Da künstliche Intelligenz die Arbeitswelt in beispiellosem Tempo verändert, stehen Business Schools vor einer entscheidenden Herausforderung: die Führungskräfte von morgen auf eine Welt vorzubereiten, in der Algorithmen, Automatisierung und Ethik aufeinandertreffen.
Die Wharton School an der University of Pennsylvania, die älteste Business School des Landes, hat darauf mit einem neuen Programm für künstliche Intelligenz im Geschäftsleben reagiert. Es bietet eine Spezialisierung im Bachelorstudium und einen MBA-Schwerpunkt, die technische Fähigkeiten mit kritischem Denken über die ethischen und gesellschaftlichen Auswirkungen von KI verbinden.
„Business Schools spielen eine entscheidende Rolle dabei, eine KI-gestützte Welt zu verstehen und voranzubringen, und keine Schule ist besser aufgestellt als Wharton, um die vielschichtigen Dimensionen dieses sich entwickelnden Phänomens zu untersuchen“, wird Erika James, Dekanin der The Wharton School, auf der Website der Hochschule für ihre AI & Analytics Initiative zitiert. „Deshalb investieren wir massiv in Bereiche, die es unserer Fakultät ermöglichen, die Lawine miteinander verknüpfter Fragen zu bewältigen, die KI aufgeworfen hat.“
KI-Fähigkeiten mit praxisnaher Wirkung verbinden
Das Programm für KI im Geschäftsleben bietet verschiedene Kurse an, darunter maschinelles Lernen, Data Science, Neurowissenschaften, Data Engineering und Statistik. Die Studierenden müssen den Kurs „Big Data, Big Responsibilities: Toward Accountable AI“ belegen, der sich auf KI-Ethik und -Entwicklung konzentriert.
Die Wharton AI & Analytics Initiative, die den Lehrplan betreut, wird die Inhalte aus dem Unterricht direkt mit der Forschung der Fakultät verknüpfen und den Studierenden Zugang zu aktuellen Erkenntnissen auf dem neuesten Stand geben, die sie sofort anwenden können. Die Initiative soll außerdem Professorinnen und Professoren dabei unterstützen, ihre Lehrmethoden und zugehörigen Materialien zu modernisieren, um KI wirksam einzubinden.
Auf notwendige KI-Fähigkeiten im Berufsleben vorbereiten
Die KI-Ausbildung gewinnt an Priorität, weil künstliche Intelligenz die Arbeitswelt neu gestaltet. So spendete Reed Hastings von Netflix kürzlich 50 Millionen US-Dollar an das Bowdoin College für dessen AI Ethics Program, und Anthropic stellte Claude for Education vor. Außerdem führt China KI-Bildung für Kinder ab sechs Jahren ein. Das veranlasst manche zu der Frage, ob die USA genug tun, um Schritt zu halten und Studierende im Wettlauf um die Vorherrschaft bei KI auszubilden.
Der Bericht „Work Change“ von LinkedIn ergab, dass 70 % der Führungskräfte weltweit beobachten, wie sich die Veränderungen am Arbeitsplatz mit Warpgeschwindigkeit beschleunigen. Und fast zwei Drittel der Berufstätigen fühlen sich davon überfordert, wie schnell sich ihre Tätigkeiten weiterentwickeln.
Die am Arbeitsplatz erforderlichen Fähigkeiten dürften sich bis 2030 um 70 % verändern, wobei KI diesen Wandel beschleunigt. Rund 60 % der Unternehmensführungskräfte erwarten, dass KI und generative KI ihre Organisationen transformieren werden. Bewerberinnen und Bewerber, Beschäftigte und Unternehmen, die KI nicht annehmen, riskieren, abgehängt zu werden.

