Fünfzehn KI-gesteuerte Roboter übernahmen am 2. September einen Teil des Europäischen Parlaments in Brüssel und demonstrierten Aufgaben, die vom Zerlegen elektronischer Geräte über das Abräumen eines Frühstückstisches bis zur Paketzustellung reichten.
Die Präsentation wurde vom EU-finanzierten Robotiknetzwerk euROBIN organisiert und umfasste Humanoide, Vierbeiner, Drohnen und Industriesysteme. Rund 170 Vertreter aus Politik, Industrie und Forschung verfolgten die Demonstrationen sowie eine Diskussion darüber, wie sich Europas Robotikforschung zu einer größeren kommerziellen Industrie entwickeln lässt.
Vier Roboter räumten gemeinsam einen Frühstückstisch ab
Eines der deutlichsten Beispiele für Kooperation lieferten vier Haushaltsroboter, die an derselben Aufgabe am Frühstückstisch arbeiteten.
Laut dem Bericht des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt zu der Veranstaltung, arbeiteten die vier Systeme autonom und berücksichtigten dabei einander, während sie zufällig auf dem Tisch verteilte Gegenstände identifizierten.
Die Roboter hoben Teller und eine Müslischachtel auf und sortierten die Gegenstände anschließend zwischen Geschirrspüler, Schrank, Kühlschrank und Abfalleimer. DLRs humanoider Roboter Rollin’ Justin war eines der vier Systeme.
Das Karlsruher Institut für Technologie demonstrierte außerdem seinen humanoiden Roboter ARMAR-7, der eine kognitive Architektur mit episodischem Gedächtnis nutzt, um Erfahrungen zu speichern, abzurufen und zu teilen.
Die Demonstration verleiht dem wachsenden Vorstoß zur physischen KI eine praktische Note. Neuere Roboterdemonstrationen gehen zunehmend über das Laufen und Balancieren hinaus und wenden sich der Manipulation im Alltag zu – vom autonomen Erklimmen von Leitern bis hin zu Humanoiden, die in realen Dienstleistungsberufen.
getestet werden.
Die übrigen Demonstrationen deckten zwei weitere Forschungsbereiche von euROBIN ab. Fünf Teams beteiligten sich an einem Fertigungsszenario mit Aufgaben wie der Aufarbeitung von Laptops, der Demontage eines Roboterstaubsaugers, der mobilen Demontage, fortgeschrittener Manipulation und Simulation.
Eine separate, von der Technischen Universität München, dem Jožef-Stefan-Institut und der Universität Bremen entwickelte Industrieroboterzelle demonstrierte die Kabelführung für die Montage von Kabelbäumen. Im Bereich der Außenrobotik zeigten Teams die autonome Paketzustellung mit einem Roboter im Stil eines Zentauren, einem radgetriebenen Vierbeiner und einer mit einem Arm ausgestatteten Drohne.
Kooperation ist da, doch die Übertragbarkeit ist die größere Herausforderung
Die Präsentation in Brüssel liefert ein stärkeres Beispiel für die Autonomie mehrerer Roboter, als die bloße Anzahl der Roboter vermuten lässt. Vier unterschiedliche Systeme arbeiteten nicht einfach nur nebeneinander; laut DLR führten sie unabhängig voneinander Teile derselben Haushaltsaufgabe aus und berücksichtigten dabei die jeweils anderen Roboter.
Diese Unterscheidung ist für Organisationen wichtig, die kooperative Robotik bewerten. Die Koordination mehrerer autonomer Maschinen in einer Umgebung mit gemeinsamen Objekten und Arbeitsbereichen bringt Probleme mit sich, die bei der alleinigen Erledigung einer Aufgabe durch einen Roboter nicht auftreten – darunter Aufgabenverteilung, Kollisionsvermeidung, veränderte Objektpositionen und die Wiederherstellung des Betriebs, wenn eine andere Maschine die Umgebung verändert.
Aus dem öffentlich verfügbaren Material geht allerdings nicht hervor, dass die vier Roboter erlernte Fähigkeiten austauschten oder über eine gemeinsame plattformübergreifende Steuerungsebene arbeiteten.
Diese Lücke ist wichtig, weil das übergeordnete wissenschaftliche Ziel von euROBIN darin besteht, robotisches Wissen und Fähigkeiten zwischen verschiedenen Robotern, Aufgaben und Umgebungen übertragbar zu machen. Wenn ein Roboter lernt, einen Gegenstand zu manipulieren, und ein anderer Roboter diese Fähigkeit wiederverwenden kann, wäre das ein deutlich größerer Schritt, als mehrere Maschinen so zu programmieren, dass sie in einem vorbereiteten Szenario zusammenarbeiten.
Die Demonstration vom 2. September dokumentiert daher kooperative Autonomie, zeigt aber noch keine universelle Interoperabilität von Robotern.
Für Hersteller und Systemintegratoren trennt das etwas, das heute bereits nutzbar ist, von dem ambitionierteren Forschungsziel. In Einsätzen mit mehreren Robotern lässt sich die Arbeit bereits auf spezialisierte Maschinen verteilen. Die Übertragung von Software, erlerntem Verhalten oder Aufgabenwissen zwischen Robotern verschiedener Entwickler erfordert jedoch weiterhin Schnittstellen, Sicherheitsvalidierung und Integrationsarbeit, die bei der Brüsseler Demonstration nicht öffentlich dokumentiert wurden.
Die endgültige Zahl von 15 klärt außerdem eine scheinbare Abweichung in der früheren Berichterstattung auf. Eine Veranstaltungsankündigung der Europäischen Kommission hatte ursprünglich 20 bis 30 Roboter angekündigt, während spätere Materialien von euROBIN 15 nannten und DLR bestätigte, dass letztlich 15 Systeme im Parlament demonstrierten.
Die Organisatoren erklärten, KI-gesteuerte Robotik könne sich innerhalb von 10 bis 15 Jahren zu einer europäischen Industrie entwickeln, die in ihrer Größenordnung mit dem heutigen Automobilsektor vergleichbar ist. Die Demonstrationen in Brüssel gaben einen Einblick in die technischen Bausteine, die bereits funktionieren. Die Übertragung von Fähigkeiten zwischen verschiedenen Maschinen bleibt jedoch ein deutlich größerer Maßstab, den euROBIN erreichen muss.
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