Eine neue Gallup-Umfrage zeigt, dass inzwischen 40 % der Beschäftigten in den USA mindestens einige Male im Jahr KI nutzen – gegenüber 21 % vor zwei Jahren. Unter denjenigen, die sie regelmäßiger einsetzen, etwa wöchentlich oder häufiger, ist die Nutzung von 11 % auf 19 % gestiegen. Auch die Zahl der täglichen KI-Nutzer ist im vergangenen Jahr von 4 % auf 8 % gestiegen.
Büroangestellte und Tech-Profis führen die Entwicklung an
Diese Nutzung von KI ist nicht über alle Berufsgruppen hinweg einheitlich. Der Gallup-Bericht hebt hervor, dass die Einführung von KI „vor allem bei Büroarbeitsplätzen zugenommen hat“: 27 % der Büroangestellten nutzen KI inzwischen häufig bei der Arbeit – ein Anstieg um 12 % seit 2024. Zu den Branchen, die diese Entwicklung anführen, gehören Technologie (50 %), professionelle Dienstleistungen (34 %) und Finanzwesen (32 %).
Im Gegensatz dazu ist die KI-Nutzung unter Beschäftigten in kunden- und produktionsnahen Bereichen leicht von 11 % im Jahr 2023 auf 9 % in diesem Jahr zurückgegangen.
Führungskräfte nutzen täglich häufiger KI als ihre Belegschaft
Laut den Ergebnissen von Gallup setzen Manager KI schneller ein als ihre Teams. Jeder dritte leitende Angestellte – damit sind Manager gemeint, die andere Manager führen – gibt an, KI häufig zu nutzen. Unter den Beschäftigten ohne Führungsverantwortung liegt der Anteil mit 16 % bei knapp der Hälfte.
Jim Harter, Gallups leitender Wissenschaftler für Arbeitsplatzmanagement und Wohlbefinden, sagte gegenüber Business Insider: „Wahrscheinlich experimentieren mehr Führungskräfte damit, weil sie die Dringlichkeit erkennen und KI potenziell als Wettbewerbsbedrohung wahrnehmen.“
Harter merkte an, dass Führungskräfte vermutlich „zusätzlichen Druck verspüren, über KI nachzudenken und darüber, wie sie Effizienz und Effektivität steigern kann“.
Die Angst vor Jobverlust bleibt trotz des Aufstiegs der KI stabil
Obwohl KI-Tools immer alltäglicher werden, haben die Ängste vor einer Verdrängung von Arbeitsplätzen nicht zugenommen. Nur 15 % der Beschäftigten in den USA halten es für sehr oder einigermaßen wahrscheinlich, dass Automatisierung oder KI ihre Arbeitsplätze abschaffen werden – innerhalb der nächsten fünf Jahre. Dieser Wert ist seit 2023 unverändert.
Bestimmte Branchen wie Technologie (21 %), Einzelhandel (21 %) und Finanzwesen (20 %) weisen allerdings leicht höhere Besorgniswerte auf.
KI-Nutzung ohne klare Richtung
Etwa 44 % der Beschäftigten geben an, dass ihr Unternehmen mit dem Einsatz von KI begonnen hat, doch nur 22 % sagen, dass die Führungsebene einen klaren Plan für deren Nutzung vorgelegt hat. Dieser Mangel an Klarheit bremst die breitere Integration.
Das von Beschäftigten am häufigsten genannte Hindernis besteht darin, nicht zu verstehen, wie KI ihre eigene Rolle unterstützt. Selbst unter denjenigen, die KI bereits nutzen, stimmen nur 16 % der Aussage voll und ganz zu, dass die Tools hilfreich sind.
Die Untersuchungen von Gallup zeigen, dass Beschäftigte sich dreimal häufiger vorbereitet fühlen, wenn Führungskräfte klar darlegen, wie KI eingesetzt werden soll. Obwohl KI zu einem immer größeren Bestandteil des Arbeitslebens wird, erkennen viele Beschäftigte ohne bessere Anleitung nach wie vor weder ihren Nutzen noch wissen sie, wie sie sicher damit umgehen.
Lesen Sie die Berichterstattung von eWeek darüber, wie Beschäftigte im Zeitalter der KI ihren Arbeitsplatz behalten können. Darin werden zentrale Strategien für die Anpassung an Automatisierung und sich wandelnde berufliche Anforderungen vorgestellt.

