, dass anhaltende Investitionen zu einem finanziellen Fass ohne Boden werden könnten.
Forscher fällen schonungsloses Urteil über die Zukunft von AGI
Die AAAI-Studie zeigt, dass viele KI-Forscher AGI mit den heutigen KI-Modellen. Den Befragten zufolge kann heutige künstliche Intelligenz zwar Texte generieren, Gleichungen lösen und Bilder erkennen, scheitert aber beim logischen Durchdringen komplexer Probleme, bei der Anpassung an neue Situationen sowie beim Verständnis von Ursache und Wirkung. Ohne diese Fähigkeiten bleibt AGI ihrer Ansicht nach eher Fiktion als ein unmittelbar bevorstehender Durchbruch.
KI-Forscher weisen zudem auf gravierende Mängel bei der Definition und Überprüfung von AGI hin. Es gibt keinen universellen Maßstab, und zahlreiche Evaluierungen bevorzugen Mustererkennung gegenüber echter Intelligenz. Ohne einen klaren wissenschaftlichen Standard, so betonen KI-Wissenschaftler, lässt sich der Fortschritt nicht präzise messen – und damit gerät auch der Wert laufender Investitionen ins Zweifeln.
Wenn AGI eine schlechte Wette ist, welche Folgen könnte das für KI-Investoren haben?
Meta, Amazon und Microsoft stocken ihre KI-Investitionen auf; die Ausgaben dürften die bisherigen Prognosen übertreffen. Bloomberg Intelligence berichtet, dass diese KI-Giganten im Jahr 2025 371 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren und Rechenressourcen investieren werden. Bis 2032 dürften die jährlichen Ausgaben auf mehr als 525 Milliarden US-Dollar steigen.
Sollte sich AGI, wie von den KI-Forschern behauptet, als unrealistisches Ziel erweisen, könnten diese Investitionen zu verschwendeten Ressourcen und Marktinstabilität führen. Unternehmen, die Milliarden in KI-Infrastruktur stecken, könnten Schwierigkeiten haben, ihre Investitionen wieder hereinzuholen, wenn Reasoning-Modelle die Erwartungen nicht erfüllen. Das würde sie dazu zwingen, ihre Strategien zu überdenken oder ihre KI-Ausgaben zurückzufahren.
Die Folgen könnten sich durch ganze Branchen und Volkswirtschaften ziehen. Unternehmen, die auf AGI setzen, könnten gezwungen sein, KI-Projekte einzustellen, was Entlassungen unter KI-Fachkräften auslösen würde. Die finanziellen Auswirkungen könnten zudem das Vertrauen in die Fortschritte der KI untergraben, künftige Finanzierungen erschweren und Innovationen im gesamten Technologiesektor ausbremsen.

