Nvidia plant die größte Investition in eine Serverfarm in der Geschichte Israels.
Die massive Verpflichtung erfolgt, während das Unternehmen seine aggressive Expansionsstrategie trotz geopolitischer Spannungen fortsetzt.
Laut der israelischen Nachrichten-Website Calcalist, finalisiert der Technologiekonzern derzeit Verhandlungen über die Anmietung eines Rechenzentrums, das derzeit in der Industriezone Mevo Carmel nahe Yokneam gebaut wird. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich einschließlich der Ausgaben für die Ausstattung auf etwa 1,5 Milliarden US-Dollar.
Diese beispiellose Investition festigt Israels Position als Nvidia’s zweitgrößtem Forschungs- und Entwicklungsstandort außerhalb der USA – mit mehr als 5.000 Beschäftigten an mehreren Standorten.
Standortwettbewerb
Kiryat Tivon hat sich als aussichtsreichster Standort für die Unterbringung von Nvidia’s expandierenden Aktivitäten im Norden Israels herauskristallisiert und sich in einem hart umkämpften Bieterwettstreit gegen konkurrierende Kommunen durchgesetzt. Anfang dieses Jahres veröffentlichte das Unternehmen im Juli eine Informationsanfrage, um verfügbare Baugrundstücke landeinwärts von Haifa zu finden.
Besonders interessant ist, dass Kiryat Tivon über die geschäftlichen und logistischen Vorteile hinaus attraktiv ist – viele Nvidia-Führungskräfte leben bereits in der Gegend. Das Unternehmen plant, Tausende von Beschäftigten für den neuen Campus einzustellen, während Kiryat Ata und Nesher vollständig aus dem Standortwettbewerb ausgeschieden sind.
Die potenzielle Gesamtkapazität der Stromversorgung von data centers im Gebiet des Mevo-Carmel-Parks könnte 100 Megawatt erreichen – genug, um etwa 75.000 Haushalte mit Strom zu versorgen – und damit Israels leistungsstärksten Cluster für KI-Computing bilden. Das stellt einen gewaltigen Sprung gegenüber der bestehenden Infrastruktur des Unternehmens dar.
Eine Wette über 1,5 Milliarden US-Dollar
Diese Investition in die Infrastruktur ist weit mehr als nur ein weiteres Rechenzentrum – sie ist Nvidia’s kühne Erklärung zur entscheidenden Rolle Israels in der globalen KI-Revolution. Die Anlage wird die bestehende Serverfarm des Unternehmens im Wert von 500 Millionen US-Dollar in Ramot Menashe ergänzen und Israels Kapazitäten für die KI-Verarbeitung erweitern.
Seit der Übernahme von Mellanox für 7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 hat sich Nvidia’s Belegschaft in Israel mehr als verdoppelt. Das Unternehmen betreibt inzwischen sieben Forschungs- und Entwicklungszentren im ganzen Land. Der Zeitpunkt ist besonders bedeutsam: Nvidia, mit einem Wert von 4,5 Billionen US-Dollar, verzeichnete in diesem Jahr einen Kursanstieg von 34 % und in den vergangenen fünf Jahren von mehr als 1.200 %.
Noch bemerkenswerter ist, dass diese Investition trotz der vor fast einem Jahr eingeführten US-Beschränkungen für den Export von KI-Chips erfolgt. Damit demonstriert Nvidia trotz regulatorischer Herausforderungen sein unerschütterliches Bekenntnis zu seinen Aktivitäten in Israel. Das Unternehmen betrachtet Israel offensichtlich als strategisch zu wichtig, um sich zurückzuziehen.
Diese Investition verdeutlicht auch den zunehmenden Wettbewerb zwischen den Staaten um eine Position in der KI-Revolution, da Unternehmen wie Nvidia Standorte suchen, die technisches Fachwissen, strategische Lage und unterstützende Infrastruktur vereinen.
OpenAI befindet sich Berichten zufolge mit Amazon in Gesprächen über eine mögliche Investition, die 10 Milliarden US-Dollar.

