Cloud Computing erlebt gerade einen Boom. Kein aufkommender Trend mehr: Gartner prognostiziert , dass die Ausgaben für öffentliche Cloud-Dienste und deren Nutzung um knapp 22 % wachsen und 2023 insgesamt mehr als 597 Milliarden US-Dollar erreichen werden – gegenüber 491 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022. Gartner berichtet außerdem, dass 75 % der Unternehmen bis 2026 ein Cloud-basiertes Modell für die digitale Transformation nutzen werden.
Wenn die massive Verpflichtung von 2 Milliarden US-Dollar durch KPMG für Investitionen in Microsoft Cloud und KI-Dienste ein Hinweis ist, wird das Wettrüsten um KI weitere Investitionen in die Cloud-Plattformen vorantreiben, die zur Speicherung und Verarbeitung der großen Datenmengen für KI-Anwendungen benötigt werden.
Da die Nachfrage nach Cloud-Diensten weiter steigt, wächst auch die Sorge über die sogenannte „Cloudflation“, die durch steigende Speicherkosten infolge höherer Energiepreise verursacht wird – eine Belastung, die weltweit zu spüren ist. Hinzu kommen berechtigte Bedenken darüber, wie Cloud-Rechenzentren zu höheren CO2-Emissionen beitragen. Das ist besonders relevant angesichts der Tatsache, dass der Klimawandel in den USA und weltweit verheerende Schäden anrichtet.
Warum die Cloud dominant bleiben wird
Es gibt vier zentrale Gründe, warum die Cloud eine dominante Kraft bleiben und auch in den kommenden Jahren das Herzstück der IT von Unternehmen und Organisationen bilden wird:
Das durch generative KI befeuerte Wettrüsten
Die wirtschaftliche Unsicherheit kann sich auf IT-Budgets und Kaufentscheidungen auswirken, doch die Investitionen in die Cloud scheinen sich dadurch nicht zu verlangsamen. Tatsächlich wird generative KI künftig ein maßgeblicher Faktor sein, der die Kaufentscheidungen vieler Unternehmen für ihre Technologie-Stacks bestimmt. Ob in der öffentlichen oder privaten Cloud: Generative KI wird von großen Sprachmodellen (LLMs) unterstützt, die Daten in Echtzeit verarbeiten und dafür leistungsstarke – und hoch skalierbare – Rechenkapazitäten benötigen. Kombiniert man diesen Punkt mit der Tatsache, dass die besten KI-Lösungen inzwischen vor allem als Cloud-Dienste angeboten werden, sind Unternehmen motivierter denn je, ihren Wechsel in die Cloud zu beschleunigen.
Siehe auch: Top-Apps und -Tools für generative KI
Erschwinglichkeit
Selbst bei steigenden Energiekosten ist Cloud Computing die deutlich erschwinglichere Option – und das gilt für die größten Fortune-500-Unternehmen ebenso wie für KMU.
Wer sich für ein On-Premises-Modell entscheidet, muss mehr für IT-Systeme, Anwendungen und Hardware-Infrastruktur ausgeben, da diese mit den Leistungszielen Schritt halten muss – und diese können sich im Laufe der Zeit ändern. Das kann beispielsweise für Einzelhandelsmarken und ihre Lieferkettenpartner während der Verkaufsspitzen in der Weihnachtszeit besonders schwierig sein.
Die IT muss den höheren Leistungsbedarf unterstützen, selbst wenn dieser nur vorübergehend oder saisonal bedingt ist. Ein nutzungsbasiertes Modell ist immer günstiger, als ein On-Premises-System oder Software zu kaufen, was zu langfristigen Vertragsbindungen führt. Wie bereits erwähnt, benötigen Cloud-Rechenzentren für ihren Betrieb zwar Energie und Wasser, doch Unternehmen können ihre ESG- und Nachhaltigkeitsziele besser erreichen, weil sie keine Server vor Ort zur Versorgung ihrer IT-Infrastruktur einsetzen.
