KI ist bei der Arbeit längst nicht mehr nur ein Schlagwort. Aber wer nutzt sie tatsächlich – und wie häufig? Neue Umfragedaten liefern ein klareres Bild und zeigen eine wachsende Kluft zwischen Berufen und Branchen.
Immer mehr US-Beschäftigte nutzen bei der Arbeit inzwischen künstliche Intelligenz, wie neue Daten von Gallup zeigen. Im dritten Quartal 2025 gaben 45 % der US-Beschäftigten an, KI bei der Arbeit zu nutzen – mindestens einige Male im Jahr und damit häufiger als zuvor.
Auch die regelmäßige Nutzung nimmt zu. Rund 23 % der Beschäftigten gaben an, KI einige Male pro Woche oder häufiger zu nutzen, während die tägliche Nutzung weiterhin auf etwa 10 % der Erwerbsbevölkerung beschränkt ist. Das zeigt: KI breitet sich aus … für viele Beschäftigte ist sie jedoch nach wie vor eher ein gelegentlich eingesetztes Werkzeug als ein ständiger Begleiter.
Die Ergebnisse von Gallup basieren auf einer repräsentativen landesweiten Umfrage unter 23.068 voll- und teilzeitbeschäftigten US-Arbeitnehmern, die zwischen dem 5. und 19. Aug. 2025 durchgeführt wurde.
Wissensbasierte Jobs führen bei der KI-Nutzung
KI wird in büro- und wissensintensiven Tätigkeiten deutlich häufiger genutzt als bei Tätigkeiten an vorderster Front.
Gallup stellte fest, dass Jobs in den Bereichen Technologie und Informationssysteme an der Spitze liegen: 76 % der Beschäftigten in diesem Feld nutzen KI mindestens einige Male im Jahr. Auch im Finanzsektor und bei professionellen Dienstleistungen ist die Nutzung mit 58 % beziehungsweise 57 % weit verbreitet.
Bei der häufigeren Nutzung zeigt sich ein ähnliches Muster. Rund die Hälfte der Beschäftigten in der Technologiebranche und etwa ein Drittel der Beschäftigten im Finanzsektor und bei professionellen Dienstleistungen gaben an, KI mindestens einige Male pro Woche zu nutzen.
Branchen mit Tätigkeiten an vorderster Front hinken hinterher
In Branchen, die auf körperliche oder persönliche Arbeit angewiesen sind, wird KI deutlich seltener genutzt. Nur 33 % der Beschäftigten im Einzelhandel, 37 % der Beschäftigten im Gesundheitswesen und 38 % der Beschäftigten in der Fertigung gaben an, KI bei der Arbeit mindestens einige Male im Jahr zu nutzen. Die wöchentliche Nutzung ist in diesen Branchen noch geringer.
Diese Tätigkeiten umfassen häufig praktische Aufgaben, bei denen es weniger Möglichkeiten gibt, Chatbots, Schreibwerkzeuge oder Analysesoftware in den Arbeitsalltag zu integrieren.
Manager und Führungskräfte nutzen KI häufiger
Die Daten von Gallup zeigen außerdem, dass der berufliche Rang eine Rolle spielt.
Manager und Unternehmensleiter nutzen KI mit größerer Wahrscheinlichkeit häufig als Fachkräfte ohne Führungsverantwortung. Im dritten Quartal 2025 gaben 37 % der Beschäftigten an, ihr Unternehmen habe KI zur Steigerung von Produktivität oder Qualität eingeführt. 40 % sagten jedoch, ihre Organisation habe dies nicht getan, und 23 % gaben an, es nicht zu wissen.
Unter den Fachkräften ohne Führungsverantwortung war die Unsicherheit am größten. Rund 26 % dieser Beschäftigten wussten nicht, ob ihre Organisation KI offiziell eingeführt hatte, verglichen mit 16 % der Manager und nur 7 % der Führungskräfte. Laut Gallup deutet dies darauf hin, dass viele Beschäftigte KI-Tools eigenständig nutzen, ohne klare Vorgaben oder Einblick in die Unternehmensstrategie.
Wofür Beschäftigte KI tatsächlich nutzen
Bei den Beschäftigten, die KI nutzen, sind die häufigsten Aufgaben eher praktischer als komplexer Natur. Gallup stellte fest, dass Beschäftigte KI vor allem einsetzen, um:
- Informationen oder Daten zusammenzufassen (42 %)
- Ideen zu entwickeln (41 %)
- Neues zu lernen (36 %)
- Grundlegende Aufgaben zu automatisieren (34%)
Fortgeschrittenere Anwendungen, etwa Prognosen zu erstellen oder komplexe Anlagen zu bedienen, sind weiterhin selten.
Bei den Werkzeugen sind Chatbots und virtuelle Assistenten mit Abstand am beliebtesten: Sie werden von 61 % der Beschäftigten genutzt, die KI am Arbeitsplatz einsetzen. Schreib- und Bearbeitungswerkzeuge folgen mit 36 %, während 14 % Programmierassistenten verwenden.
Gallup weist darauf hin, dass Beschäftigte, die KI häufig nutzen, deutlich eher auf fortgeschrittene Werkzeuge wie Programmierassistenten und Datenanalysesoftware zurückgreifen, auch wenn diese insgesamt weiterhin Nischenprodukte sind.
Das Wachstum ist real, aber nicht universell
Für viele US-Amerikaner wird KI zu einem festen Bestandteil des Arbeitslebens, doch sie ist nicht gleichmäßig verbreitet. Die Nutzung konzentriert sich auf wissensbasierte Tätigkeiten und wird von Werkzeugen vorangetrieben, die beim Schreiben, Recherchieren und Organisieren von Informationen helfen.
Die Ergebnisse von Gallup legen nahe, dass eine breitere Einführung weniger vom Zugang zu Technologie als von klarer Führung, Unterstützung und Kommunikation abhängt. Ohne diese Voraussetzungen dürfte die KI-Nutzung uneinheitlich bleiben – in einigen Tätigkeiten äußerst wirkungsvoll und in anderen kaum wahrnehmbar.
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