Ein Drohnenunfall lässt sich als Pech abtun. Zwei sind schon schwerer zu ignorieren.
Aktuelle Berichte von Forbes und anderen Medien haben Shield AI nach einem Unfall, bei dem eine V-BAT-Drohne einen Offizier der rumänischen Marine verletzte, erneut ins Visier genommen und damit frühere Vorfälle und interne Bedenken ergänzt. Die Berichte werfen außerdem Fragen dazu auf, wie autonome militärische Systeme getestet und eingesetzt werden.
Der Vorfall fällt besonders auf, weil Shield AI mit einer Bewertung in Milliardenhöhe und wachsendem Interesse von Verteidigungskunden.
Die Berichte erscheinen zu einer Zeit, in der Investoren und Verteidigungskunden viel Geld in autonome militärische Systeme stecken. Für Shield AI geht es längst nicht mehr nur darum, ob seine Drohnen komplexe Missionen erfüllen können, sondern auch darum, ob sie dies sicher genug tun können, um im realen Einsatz Vertrauen zu gewinnen.
Zwei Unfälle, eine Sicherheitsfrage
Vor einem Jahr wurde Shield AI mit 5 Milliarden US-Dollar bewertet. Im März gab das Unternehmen eine Bewertung von 12,7 Milliarden US-Dollar bekannt, ein klares Zeichen für das rasante Wachstum des elf Jahre alten Unternehmens.
Dieses Wachstum verlief jedoch nicht ohne Probleme, die den Erfolg des Unternehmens gefährden könnten.
Laut einem Forbes-Bericht vom Mai 2025, gingen mit der Expansion des Unternehmens Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Zuverlässigkeit seiner Drohnen einher. Das Problem rückte im April 2024 stärker in den Fokus, als eine seiner V-BAT-Drohnen in einen Unfall verwickelt war, bei dem die Finger eines US-Soldaten teilweise abgetrennt wurden.
Damals stellte das Unternehmen den Vorfall als seltenen Unfall dar. Sein Präsident und Mitgründer Brandon Tseng erklärte, dass „Sicherheitsverbesserungen an der V-BAT vorgenommen wurden“. Forbes zitiert Tseng in diesem Bericht außerdem mit den Worten: „Heute weist die V-BAT bei Befolgung der geschulten Verfahren eine makellose Bilanz ohne Verletzungen auf.“
Reuters berichtet nun , dass seine V-BAT-Drohne im Wert von mehreren Millionen Dollar am 12. Mai zwei Finger eines Offiziers der rumänischen Marine abtrennte und einen dritten brach.
Auch wenn dies wie zwei isolierte Vorfälle erscheinen mag, deuten weitere Berichte auf ein umfassenderes Muster hin, das möglicherweise schon seit einiger Zeit besteht.
Eine Reihe von Beschwerden während des rasanten Unternehmenswachstums
Laut Forbes reichte ein ehemaliger Qualitätsmanager des Unternehmens 2022 Klage ein und verwies dabei auf „ein Sicherheitsproblem aufgrund der Gefahr von Propellerschlägen und Verletzungen von Mitarbeitern durch den unsicheren Umgang mit Gebläsen“.
Reuters berichtete, dass die V-BAT in den vergangenen 18 Monaten mehr als 50-mal abstürzte und mehrere Mitarbeiter, die Bedenken äußerten, entweder ignoriert oder entlassen wurden.
Die Berichterstattung der Publikation stützte sich auf Gespräche mit 21 ehemaligen Mitarbeitern, Führungskräften der Branche und Investoren sowie auf die Beschwerde eines Whistleblowers, eine Klage wegen eines feindseligen Arbeitsumfelds und die Präsentationen des Unternehmens. Sie legt nahe, dass das Unternehmen jahrelang mit Sicherheits- und technischen Problemen zu kämpfen hatte, diese jedoch verschleierte, während es seine Drohne für den militärischen Einsatz.
vorantrieb. Trotz der Schwierigkeiten verzeichnete das Unternehmen ein anhaltendes finanzielles Wachstum. Dazu gehören laut Berichten von Forbes und Reuters sein Vertrag mit der rumänischen Regierung über 30 Millionen US-Dollar, nicht offengelegte Beträge aus Verträgen mit dem Pentagon sowie einige Finanzierungsrunden. Dieses Wachstum spiegelt die hohe Nachfrage nach Unternehmen wie Shield AI und Produkten wie der V-BAT wider.
Für Shield AI besteht die Herausforderung jedoch möglicherweise nicht mehr darin, zu beweisen, dass autonome Technologien komplexe Missionen erfüllen können, sondern darin zu zeigen, dass sie dies sicher und zuverlässig tun können.
Für Verteidigungskunden steht mehr auf dem Spiel als nur ein einzelnes Fluggerät oder ein einzelnes Unternehmen. Wenn autonome Systeme tiefer in militärische Abläufe vordringen sollen, müssen Zuverlässigkeit und Bedienersicherheit zu Verkaufsargumenten werden – und nicht zu Fußnoten.
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