Der pandemiebedingte Fokus auf die Arbeit von zu Hause aus hat 2021 bei vielen Unternehmen die Cloud-Migration vorangetrieben. Sie mussten nahezu über Nacht in die Cloud migrieren, um ihre Belegschaften im Homeoffice zu unterstützen. Dadurch ist Telearbeit während des Lockdowns zur Killer-App des Cloud Computing geworden – aber auch Cyberkriminelle wissen das.
Klar ist: Hacker werden weiterhin Cloud-Umgebungen ins Visier nehmen, solange sie in diesen Angriffen ein Gewinnpotenzial sehen. Daher werden sie 2022 ihre Angriffe auf Cloud-Infrastrukturen verstärken.
Vor diesem Hintergrund sind hier fünf Entwicklungen im Bereich Cloud-Sicherheit, die im kommenden Jahr zu erwarten sind, sowie einige Vorschläge zum Umgang mit den damit verbundenen Herausforderungen.
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Trends bei der Cloud-Sicherheit 2022
1. Angriffe auf die Lieferkette werden zunehmen
Der inzwischen ein Jahr zurückliegende Solarwinds-Angriff, bei dem Cyberkriminelle durch das Einschleusen von Schadcode in Softwareupdates in die Systeme Tausender Kunden eindrangen, war ein Warnsignal. Hacker werden voraussichtlich Schwachstellen in der Lieferkette ins Visier nehmen, um in die Cloud einzudringen und besser geschützte Systeme anzugreifen.
Tipp: Verteidiger im Bereich Cybersicherheit sollten sich darauf konzentrieren, die Fähigkeit von Angreifern zur lateralen Bewegung einzuschränken, indem sie die Berechtigungen und Privilegien aller internen und externen Identitäten – einschließlich Maschinenidentitäten –, die auf Cloud-Ressourcen zugreifen dürfen, reduzieren
Siehe auch: Führende Cybersicherheitsunternehmen
2. Cloud-Datenschutzverletzungen werden zum Alltag gehören
McKinsey & Co. hat festgestellt, dass die Pandemie viele Unternehmen dazu gezwungen hat, bei der Nutzung der Cloud während des Lockdowns mehrere Jahre zu überspringen. Der Übergang verlief jedoch nicht reibungslos, und in einigen Fällen hat die Sicherheit darunter gelitten: 40 % der Unternehmen waren von einer cloudbasierten Datenschutzverletzung betroffen. 2022 ist damit zu rechnen, dass jede Organisation mindestens eine Cloud-Datenschutzverletzung erleiden wird.
Tipp: Unternehmen sollten sich darauf konzentrieren, ihre Angriffsfläche in der Cloud zu verkleinern und den Schadensradius zu begrenzen, falls ein Hacker ihre Sicherheitskontrollen durchbricht. Sie sollten in Tools investieren, die Einblick in Cloud-Identitäten gewähren und Verteidigern ein klares Bild der potenziellen Schäden vermitteln, die auf einen Sicherheitsbruch folgen könnten, damit sie schnell reagieren und alle Beteiligten einbinden können.
3. Der Reifegrad der Cloud wird einen Unterschied machen
Unternehmen, die sich in einer frühen Phase ihrer Cloud-Migration befinden, sind einem größeren Risiko ausgesetzt als Unternehmen, die ihre bestehende Infrastruktur optimieren. Es ist zu erwarten, dass Organisationen, die sich noch im Aufbau ihrer Cloud-Entwicklung befinden, mehr Datenschutzverletzungen erleiden werden.
Cloud-native Unternehmen haben hier einen Vorteil, da sie in der Regel die Komplexität beim Management der Sicherheitslage von Cloud-Infrastrukturen zum Schutz ihrer Daten und Anlagen besser verstehen, anstatt darauf zu vertrauen, dass Plattformanbieter eingreifen.
Tipp: Cybersicherheitsexperten sollten in jeder Phase Sicherheitskontrollen für Identitäten, Zugriffe und Konfigurationen in ihre Roadmap für die Cloud-Migration integrieren.
4. Zero Trust gewinnt an Dynamik
“Zero Trust“ wird schnell zu einem Schlagwort, das seine Bedeutung zu verlieren droht, doch seine Wichtigkeit ist ungebrochen. Eine konsistente, ununterbrochene Sicherheitsrichtlinie, die regelt, wer auf Daten und Ressourcen zugreifen darf, und den Zugriff nach dem Prinzip der geringsten Privilegien durchsetzt, ist nach wie vor das zentrale Prinzip zum Schutz der Cloud-Infrastruktur. Daher ist damit zu rechnen, dass Initiativen zur Nutzung einer Zero-Trust-Architektur bei Unternehmen weiter an Bedeutung gewinnen.
Tipp: Organisationen, die Zero Trust und das Prinzip der geringsten Privilegien in der Cloud durchsetzen möchten, müssen Netzwerkregeln, Identitäts- und Zugriffsberechtigungen sowie Ressourcenkonfigurationen verwalten. Sie müssen Verfahren einführen, die umfassende Transparenz in allen drei Bereichen schaffen, um die Bedrohung besser zu verwalten.
5. Maschinenidentitäten werden zur Achillesferse
Organisationen sind bei der Verbesserung der Sicherheit ihrer Benutzer umsichtiger geworden und setzen Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) sowie Single Sign-on (SSO) ein, um den Missbrauch und die unsachgemäße Handhabung von Zugangsdaten zu verhindern. Je mehr Organisationen die Sicherheit auf der menschlichen Seite verbessern, desto stärker werden Cyberkriminelle neue Fronten eröffnen, indem sie Maschinen- und Dienstidentitäten ins Visier nehmen. Diese wurden bereits bei nahezu jeder Cloud-Datenschutzverletzung ausgenutzt, um Angreifern den Zugriff auf Daten oder die laterale Bewegung innerhalb von Systemen zu ermöglichen. Das liegt vor allem daran, dass Maschinen- und Dienstidentitäten von Entwicklern erstellt werden, um andere Funktionen zu ermöglichen, und außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Cybersicherheit liegen.
Tipp: Das muss sich ändern. Angesichts eines Mangels an Fachkräften für Cybersicherheit müssen Organisationen Tools einsetzen, die als Multiplikator für Sicherheitsteams dienen können. Automatisierung kann die Cybersicherheit unterstützen, indem sie die mit Maschinenidentitäten und deren Berechtigungen verbundenen Risiken identifiziert und priorisiert und außerdem die Behebung dieser Risiken automatisiert.
Der Geist der Remote-Arbeit weigert sich, wieder in die Flasche zurückzukehren. Selbst wenn die Pandemie irgendwann nur noch eine Erinnerung ist, gehen Arbeitgeber davon aus, dass ein Teil ihrer Belegschaft zumindest teilweise remote arbeiten wird. Gleichzeitig wird sich die Cloud-Nutzung weiter beschleunigen – und damit auch die Angriffe auf Plattformen von Dienstanbietern und die darin enthaltenen Daten. 2022 muss das Jahr werden, in dem die Grundlagen der Cloud-Sicherheit richtig umgesetzt werden.
Über den Autor:
Shai Morag ist der CEO von Ermetic

