Führungskräfte bleiben bei KI optimistisch, doch die Belegschaft hält nicht Schritt. Während die KI-Nutzung in der Belegschaft zu Beginn dieses Jahres stetig zunahm, zeigen aktuelle Daten, dass sich das Wachstum deutlich verlangsamt hat – insbesondere in den USA und Europa.
Die jüngste Umfrage von Slack, durchgeführt von Qualtrics, untersuchte den Stand der Arbeitswelt unter 17.372 Büroangestellten in 15 Ländern, darunter den USA, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Indien und Japan. Die Umfrage konzentrierte sich ausschließlich auf Vollzeitbeschäftigte, die mehr als 30 Stunden pro Woche in Positionen vom Topmanagement bis hin zu qualifizierten Bürotätigkeiten arbeiten.
KI-Nutzung in der Belegschaft: Wachstum und Stagnation
Zwischen September 2023 und März 2024 stieg die KI-Nutzung unter Büroangestellten von 20 Prozent auf 32 Prozent, doch in den vergangenen drei Monaten waren nur geringfügige Zuwächse zu verzeichnen – 1 Prozent in den USA und 2 Prozent in Frankreich. Auch die Begeisterung für KI hat nachgelassen: Weltweit sank die Zustimmung um 6 Prozentpunkte (von 47 Prozent auf 41 Prozent), während in den USA ein Rückgang um 9 Punkte (von 45 Prozent auf 36 Prozent) zu verzeichnen war. Christina Janzer, Leiterin des Slack Workforce Lab, bezeichnet diese Verlangsamung als Weckruf: „Unternehmen müssen die kulturellen und organisatorischen Hürden angehen, die der KI-Nutzung durch Mitarbeitende im Weg stehen.“
Warum die KI-Nutzung in der Belegschaft ins Stocken geraten ist
Der Studie zufolge sind dies die häufigsten Gründe dafür, dass die KI-Nutzung ins Stocken geraten ist:
- Unsicherheit und Unbehagen angesichts von KI-Normen: Mitarbeitende sind unsicher, wann der Einsatz von KI für Aufgaben wie das Verfassen von Texten, Brainstorming oder Datenanalyse akzeptabel ist. Fast die Hälfte (48 Prozent) gab an, dass es ihnen unangenehm wäre, gegenüber ihrer Führungskraft die Nutzung von KI zuzugeben, da sie befürchten, als faul oder weniger kompetent wahrgenommen zu werden.
- KI erfüllt die Erwartungen der Belegschaft nicht: Während Mitarbeitende hoffen, dass KI ihnen Routineaufgaben abnimmt und Zeit für sinnvolle Tätigkeiten verschafft, befürchten viele stattdessen eine höhere Arbeitsbelastung. Die Befragten nannten Verwaltungsaufgaben (87 Prozent) als den wichtigsten Bereich, in dem KI einen Mehrwert bietet, befürchten jedoch, dass die eingesparte Zeit eher für zusätzliche Aufgaben als für den Ausbau von Kompetenzen oder innovative Projekte verwendet wird.
- Mangel an Schulungen und klaren Genehmigungen: Nur 7 Prozent der Büroangestellten halten sich für KI-Experten, und 30 Prozent geben an, überhaupt keine KI-Schulung erhalten zu haben. Zudem fehlt fast der Hälfte (45 Prozent) der Mitarbeitenden die ausdrückliche Genehmigung zur Nutzung von KI-Tools, was die Einführung weiter verlangsamt.
KI-Nutzung in der Belegschaft und die Zukunft: Zentrale Prognosen
Berufseinsteiger halten sich doppelt so häufig für KI-Experten wie erfahrene Mitarbeitende. Jüngere Beschäftigte wenden sich zunehmend an KI, um Rat zu erhalten, statt an Kollegen: 30 Prozent der Generation Z nutzen dafür KI und nicht ihre Kollegen. 75 Prozent der Beschäftigten betrachten KI-Kompetenz als einen Faktor bei beruflichen Entscheidungen, und fast 40 Prozent bevorzugen Unternehmen, die leistungsstarke KI-Tools anbieten. Unternehmen, die bei der KI-Einführung hinterherhinken, riskieren, Top-Talente an Wettbewerber zu verlieren, die diese Technologie einsetzen.
Die KI-Nutzung in der Belegschaft erfordert einen kulturellen Wandel
Die nächste Phase der KI-Einführung hängt von mehr als Innovation ab – sie erfordert, die Arbeitsplatzkultur, Schulungen und Normen an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden auszurichten. Indem Unternehmen Hindernisse direkt angehen, können sie das Potenzial einer durch KI erweiterten Belegschaft ausschöpfen und zugleich Vertrauen, Kreativität und Zusammenarbeit im Zeitalter der generativen KI.

