Eine Koalition aus mehr als 400 Schauspielern, Regisseuren, Autoren und anderen Fachleuten aus der Unterhaltungsbranche hat sich zusammengeschlossen, um ihre Bedenken hinsichtlich einer möglichen Lockerung der Urheberrechtsgesetze zugunsten von Unternehmen für künstliche Intelligenz zum Ausdruck zu bringen. In einem offenen Brief an die US-Regierung fordert die Gruppe Politiker dazu auf, den derzeitigen Urheberrechtsschutz aufrechtzuerhalten. Sie warnt, dass eine Schwächung dieser Gesetze erhebliche negative Auswirkungen auf die Kreativbranchen haben könnte.
Die von der Schauspielerin Natasha Lyonne angeführte Gruppe umfasst bekannte Namen wie Ben Stiller, Mark Ruffalo, Ava DuVernay, Bette Midler, Paul McCartney und Cate Blanchett. Sie reagiert konkret auf jüngste Vorschläge der Tech-Giganten OpenAI und Google, die beide Empfehlungen an das Office of Science and Technology Policy (OSTP) eingereicht haben. Darin schlagen sie vor, die derzeitigen Urheberrechtsgesetze im Rahmen der „Fair Use“-Regelungen zu lockern, um das Training von KI mit öffentlich zugänglichem und urheberrechtlich geschütztem Material zu ermöglichen. Google schlug außerdem Ausnahmen wie „Text- und Data-Mining“ vor, um langwierige Lizenzierungsverfahren zu vermeiden.
Die Sorge: KI-Training mit urheberrechtlich geschützten Werken
Hollywoods Sorge wurzelt in seiner bedeutenden Rolle für die US-Wirtschaft. Der Unterhaltungssektor trägt zu mehr als 2,3 Millionen Arbeitsplätzen bei und generiert jährlich mehr als 229 Milliarden US-Dollar an Löhnen. Der Brief warnt, dass eine Lockerung der Urheberrechtsgesetze die wirtschaftliche und kulturelle Stärke dieser Branchen untergraben könnte, die in den vergangenen 250 Jahren auf einem starken Schutz geistigen Eigentums aufgebaut wurde.
„Amerika wurde nicht zufällig zu einer kulturellen Großmacht“, heißt es in dem Brief. „Unser Erfolg beruht unmittelbar auf unserem grundlegenden Respekt vor geistigem Eigentum und dem Urheberrecht, der kreatives Wagnis talentierter und hart arbeitender Amerikaner aus allen Bundesstaaten und Territorien belohnt.“
Es steht mehr auf dem Spiel: Mehr als nur Filme
Der Brief betont, dass eine Schwächung des Urheberrechts nicht nur Schauspieler oder Musiker betreffen würde – sie würde in allen wissensbasierten Bereichen einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen, darunter für Fotografen, Wissenschaftler, Ärzte, Architekten und Softwareentwickler.
„Dieses Thema geht weit über die Unterhaltungsbranche hinaus, denn das Recht, KI mit sämtlichen urheberrechtlich geschützten Inhalten zu trainieren, wirkt sich auf alle wissensbasierten Branchen Amerikas aus“, heißt es in dem Brief. „Diese Berufe bilden den Kern dessen, wie wir als Gesellschaft und als Nation Wissen entdecken, lernen und teilen.“
Der Widerstand aus Hollywood spiegelt die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Rolle von KI in der Unterhaltungsbranche. 2023 streikte die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA 118 Tage lang, teilweise aus Sorge, dass KI menschliche Darsteller ersetzen oder ihre digitalen Abbilder ohne Zustimmung nutzen könnte oder ohne faire Vergütung. Die Gewerkschaft setzte in ihrem neuen Vertrag letztlich Schutzmaßnahmen durch, doch der Streit über die Rolle von KI in der kreativen Arbeit ist noch lange nicht beendet.
Freiheit für Innovation – aber nicht auf Kosten der Ethik
Die KI-Regeln aus der Biden-Ära – die ethische Leitlinien und den Schutz der Bürgerrechte umfasst hatten – wurden Anfang dieses Jahres zurückgenommen von Präsident Trump, der nun rasche Investitionen des Privatsektors in KI unterstützt. Dazu gehört ein 500-Milliarden-US-Dollar-Vorstoß zum Ausbau der US-KI-Infrastruktur und zur Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Ländern wie China.
Doch Hollywood möchte eines klarstellen: Innovation sollte nicht auf Kosten von Ausbeutung gehen. Der Brief wurde im Rahmen eines öffentlichen Stellungnahmeverfahrens zum US-Aktionsplan für KI der Regierung eingereicht. Obwohl die ursprüngliche Frist abgelaufen ist, erklären die Organisatoren, dass sie weiterhin zusätzliche Unterstützung sammeln.
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