Anwendungsupdates, Sicherheit und Skaleneffekte
Die Cloud ist besser bei regelmäßigen Anwendungsupdates, Sicherheit und Skaleneffekten: Trotz eines kürzlich bekannt gewordenen schwerwiegenden Cloud-Datenschutzverstoßes, bieten Cloud-Plattformen insgesamt eine bessere Sicherheit, da ihr Ruf als vertrauenswürdige Partner davon abhängt.
Die großen Cloud-Plattformen verfügen beispielsweise über Hunderte erstklassiger Ingenieure, Cybersicherheitsexperten und IT-Mitarbeiter, die gemeinsam das Ziel verfolgen, die Daten ihrer Kunden zu schützen. Microsoft, AWS und Google verfügen außerdem über etwas, das den meisten kleinen und mittelgroßen Unternehmen fehlt – Skaleneffekte. Sie stellen nahtlose Anwendungsupdates bereit, einschließlich des Einspielens von Patches, und erkennen und beseitigen Schwachstellen, bevor es zu Sicherheitsverletzungen kommt.
Unternehmen mit knapp besetzten oder überlasteten IT-Teams profitieren vom Support rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr, den globale Cloud-Plattformanbieter anbieten. Unter Sicherheits-, Skalierungs- und sogar Nachhaltigkeits-/ESG-Gesichtspunkten ist die Cloud der klare Gewinner.
Siehe auch: Top-Anbieter und -Unternehmen für Cloud-Dienste
Probleme mit On-Premises
On-Premises passt nicht zu unserer heutigen Arbeitsweise: Während einige CEOs dem Homeoffice-Trend offenbar zunehmend kritisch gegenüberstehen, wird eine Form des hybriden Arbeitsökosystems voraussichtlich noch lange Bestand haben. Die veränderte 9-bis-5-Arbeitswelt erfordert ein hohes Maß an Zugänglichkeit für Teams, die sich in verschiedenen Regionen, Zeitzonen oder Ländern befinden können – etwas, das On-Premises-Software nicht bietet.
Das Wachstum von Software-as-a-Service (SaaS) in den vergangenen fünf Jahren, das durch die Pandemie stark beschleunigt wurde, bietet die umfassende Anwendungs- und Netzwerkzugänglichkeit, die Unternehmen benötigen, um in der heutigen Geschäftswelt effizient und produktiv zu sein und wettbewerbsfähig zu bleiben.
Fazit: Die Cloud und Nachhaltigkeit
Immer mehr Unternehmen verpflichten sich, bessere „Corporate Citizens“ zu sein und CO2-Neutralität zu erreichen – das sind gute Nachrichten. Noch bessere Nachrichten sind, dass die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks für die drei großen Anbieter ganz oben auf der Agenda steht: Microsoft, AWS und Google. Alle drei haben ihr Engagement für Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und die Verringerung ihres CO2-Fußabdrucks bestätigt. Microsoft und AWS wollen ihre jeweiligen Rechenzentren bis 2025 vollständig mit 100 % erneuerbarer Energie betreiben.
Unternehmen müssen sich für eine „grünere“ Cloud nicht vollständig auf ihre Anbieter verlassen. Sie können ebenfalls bewusst handeln, indem sie selektiver darauf achten, wie sie Cloud-Dienste nutzen, wie viele Daten sie unnötigerweise speichern und wo ihre Cloud-Datenanbieter ansässig sind.
Trotz einiger Nachteile der Cloud ist sie aus Produktivitäts-, Nachhaltigkeits- und Kostensicht nach wie vor die beste Strategie für KMU ebenso wie für globale Fortune-500-Unternehmen.
Weitere Informationen finden Sie auch unter: Leitfaden zur digitalen Transformation
Über den Autor:
Scott Francis, Technology Evangelist bei PFU America, bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung im Bereich der Dokumentenbildverarbeitung in seine Position ein, in der er für die Verbreitung von Ricohs branchenführender Scannertechnologie verantwortlich ist.

