Das japanische Technologieunternehmen NEC unterstützt das US-Robotik-Startup Dexmate, das seinen humanoiden Roboter VEGA mit Software kombiniert, die die Entwicklung, Konfiguration und den Betrieb KI-gestützter Roboter erleichtern soll.
Die Investition erfolgt über den NEC Orchestrating Future Fund, den Corporate-Venture-Capital-Fonds von NEC. Die Unternehmen machten weder die Höhe der Investition bekannt noch kündigten sie ein konkretes Pilotprojekt, einen Kundeneinsatz oder eine Produkteinführung im Zusammenhang mit der Vereinbarung an.
NEC unterstützt Dexmates Plattform für die Roboterentwicklung
Laut NEC, wurde Dexmate 2024 von Forschern im Bereich KI-Robotik gegründet und bietet neben VEGA eine Entwicklungsplattform für Physical AI an. NEC zufolge soll das kombinierte System den Prozess von der Roboterentwicklung bis zum Einsatz vereinfachen.
Die Entwicklung von Robotern für den Einsatz in der realen Welt umfasst typischerweise Sensoren, Steuerungssysteme, Trainingsdaten, Simulationsumgebungen und die Feinabstimmung vor Ort. Dexmate versucht, mehr dieser Schritte in einer Entwicklungsumgebung zu bündeln, anstatt den Humanoiden selbst als das gesamte Produkt zu betrachten.
Diese Softwareschicht wird zunehmend wichtiger, da sich Physical AI aus den Forschungslaboren in Fabriken, Logistikstandorte und andere Umgebungen der realen Welt bewegt. Die Hardware bestimmt, was ein Roboter physisch leisten kann, die Software hingegen, wie einfach sich diese Fähigkeiten an neue Aufgaben und Arbeitsplätze anpassen lassen.
Dexmate-CEO Tao Chen erklärte, das Unternehmen erwarte, dass die globale Expertise von NEC dabei helfen werde, seine Technologie branchenübergreifend einzusetzen. NEC Corporate Senior Vice President Shigeki Wada äußerte sich zurückhaltender und sagte, die beiden Unternehmen würden Möglichkeiten zur Wertschöpfung und zur Weiterentwicklung realer Anwendungen für Physical AI ausloten.
Ein anderer japanischer Hersteller verfolgt beim Einstieg in die humanoide Robotik bereits einen direkteren Weg. Mitsubishi Motors hat in das Startup Highlanders der Universität Tokio investiert und plant, seine Humanoiden in Mitsubishi-Fabriken zu testen. Zugleich prüft das Unternehmen eine Produktion in seinem Werk in Kyoto bereits ab 2027.
Diese Investitionen spiegeln das wachsende Interesse daran wider, humanoide Roboter über Demonstrationen hinaus in Arbeitsumgebungen zu bringen, in denen sie neben bestehender Ausrüstung und Menschen wiederholbare Aufgaben ausführen müssen.
Software könnte eine Hürde für den Einsatz humanoider Roboter senken
Dexmates Fokus auf die Entwicklungsplattform adressiert ein praktisches Problem der Robotik: Selbst leistungsfähige Hardware kann für jede neue Aufgabe, Anlage oder jeden neuen Arbeitsablauf schwer zu konfigurieren sein.
Eine Plattform, die den Programmier- und Einrichtungsaufwand reduziert, könnte die erneute Bereitstellung von Robotern bei sich verändernden Aufgaben erleichtern. Das könnte zunehmend wertvoll werden, wenn Humanoide zwischen Aufgaben wechseln sollen, anstatt einem einzigen, streng vorgegebenen Ablauf gewidmet zu bleiben.
Software kann nicht jede Einschränkung lösen. McKinsey nennt Mobilität, Geschicklichkeit, Sicherheit, Akkulaufzeit und Kosten als einige der größten Hürden für eine breitere Einführung humanoider Roboter. Die meisten Humanoiden können pro Ladung nur zwei bis vier Stunden kabellos betrieben werden, während Aktoren 40 % bis 60 % der Hardwarekosten ausmachen können.
Die Branche entwickelt sich daher entlang zweier Achsen. Roboterhersteller verbessern Körper, Akkus, Hände und Aktoren, während Unternehmen, die Simulationen, KI-Modelle und Entwicklungswerkzeuge entwickeln, versuchen, das Training und den Einsatz dieser Maschinen zu vereinfachen. Die jüngste Entwicklung bei Humanoiden hat bereits besonderen Druck auf Softwarebeschränkungen ausgeübt, da sich die Roboter in weniger vorhersehbare Umgebungen bewegen.
Mit seiner Investition positioniert sich NEC auf der Software- und Einsatzseite dieser Gleichung, ohne sich zur eigenen Herstellung von VEGA zu verpflichten. Die nächste wichtige Entwicklung wird sein, ob aus der Beziehung ein realer Einsatz oder eine tiefere technische Zusammenarbeit hervorgeht. Das würde Dexmate die Möglichkeit geben zu zeigen, wie stark seine Plattform den Weg von der Programmierung eines Roboters bis zu seinem praktischen Einsatz verkürzen kann.
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