Laut Daten einer neuen Analyse des KI-Erkennungstools Originality AI sind vermutlich mehr als 54 Prozent der längeren englischsprachigen Beiträge auf LinkedIn KI-generiert. Die ursprünglich in WIRED veröffentlichte Analyse zeigt, dass die Zahl der KI-Inhalte auf LinkedIn ab Anfang 2023 deutlich zugenommen hat. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Aufstieg von ChatGPT zusammen, das Ende 2022 auf den Markt kam und 2023 stark an Bedeutung gewann.
Studie zur Erkennung von KI-Inhalten durch Originality AI
Für die Analyse Originality AI untersuchte eine Stichprobe von 8.795 öffentlichen LinkedIn-Beiträgen. Um in den Datensatz aufgenommen zu werden, mussten die Beiträge mehr als 100 Wörter umfassen und zwischen Januar 2018 und Oktober 2024 veröffentlicht worden sein. Bei der Analyse stellte Originality AI fest, dass in den ersten Jahren bis Ende 2022 eine „vernachlässigbare“ Zahl von Beiträgen offenbar durch künstliche Intelligenz erstellt worden war.
Anfang 2023 kam es zu einem enormen Anstieg der vermutlich KI-generierten Beiträge; ihre Zahl stieg um 189 Prozent. Seitdem hat sich dieser Wert stabilisiert, und inzwischen scheint etwa die Hälfte aller englischsprachigen Langbeiträge auf LinkedIn mithilfe von künstlicher Intelligenz.
Der Aufstieg von KI-Inhalten auf LinkedIn
LinkedIn, das zu Microsoft gehört, versucht sich zunehmend als KI-Unternehmen zu positionieren. LinkedIn bietet zahlenden LinkedIn-Premium-Nutzern sogar Zugriff auf hauseigene KI-Schreibtools, die ihnen beim Bearbeiten von Beiträgen, Nachrichten und Profilen helfen.
Das Unternehmen erklärt jedoch laut Adam Walkiewicz, dem Leiter des Bereichs Feed-Relevanz, auch, dass es über „robuste Schutzmaßnahmen verfügt, um minderwertige sowie exakte oder nahezu exakte doppelte Inhalte proaktiv zu erkennen“. „Wenn wir solche Inhalte erkennen, ergreifen wir Maßnahmen, um sicherzustellen, dass sie nicht in großem Umfang verbreitet werden.“
WIRED sprach mit mehreren LinkedIn-Autoren darüber, warum sie auf KI-Generatoren für Beiträge zurückgriffen. Einige waren keine englischen Muttersprachler und nutzten die KI-Schreibtools, um Grammatikfehler zu korrigieren. Andere griffen auf KI-Generatoren für LinkedIn-Beiträge zurück, um schnell Rohfassungen zu erstellen, die sie anschließend vor der Veröffentlichung auf LinkedIn überarbeiteten. Aufstrebende Influencer nutzten ebenfalls Generatoren für Beiträge und Kommentare, um einen stetigen Strom täglicher Inhalte zu erzeugen und damit den Algorithmus zu füttern.
Während einige Nutzer jedes Mal offenlegen, wenn sie eine KI zum Erstellen oder Bearbeiten eines Beitrags verwenden, entschieden sich andere, diese Information vertraulich zu behandeln. Dadurch lässt sich nur schwer feststellen, ob ein bestimmter Beitrag zu den 54 Prozent der vermutlich KI-generierten Beiträge.

