Tesla-CEO Elon Musk hat bestätigt, dass das Unternehmen bis Ende Juni in Austin, Texas, mit dem Test seines seit Langem erwarteten Robotaxi-Dienstes beginnen wird. Der Elektroautohersteller plant, zunächst mit einer kleinen Flotte von etwa 10 selbstfahrenden Autos zu starten und sie auf Tausende aufzustocken, wenn der Test reibungslos verläuft.
In einem Interview mit CNBC sagte Musk, dass die Robotaxis zunächst unter Geofencing-Beschränkungen in den „sichersten“ Teilen Austins unterwegs sein werden. Das bedeutet, dass sie sich nicht frei in der gesamten Stadt bewegen werden.
„Es ist vernünftig, mit einer kleinen Anzahl zu beginnen, zu bestätigen, dass alles gut läuft, und sie dann aufzustocken“, sagte Musk gegenüber CNBC.
So wird der Robotaxi-Dienst funktionieren
Teslas Robotaxis werden Model-Y-Fahrzeuge sein, die mit der neuesten Version der Full-Self-Driving-(FSD)-Software ausgestattet sind, die FSD Unsupervised heißt. Anders als Wettbewerber wie Alphabets Waymo, das Lidar- und Radarsensoren verwendet, setzt Tesla auf Kameras und künstliche Intelligenz zur Navigation.
„Was für das Straßensystem tatsächlich am besten funktionieren wird, sind künstliche Intelligenz, digitale neuronale Netze und Kameras“, sagte Musk.
Die Autos werden ohne menschliche Sicherheitsfahrer unterwegs sein, aber Tesla-Mitarbeiter werden die Flotte aus der Ferne überwachen. „Wir werden sehr genau beobachten, was die Autos tun, und je größer das Vertrauen wird, desto weniger wird davon nötig sein“, fügte Musk hinzu.
Ein risikoreicher Schritt für Tesla
Der Start der Robotaxis ist für Tesla entscheidend, da das Unternehmen seinen Fokus von Elektrofahrzeugen für den Massenmarkt auf autonome Technologieverlagert. Musk hat selbstfahrende Autos wiederholt als die Zukunft des Transports bezeichnet, doch Tesla ist wegen Sicherheitsbedenken auf Skepsis gestoßen.
Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) untersucht derzeit Teslas FSD-Software, nachdem Berichte über Unfälle bei schlechter Sicht eingegangen sind. Anfang dieses Monats forderten die Aufsichtsbehörden von Tesla Einzelheiten dazu an, wie die Robotaxis mit widrigen Wetterbedingungen umgehen werden.
Trotz der Herausforderungen bleibt Musk zuversichtlich.
„Langfristig zählen nur Autonomie und Optimus“, sagte er gegenüber CNBC und bezog sich damit auf Teslas humanoiden Roboter-Projekt.
Politischer Gegenwind und sinkende Verkaufszahlen
Teslas Vorstoß in den Robotaxi-Bereich erfolgt, während das Unternehmen mit sinkenden Verkäufen von Elektrofahrzeugen zu kämpfen hat, was teilweise auf Musks umstrittene politische Verbindungen zurückzuführen ist.
Einige Tesla-Besitzer, insbesondere im liberal geprägten Raum Austin, haben ihre Frustration zum Ausdruck gebracht. Vor Tesla-Autohäusern sind Proteste ausgebrochen, bei denen Demonstranten Schilder mit Aufschriften wie „Fire Elon“ hochhielten.
Dennoch spielte Musk den Einfluss der Politik auf die Verkaufszahlen herunter.
„Wenn Sie ein Produkt kaufen, wie wichtig sind Ihnen dann die politischen Ansichten des CEO – oder interessiert Sie überhaupt, welche Ansichten er hat?“, fragte er.
Wenn der Test in Austin erfolgreich ist, plant Tesla, seine Robotaxi-Dienste auf Los Angeles und San Francisco auszuweiten. Das Unternehmen befindet sich außerdem in Gesprächen mit anderen Autoherstellern über die Lizenzierung seiner FSD-Software. Vorerst richten sich alle Augen auf Austin, wo Teslas selbstfahrende Zukunft schon bald auf die Straßen kommt.

