Meta arbeitet Berichten zufolge an einer smarten Brille, die alle paar Sekunden Fotos aufnehmen und Audio aufzeichnen soll. Dadurch könnte sein KI-Dienst seine Umgebung besser erfassen und dem Träger helfen, sich an Dinge zu erinnern.
Bei Tests des Prototyps leuchtet die rote LED an der Ecke der Brille nicht auf. Für Außenstehende wäre somit nicht erkennbar, wann die Brille Aufnahmen macht. Dies hat bei Meta Berichten zufolge wegen der offensichtlichen Datenschutzbedenken zu internen Spannungen geführt.
Meta-CEO Mark Zuckerberg hat erklärt, dass die smarten Brillen des Unternehmens eher wie ein Agent für den Träger agieren sollen – und nicht bloß wie eine Brille, die Fotos und Videos aufnehmen kann. Eine umfassendere Wahrnehmung der Umgebung könnte die Brille nützlicher machen, die Nutzungsdauer erhöhen und sie möglicherweise zu einer glaubwürdigeren Alternative zum Smartphone machen.
Datenschutzbedenken umgehen
Laut Berichten der Financial Times arbeitet Meta an mehreren Möglichkeiten, diese Datenschutzbedenken zu entschärfen. Ein System würde Bildmaterial und Audio in anonymisierte Metadaten umwandeln, bevor sie die Server von Meta erreichen. Dadurch könnten weder Meta noch der Träger auf die Rohaufnahmen zugreifen. Ob dies den Datenschutz- und Abhörgesetzen genügt, werden letztlich die Aufsichtsbehörden entscheiden.
Meta genießt nicht den besten Ruf, wenn es um den Datenschutz der Nutzer geht. In den vergangenen Jahren war das Unternehmen mit mehreren Klagen wegen Datenschutzverletzungen und Suchtgefahr konfrontiert und musste kürzlich ein Mitarbeiter-Trackingprogramm stoppen, nachdem vertrauliche Daten offengelegt worden waren.
Metas aktuelle smarte Brille leuchtet nicht auf, wenn der Träger der KI Fragen stellt, für deren Beantwortung ein Kamerazugriff erforderlich ist. Es gibt jedoch weiterhin einen Hinweis über die mündliche Aufforderung des Trägers. Dieser nächste Schritt würde deutlich weiter gehen: Bilder und Audio würden ohne Aufforderung oder Interaktion aufgenommen.
Meta investiert massiv in smarte Brillen und KI
Meta hat erhebliche Ressourcen in smarte Brillen gesteckt, von denen Berichten zufolge im vergangenen Jahr 7 Millionen Stück verkauft wurden. Außerdem hat das Unternehmen günstigere Versionen des Produkts im Vorfeld der erwarteten Konkurrenz durch Apple, Google und Samsung auf den Markt gebracht.
Gleichzeitig hat Meta Milliarden US-Dollar in die Infrastruktur für KI-Rechenzentren investiert. Das Unternehmen erhöhte seine Prognose für die Investitionsausgaben 2026 auf 125 Milliarden US-Dollar bis 145 Milliarden US-Dollar und hat umfangreiche Investitionen in Neoclouds getätigt, um sich zusätzliche Rechenkapazität zu sichern.
Das hat Meta zu ordentlichen Bewertungen für sein neuestes KI-Modell verholfen, Muse Spark. Das tatsächliche Interesse an den KI-Apps von Meta und ihre Nutzung scheinen jedoch hinter den führenden Anbietern auf diesem Gebiet zurückzubleiben, darunter OpenAI, Anthropic und Google. Dies hat Meta Berichten zufolge dazu veranlasst, den Verkauf überschüssiger Rechenkapazität an Konkurrenten zu prüfen, wodurch sich ein Teil der Kosten für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur ausgleichen ließe.
Wenn es Meta gelingt, diesen Prototyp einer smarten Brille auf den Markt zu bringen, könnte dies weitreichende Auswirkungen auf den Datenschutz aller App-Entwickler haben, die Apps für smarte Brillen entwickeln. Entwickler müssen besonders darauf achten, dass Gesichter unkenntlich gemacht werden, Audio nicht auf Servern aufgezeichnet wird und Metas Vorstoß zu einem agentenbasierten Dienst nicht ihrer eigenen Marke schadet.
Mehr dazu: Meta prüft außerdem Möglichkeiten, seine massive KI-Infrastruktur über ein potenzielles Cloud-Computing-Geschäft zu monetarisieren. Das könnte dies für Unternehmen bedeuten.

